Bayern-Krise

Sportpsychologe: Kovac ist das Problem - „Ohne ihn würde Bayern erfolgreicher spielen“

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Bayern-Trainer Niko Kovac steht momentan hart in der Kritik

Der FC Bayern befindet sich momentan in einer ungewohnten Krise. Ein Sportpsychologe will nun den Grund für die Formschwäche erkannt haben.

München - Der FC Bayern steckt momentan in einer Krise. Die vier vergangenen Spiele konnten die Bayern nicht mehr gewinnen, gegen Borussia Mönchengladbach hagelte es sogar eine 0:3 Klatsche im eigenen Stadion. Für Niko Kovac hagelt es derzeit von vielen Seiten Kritik. In einem Bild-Interview scheint der Sportpsychologe und Mentaltrainer Matthias Herzog nun den Grund für die Formschwäche des Rekordmeisters erkannt zu haben.

Herzog erklärt, momentan sehe es sehr danach aus, dass die Bayern gegen ihren Trainer spielen. Doch dies sei den Spielern offenbar nicht einmal bewusst. „Einige dürften sich jedoch denken: ‚Letztes Jahr wurde Ancelotti unerwartet ersetzt und das hat uns gut getan. Warum jetzt nicht auch Kovac?“ Zwar werde Erfolgstrainer Jupp Heynckes nicht zurück zum FC Bayern kommen, doch mit Zinedine Zidane sei ja ein überragender Trainer auf dem Markt. Herzog erklärt, dass diese Gedanken, sobald sie in den Köpfen der Spieler auftauchen, alles verändern.

Herzog: „Ohne Kovac würden die Bayern aktuell erfolgreicher spielen“

Offenbar soll vor allem die Kommunikation ein Problem für den fehlenden Erfolg von Niko Kovac ausschlaggebend sein. Mit seinem Bruder und Co-Trainer Robert und dem Torwart-Trainer Toni Tapalovic spricht Niko Kovac kroatisch, auch Co-Trainer Peter Hermann soll das sauer aufstoßen.

Für Herzog ein klares Anzeichen eines Kommunikationsproblems: „Kroatisch mit dem Stab untereinander zu sprechen, da fühlen sich Spieler und der zweite Co-Trainer Peter Hermann überflüssig, sie denken, die hätten etwas zu verbergen, auch wenn es gar nicht so ist. Ohne Kovac auf der Bank würden die Bayern aktuell erfolgreicher spielen.“ Die Trainer werden von der Mannschaft weder akzeptiert noch angenommen, erläutert Herzog.

Leere Blicke, gesenkte Köpfe. Der FC Bayern befindet sich in einer Krise

Auch in der Kabine soll es beim FC Bayern mittlerweile rumoren. Herzog hat dafür eine Metapher bereit. „Ein Apfel verfault auch oft erst innen, wenn er runter gefallen ist und erst später sehen wir das außen und schmecken das auch. Ähnlich ist es bei der Mannschaft. Die Motivation geht langsam in den Keller.“ Erst beginne es langsam zu rumoren, dann kommen die ersten lauten Stimmen - wie James Rodríguez - und dann werde die ganze Mannschaft angesteckt. Anfangs lasse sich so etwas noch auf dem Feld ausgleichen, doch wenn zu viele Spieler unzufrieden sind, fehle es an Leistung auf dem Platz und Spiele gehen verloren. „Das ist ein schleichender Prozess.“

Angesprochen auf die fehlende Form der Star-Spieler des FC Bayern sieht Herzog das Problem ebenfalls bei der Kommunikation. „Die Einstellung stimmt aktuell bei keinem Spieler. Es ist kein Aufbäumen sichtbar. Die Spieler ergeben sich ihrem Schicksal. Sie reden seit mehreren Spielen davon, dass sie Taten folgen lassen wollen.“ Diese sei jedoch gar nicht sichtbar. Die Ursache liege für Herzog darin, dass es an der Kommunikation mit dem Trainerteam mangelt. „Das Verhältnis Trainer zur Mannschaft scheint gestört.“

Video: Wenn der FC Bayern München nicht die Kurve kriegt, ständen diese Trainer im Raum

Kovac fehlt die Akzeptanz - was ist der Grund?

Herzog erklärt gegenüber der Bild, dass Spieler am ehesten Trainer akzeptieren, die entweder selbst als Spieler oder Trainer Titel gewonnen haben oder eine besondere Ausstrahlung haben. Zwar kann auch Kovac auf einige Titel mit dem FC Bayern verweisen, jedoch hat er es aktuell mit Champions-League-Siegern und Weltmeistern zu tun. Das mache ihm den Einstand schwerer. „Das durfte Jürgen Klinsmann damals schon erfahren und der hatte als Spieler große Erfolge vorzuweisen, war jedoch als Trainer noch relativ unerfahren“, erklärt Herzog. Und obwohl Kovac mit Eintracht Frankfurt den FC Bayern im DFB-Pokalfinale gewonnen hat, helfe das eher seiner Reputation als seiner Akzeptanz im Team.

Herzog sieht für Kovac nur einen einzigen Weg aus der Krise: „Er muss seine zwischenmenschliche Kommunikation verbessern, vor allem auf der Beziehungsebene die Spieler abholen, damit das Vertrauen der Spieler gewinnen.“ Ferner müsse er Souveränität und Selbstvertrauen ausstrahlen. „Zuletzt braucht er einen klaren Klarer Plan – das heißt: seine Top-Elf finden und einen Plan B sowie C für ein Spiel entwickeln, wenn es weiter nicht läuft.“

Dass der FC Bayern trotz seiner langen Liste an Verletzten immer noch auf einen breiten und starken Kader zurückgreifen kann, steht außer Frage. Ob es der FCB jedoch noch unter Kovac schafft, das Ruder wieder herum zu reißen, ist eine andere Thematik.

Währenddessen stellt ein Bundesliga-Profi eine kuriose Forderung bei Twitter an Wikipedia - mit Erfolg.

tf

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