Philippe Coutinho: Darum kann dieser Transfer für den FCB auch ein Risiko sein

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FC Bayern landet 40-Millionen-Deal - Weiterer Mega-Transfer soll fix sein

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Großes Rummenigge-Interview

Bayern-Boss: "Unser Ziel: Jubiläumsmeister!"

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„Wir haben eine Jahrhundertchance liegen lassen“: Rummenigge über das verlorene Champions League-Finale.

München - Am Freitag startet die Bundesliga in ihre 50. Saison. Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge spricht im Interview über das Trauma der letzten Saison und "Explosionsgefahr"

Karl-Heinz Rummenigge hat das Gladbacher 1:3 am Dienstag in der Qualifikation zur Champions League gegen Kiew mit gemischten Gefühlen verfolgt. Auf der einen Seite würde seinen Bayern ein Aus des Ligakonkurrenten mehr Geld aus den TV-Einnahmen bescheren – andererseits war es auch ein Warnschuss: Nach einer langen Sommerpause weiß noch kein Klub, wo er steht. Im Interview mit dem Münchner Merkur erläutert der Vorstand die Lage der Münchner vor dem Bundesliga-Start.

Herr Rummenigge, nach der langen Pause fällt vielen Klubs der Einstieg – siehe Pokal oder Gladbach – schwer. Wissen Sie schon, wo Bayern steht?

Die ersten Spiele bewegst du dich immer auf unsicherem Terrain. Bis eine Mannschaft auf Topniveau ist, dauert es ein paar Wochen. Da können am Anfang eventuell kuriose Ergebnisse herauskommen. Wir waren aber ein Befürworter dieser langen Pause, weil wir endlich mal gewährleistet haben wollten, dass die Spieler nach einem großen Turnier ausreichend Urlaub haben und der Trainer Vorbereitungszeit. Ich verstehe viele Kollegen, die wenige oder gar keine Nationalspieler haben, dass sie mit den Hufen scharren. Für Klubs wie Dortmund und Bayern war es aber eine Notwendigkeit. Und ich hoffe, dass wir für die Zukunft Lehren daraus ziehen.

Also alle zwei Jahre eine lange Sommerpause?

Ja, denn im Prinzip brauchen wir sie. Spätestens wenn es darum geht, wann die WM in Katar stattfindet, wird die Frage zu stellen sein: Spielen wir in Zukunft nach dem Jahreskalender? Ich hätte damit kein Problem. Das bietet einen gewissen Vorteil: Du könntest klare Zeitfenster zuordnen. Meinetwegen zwei Mal einen Monat exklusiv für die Nationalmannschaft, ansonsten nur Klubfußball. Das wäre auch für einen Nationaltrainer nicht schlecht, wenn er die Mannschaft einen Monat nur für sich hat. Da finden sechs, acht Länderspiele statt, dann geht es zurück zu den Klubs. Ich glaube nicht, dass das schlecht wäre. Ich könnte mir vorstellen, dass Uli Hoeneß Schwierigkeiten hätte, im November auf dem Rathausbalkon zu stehen, weil ihm zu kalt ist. Aber das würden wir in Kauf nehmen (lächelt).

Den Rathausbalkon haben Ihre Bayern schon länger nicht mehr betreten. Wie sehr wirkt die vergangene Saison, an deren Ende man drei Mal Zweiter wurde, noch nach?

Man muss die Wettbewerbe trennen. In der Liga haben wir Januar, Februar auswärts zu viele Punkte gelassen. Da wirst du in einer Saison, wo Dortmund speziell in der Rückrunde überragend spielt, auch nicht Meister. Im Pokal-Finale habe ich den Eindruck gehabt, das war ein Blackout. Ich habe mir das neulich noch mal angesehen.

Sie haben es sich wirklich angetan?

Ich tue mir das immer an. Weil du erst, wenn du es emotionslos anschaust, siehst, was eigentlich wirklich passiert ist, im Positiven und leider auch im Negativen. Beim dritten Wettbewerb habe ich mir das sogar im Urlaub angetan. Einen Tag war das Wetter nicht so gut, da habe ich mir das Spiel angeschaut. Ich muss sagen, das war hochinteressant. Hinterher habe ich noch weniger verstanden, warum wir dieses Spiel gegen Chelsea nicht gewonnen haben. Es war eine Jahrhundertchance, die wir da haben liegen lassen. Diesen Vorwurf werden wir uns ewig machen müssen. Finale, zuhause, gegen eine Mannschaft, die du besiegen musst. Ich sage nicht: „Kannst“ – sondern an dem Tag: „Musst“. Und trotzdem gehst du nach Elferschießen als Verlierer vom Platz.

Wenn man die berühmten Experten derzeit hört, ist von „Explosionsgefahr“ und „Tänzen auf der Rasierklinge“ die Rede. Den FC Bayern begleitet heuer viel Skepsis . . .

Grundsätzlich sind für mich Experten Lückenfüller, um die Zeit vor und nach dem Spiel zu überbrücken. Das ist ihre Aufgabe, dafür werden sie hoch bezahlt. Ich muss ehrlich sagen, mich interessiert das nicht. Das Einzige, was mir gefallen hat, war die Aussage, dass Borussia Dortmund der Superfavorit ist. Dann hört endlich mal dieses Understatement-Gerede auf.

Und die Explosionsgefahr, die zum Beispiel Lothar Matthäus heraufbeschwört, sehen Sie nicht?

Wo soll die liegen? Das habe ich bei Lothar nicht ganz verstanden. Unruhe ist ja etwas, was auch fruchtbar sein kann. Natürlich wird immer wieder Unruhe sein, wenn wir ein Spiel verlieren. Aber die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Wir haben eine gute Mannschaft, einen erfahrenen Trainer, der das Vertrauen des Klubs hat, wir haben einen neuen Sportdirektor, der mit großem Elan an die ganze Geschichte geht. Der Klub ist gut aufgestellt. Ich glaube, Lothar Matthäus hätte gerne mal bei so einer Explosionsgefahr mitgemacht.

Tatsächlich ist aber das Stimmungsbild in der Liga neu. Früher sagten die meisten Trainer, dass Bayern Meister werde. Heute ist Dortmund gleichauf.

Das haben sie sich verdient. Ich gehe davon aus, dass es nicht nur diese Saison zu diesem ich sage mal: Gigantengipfel kommt. Das wird uns noch einige Jahre so gehen. Ich mag das auch. Ich habe das in den 70ern mit Gladbach erlebt, in den 80ern mit dem HSV, den 90ern mit Bremen, dann gab es Schalke ein paar Jahre. Jetzt haben wir ein Jubiläum: 50 Jahre Bundesliga. Wir sind im Schnitt fast jedes zweite Jahr Meister geworden. Deswegen sind wir natürlich noch motivierter.

Jubiläumsmeister FC Bayern – das ist heuer die große Extra-Motivation?

Das ist unser großes Ziel, ja. Die 50 ist eine schöne Zahl.

Muss der FC Bayern Meister werden?

Ja.

Das Gespräch führten Andreas Werner und Marc Beyer

Quelle: tz

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