Saisonstart in den Sand gesetzt

Kovac schon unter Druck - diese vier Brennpunkte muss der Bayern-Trainer jetzt moderieren

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Brennpunkte, wohin der Trainer auch blickt: Niko Kovac muss beim FC Bayern einige Probleme lösen.

Nur ein Punkt gegen Hertha BSC - der FC Bayern ist in die Saison gestolpert. Rund um das Auftaktspiel tun sich diverse Brennpunkte auf, denen Trainer Niko Kovac nun Herr werden muss.

München - Per Stotter-Start in die neue Bundesliga-Saison: Der FC Bayern kommt zum Auftakt nicht über ein 2:2 gegen Hertha BSC hinaus - zu wenig für die eigenen Ansprüche der FCB-Stars! Darum brodelt es bereits nach dem ersten Spieltag und das bekommt auch Trainer Niko Kovac zu spüren. Ein Spiel, vier Brennpunkte!

Brennpunkte beim FC Bayern: 1. Wackel-Defensive

Ein gewohntes Bild zeigte die Bayern-Defensive gegen Hertha. Wie schon vergangene Saison kam die Hintermannschaft der Münchner vor allem bei Konter-Angriffen des Gegners ins Wackeln - auch weil Joshua Kimmich und Thiago in der Rückwärtsbewegung zu sorglos agierten. „Wir haben hinten leider nicht gut ausgesehen bei den zwei Gegentoren. Das muss man kritisch bemerken“, analysierte FCB-Vorstandsboss Rummenigge die Gegentore bewusst kritisch.

Kalle weiter: „Ich bin mir sicher, dass die Gegentore, die wir heute bekommen haben, so schon bald nicht mehr vorkommen“ - klarer Auftrag an Trainer Kovac, seine Defensive für das nächste Spiel auf Schalke zu stabilisieren! 80-Millionen-Mann Lucas Hernandez gilt als großer Hoffnungsträger, für mehr Stabilität im Defensivverbund zu sorgen.

Brennpunkte beim FC Bayern: 2. Sanches-Wirbel

Nächste Watschn für Renato Sanches! Wie schon im Supercup gegen Dortmund saß der junge Portugiese auch gegen Berlin nur auf der Bank. Dabei hatten die Bosse und Kovac ihn während der USA-Reise trotz Wechselgedanken zum Bleiben überredet. Dementsprechend angefressen war Renato am Freitagabend. „Fünf Minuten sind nicht genug für mich. Die Situation ist nicht gut für mich. Das ist das zweite Mal, dass ich den Klub verlassen wollte und man mich nicht hat gehen lassen“, schimpfte Sanches.

Auf Nachfrage, ob er den FCB nun verlassen wolle, sagte er: „Ja!“ Zu viel für Rummenigge und Kovac. „Ich glaube, es ist nicht angebracht, nach dem ersten Spiel sofort erbost davonzulaufen“, konterte Rummenigge noch am Freitag. Die Antwort von Kovac folgte am Samstag: Er verdonnerte den jungen Portugiesen laut Bild wegen seiner Kritik zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Ob diese Maßnahme das Verhältnis zu Renato besser macht?

Mit der Rolle als Reservist nicht einverstanden: Renato Sanches kam gegen Hertha BSC erst in der Schlussphase zum Einsatz.

Brennpunkte beim FC Bayern: 3. Erwartbares Offensivkonzept

Die Vorbereitung wirkte so verheißungsvoll! Kovac ließ seine Mannschaft in zahlreichen Taktik-Einheiten üben, Offensiv-Spielzüge auch über das Zentrum einstudieren. Zur Erinnerung: Vergangene Saison musste er sich oft mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass sein Offensivkonzept lediglich Angriffe über die Flügel inklusive Flanken beinhaltete.

Gegen die Hertha verfielen die Kovac-Bayern wieder in dieses alte Muster, darum waren ihre Angriffe zu erwartbar. Außerdem fehlte vorm Tor die letzte Konsequenz, wie Rummenigge feststellte: „Wir hätten sicherlich das dritte Tor schießen können. Wir tasten uns langsam an die Saison heran, dementsprechend ist es kein Problem, dass noch nicht alles funktioniert.“

Brennpunkte beim FC Bayern: 4. Zu späte Wechsel

85 Minuten dauerte es, bis Kovac auf das Spielgeschehen reagierte und Sanches ins Spiel brachte. 60 Sekunden später kam Alphonso Davies für Serge Gnabry in die Partie. Das (zu) späte Wechseln soll laut Bild vor allem Joshua Kimmich nach dem Spiel in der Kabine kritisiert haben. Allerdings soll sich der Rechtsverteidiger wenig später bei seinem Trainer für die Kritik entschuldigt haben, weswegen er wohl - anders als Sanches - keine Geldstrafe kassiert hat. Kovac erklärte: „Eigentlich habe ich überlegt, ob ich überhaupt wechsele, denn die Mannschaft hat es gut gemacht. Eigentlich hätte ich keinen wechseln müssen.“

Bedient: Die Bayern-Profis Joshua Kimmich (l.) und Serge Gnabry hatten sich gegen Hertha BSC mehr als einen Punkt ausgerechnet.

Nach dem Spiel gegen Hertha BSC verkündete Sportdirektor Hasan Salihamidzic, dass der Transfer von Philippe Coutinho bevorstehen würde. Der Brasilianer wird beim FC Bayern wohl die Rückennummer 10 tragen.

Manuel Bonke

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