Wer die Nerven behält, gewinnt

FC Bayern und BVB: Das Psychoduell um die Meisterschale - Zweifel bei Kovac? 

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Hadern, zittern, flehen: Kimmich (links), und Sancho (re.).

Wer macht das Rennen? Die Bayern? Oder doch der BVB? Drei Spieltage vor Schluss wissen die Fußballfans nur: Weder Rotweiß, noch Schwarzgelb scheinen aktuell das Zeug dazu zu haben, um den Titelkampf für sich zu entscheiden.

München - Dortmund nicht, weil sie im Laufe der Rückrunde einen Neun-Punkte-Vorsprung auf den Rivalen verspielten und diesen nach der Derbypleite gegen die Schalker (2:4) quasi zur Vorentscheidung im Meisterkampf einlud. Und Bayern nicht, weil sie diesen Steilpass von Schwarzgelb gegen die Nürnberger (1:1) nicht verwerten konnten. Nur wer die Nerven in den drei restlichen Partien behält, wird den Titel holen. Psychoduell um die Schale!

Rechnerisch lässt sich die aktuelle Konstellation auf Seiten der Münchner bei zwei Punkten Vorsprung auf die Borussia relativ leicht erklären. „Dafür braucht man keine höhere Mathematik studiert zu haben“, sagte Bayerns Trainer Niko Kovac. „Wir müssen sieben Punkte holen, wenn der BVB in den letzten drei Spielen alles holt.“ Viel wichtiger als die Zahlen ist jedoch die Psyche beider Klubs, denn gerade der FCB geht in dem Wissen in den Saison-Endspurt, die goldene Gelegenheit zur Vorentscheidung verpasst zu haben. Kommen beim Branchenprimus kurz vor Schluss doch noch Selbstzweifel auf?

Salihamidzic bemängelt fehlende „Killer-Mentalität“

„Man hat gesehen, dass es verrückte Ergebnisse in den letzten Wochen gibt – und wahrscheinlich an den nächsten drei Spieltagen auch“, meinte Kovac, der in der Coaching Zone des Nürnberger Max-Morlock-Stadions gleich mehrere Tode auf einmal starb. Die nach wie vor vorhandene Abwehranfälligkeit, die Verletzung von James Rodríguez, der verschossene Elfmeter der Franken kurz vor Schluss sowie Kingsley Comans Fehlschuss Sekunden vor dem Ende. Es fehlte die „Killer-Mentalität“, wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic anprangerte.

Im Westen der Republik dürfte man nicht wesentlich zufriedener mit der aktuellen Situation sein. Klar, das Remis der Münchner beim Club hat der Borussia eine allerletzte Chance auf den Titel gewahrt, diese werden die Borussen aber vorerst ohne ihren Kapitän und Leistungsträger nutzen müssen. Sowohl Marco Reus, als auch Marius Wolf wurden nach ihren Platzverweisen aufgrund der harten Attacken gegen Suat Serdar nachträglich vom DFB-Sportgericht gesperrt. Reus bekam zwei Spiele aufgebrummt, darf also beim Saisonabschlussspiel in Gladbach wieder eingreifen. Anders der Ex-Frankfurter, der für die übrigen drei Spiele gesperrt wurde.

„Wir werden alles versuchen, sie noch abzufangen“

Doch selbst wenn Trainer Lucien Favre die Schale nach der Niederlage gegen Schalke voreilig abgeschrieben hatte, ist in Dortmund der Glaube an die Schale lebendiger denn je. „Wir werden alles versuchen, sie noch abzufangen“, meinte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gestern, „Drei Spieltage vor Saisonende nur zwei Punkte Vorsprung für den Spitzenreiter: Das hat es lange nicht gegeben und tut der Bundesliga sehr gut.“ Am Wochenende steht das nächste Psychoduell um die Schale an. Diesmal legen die Bayern am Samstag gegen Hannover vor und die Dortmunder beim Abendspiel in Bremen nach.

In der Sport Bild lobt Uli Hoeneß die Transferpolitik von Borussia Dortmund gibt zu: „In der Ein- und Verkaufsbilanz ist uns Dortmund voraus.“

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