Kaltstart in die heißen Wochen

Trotz Kritik: Ancelotti bleibt ganz cool

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Carlo Ancelotti.

München - Beunruhigt? Vielleicht sogar angefressen? Aber nicht doch! Wie bereits die ganze Saison über bleibt Carlo Ancelotti auch nach dem wackligen Start seiner Bayern in die Rückrunde die Ruhe selbst.

Warum auch nicht? Schließlich haben die Roten aus zwei Spielen zwei Siege errungen und thronen weiterhin auf Platz eins. Aber: Die Bayern müssen aktuell um jeden Dreier zittern, wie die hart umkämpften Siege in Freiburg und Bremen (beide 2:1) zeigten. Hinzu kommt: Unter Ancelotti holt der FCB weniger Punkte als unter Pep. 76,9 Prozent seiner Partien gewinnt Carlo, bei Pep waren es vergangene Spielzeit zu dieser Phase der Saison 88,5 Prozent. Recht viel Sorgen scheint sich Ancelotti aber nicht zu machen. Ganz im Gegenteil.

Tabelle, Aufstellungen, Statistik und Spielplan

„Wir spielen jetzt natürlicher, können es aber noch besser“, zeigte sich der Bayern-Trainer im kicker durchaus entspannt. „Ich meine damit nicht die Ergebnisse, die sind gut. Aber unser Spiel an sich können wir verbessern – und das werden wir in der Rückserie, davon bin ich überzeugt.“ Die Frage ist nur: wann? Noch kickt der FCB im Sieben-Tages-Rhythmus, bereits ab nächster Woche geht es aber in die Vollen. Bis Ostern stehen für die Roten innerhalb von zwei Monaten insgesamt 14 Partien auf dem Programm. Sollten sie sich in der Königsklasse für das Viertelfinale qualifizieren, wären es sogar 16. Englische Wochen, hohe Intensität – spätestens dann muss der FCB wieder die Leistungen zeigen, die man unter Pep in den vergangenen Spielzeiten gewohnt war. Ancelotti dazu: „Manchmal verlieren wir noch Zeit, um sofort anzugreifen und finden nicht die richtige Position, weil wir sehr viele Spieler in Ballnähe schieben, sodass wir nicht genügend Spieler haben, die für die Attacke frei sind.“

Hinzu kommt, dass eine Vielzahl an Spielern bis dato nicht Normalform erreicht hat. Thomas Müller zum Beispiel. Die Statistik zeigt: Der 28-Jährige ist sehr weit von dem entfernt, was man vergangene Saison noch unter Normalform verstand. Nur ein Tor anstelle von 14 zur selben Zeit im vergangenen Jahr, nur vier Großchancen anstelle von 17 und insgesamt 32 Schüsse für einen Treffer, während er 15/16 lediglich vier pro Tor benötigte. Wie Ancelotti das sieht? Natürlich entspannt! „Für mich sind die Tore nicht so wichtig, sondern dass er auf die Taktik fokussiert ist und auf meine Anweisungen. Deshalb war ich mit ihm zufrieden bisher. Niemand im Klub bereitet Müllers Situation Kummer“, so der Mister im kicker.

Gleiches gelte übrigens für Renato Sanches, über den selbst Ancelotti sagt, dass er sich schwer tut. „Es liegt an der neuen Sprache, am neuen Land, am neuen Klub, der neuen Mannschaft“, meinte der Bayern-Trainer, ist sich aber sicher, dass „die zweite Saisonhälfte besser für ihn“ wird. Und für den FCB. Oder etwa nicht? „Defensiv haben wir es gut gemacht. Offensiv ist noch eine Steigerung möglich“, lautet Ancelottis Fazit. Und die sollte schnellstmöglich eintreten, startet die heiße Phase der Saison doch bereits kommende Woche. Und dann hilft auch Carlos entspanntes Gemüt nicht mehr…

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