Youngster im tz-Interview

Höjbjergs Talente: Fußball - und Frauen einschätzen

+
Pierre-Emile Höjbjerg bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Nürnberg.

München - Es war das Wochenende von Pierre-Emile Hojbjerg: Gegen Nürnberg feierte der Däne sein Debüt bei der Elf von Jupp Heynckes. Mit 17 ist er der jüngste Bayern-Profi aller Zeiten. Wir trafen Hojbjerg zum Interview.

Gegen Nürnberg debütierte er als jüngster Bayern-Spieler aller Zeiten (17 Jahre und 251 Tage). Teil 2 des tz-Interviews mit Pierre-Emile Höjbjerg (gesprochen: Heujber - Teil 1 hier):

Pierre, Sie sind mit 16 Jahren alleine nach München gekommen. War das schwierig?

Höjbjerg: Ja, das war hart, das war richtig schwer. Ich hatte keine Familie, keine Freunde hier. Und ich sprach kein Wort Deutsch.

Eigentlich sollten Sie B-Jugend spielen…

Höjbjerg: Ja, in der U17. Aber ich bin dann ganz schnell zur U19 gekommen. Dann war ich eine Woche bei der U19, bin dann direkt hoch zur U23 und vier Monate später war ich bei den Profis. Das ging so schnell.

Ihre Karriere war beinahe schon vorbei.

Höjbjerg: Ja, ich war zweimal schon ganz weit unten. Beim ersten Mal, weil mich mein Trainer in Dänemark im Sturm gesehen hat, obwohl ich Mittelfeldspieler bin. Das war komisch, aber da habe ich den Spaß am Fußball verloren. Ich wollte aber nicht sagen: Entweder auf dieser Position oder gar nicht. Ich war unglücklich, wollte nicht mehr spielen, bin dick geworden. Das war schlimm.

Dann haben Sie den Verein gewechselt.

Höjbjerg: Ja, ich bin dann zu Bröndby gegangen. Das hat alles verändert. Aber seltsamerweise bin ich da nach einer Weile in ein Loch gefallen. Nichts wollte mehr klappen. Da habe ich mich zusammengerissen und für mich selbst entschieden: Jetzt muss ich es beweisen! Ich habe hart gearbeitet und bin aus dem Loch wieder herausgekommen. Seitdem bin ich mental stärker als je zuvor.

Wer hat sich hier um Sie gekümmert?

Höjbjerg: Vor allem Michael Tarnat. Er machte mir das Angebot, dass ich bei ihm und seiner Familie wohnen darf. Mittlerweile sind sie fast zu meiner eigenen Familie geworden. Sie haben ein sehr großes Herz. Sonst waren Mehmet Scholl und Wolfgang Dremmler wichtige Ansprechpartner für mich. Sie haben alles für mich gemacht. Denn ich habe schon auch mal Mist gebaut.

Zum Beispiel?

Höjbjerg: Ich habe großes Temperament. Und das muss ich lernen unter Kontrolle zu haben. In der Hinrunde habe ich eine rote Karte bekommen, weil ich mit dem Schiri geschimpft habe. Das darf nicht passieren. Und das haben die mir klargemacht.

Wie wichtig ist diese Begleitung?

Höjbjerg: Total wichtig. Diese Leute wollen nur das Beste für mich und ich will alles zurückgeben. Alles, was ich kann, alles, was möglich ist, will ich zurückgeben.

Haben Sie eigentlich eine Freundin?

Höjbjerg (lacht): Nein, ich habe keine Freundin. Das ist vielleicht auch nicht so schlecht. Denn dann habe ich auch keine Probleme.

Sie werden viele Angebote bekommen. Schwierig zu sehen, wer die Richtige ist...?

Höjbjerg: Das stimmt. Das ist nicht einfach. Da muss man dann in zehn Jahren sehen, ob ich mich richtig entschieden habe. Aber ich glaube sagen zu können: Ich habe zwei große Talente im Leben: Fußball zu spielen und Frauen einzuschätzen. Ich habe da ein gutes Händchen. Das hoffe ich jedenfalls. Mal sehen, ob das stimmt. Wenn ich in zehn Jahren zum dritten Mal verheiratet bin, dann habe ich doch etwas falsch gemacht.

Als Profi gibt es viele Versuchungen.

Höjbjerg: Ja, aber ich weiß, dass die Profiwelt nicht die wirkliche Welt ist. Zum Glück haben wir in der Mannschaft sehr viele, die auf dem Boden geblieben sind. Das ist eine mental total starke Mannschaft, die sind vom Kopf her, vom Typ her so unglaublich stark. Sie haben alle die totale Winner-Mentalität. Und deswegen holen die auch das Triple, auf jeden Fall! Da bin ich mir total sicher.

Aber Bayern hat keinen Messi...

Höjbjerg: Das ist egal, Bayern hat die beste Mannschaft und die stärkste Abwehr. Das reicht auch gegen Messi, ganz sicher. Dieses Mal ist es so weit!

Was erwarten Sie von Pep Guardiola?

Höjbjerg: Mein Kopf ist noch nicht bei ihm, mein Kopf ist bei Jupp Heynckes. Er ist ein Trainer, wie es nur ganz wenige gibt. Guardiola, Mourinho, Heynckes – das ist ein Level. Er ist ein Top-Top-Top-Trainer.

Video: Hojbjerg schießt Bayern-Amateure zum Sieg

Das Video zum Sieg sehen Sie HIER

jj

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Heynckes und Hoeneß: Wie gefährdet ist ihre Freundschaft durch die „Charme-Offensive“?
Heynckes und Hoeneß: Wie gefährdet ist ihre Freundschaft durch die „Charme-Offensive“?
"Pep? Ein bisschen wie die Merkel des Fußballs"
"Pep? Ein bisschen wie die Merkel des Fußballs"
Transfermarkt am Deadline Day: Boateng wechselt auf Leihbasis zu Besiktas Istanbul
Transfermarkt am Deadline Day: Boateng wechselt auf Leihbasis zu Besiktas Istanbul
Bayern-Trainer Flick verkündet auf PK: Ein FCB-Star ist krank, zwei Änderungen in Startelf
Bayern-Trainer Flick verkündet auf PK: Ein FCB-Star ist krank, zwei Änderungen in Startelf

Kommentare