Doping-Vorwürfe gegen Münchner 2010

Lyon-Boss ähnelt in vielem Hoeneß: Pöbelt er nun wieder gegen den FC Bayern?

Jean-Michel Aulas hat sich Olympique Lyon in etwa so sehr verschrieben wie Uli Hoeneß dem FC Bayern. Das müssen vor allem die Gegner der Franzosen spüren. Und manchmal auch die eigenen Spieler.

  • Jean-Michel Aulas ist der uneingeschränkte Boss bei Bayerns Champions-League-Gegner Olympique Lyon.
  • In vielen Dingen ähnelt der Franzose Uli Hoeneß.
  • Doch zuweilen schießt er deutlich über das Ziel hinaus - auch gegen die Münchner.

Lyon - Wenige Minuten nach dem Aus von Olympique Lyon im Champions-League-Halbfinale 2010 gegen den FC Bayern (0:3) wurde der Kopf von Jean-Michel Aulas plötzlich rot. Wie einst beim Münchner Präsidenten Uli Hoeneß. „Ich finde es merkwürdig, dass die Münchner, insbesondere Ivica Olic, in der Lage sind, so viele Kilometer rauf und runter zu spulen, ohne davon müde zu werden. Ich würde ihn gerne mal an einem Tag mit einer Doping-Kontrolle sehen“, schimpfte der Präsident des französischen Klubs, der zwischen 2002 und 2008 sieben Mal in Folge Meister wurde.

Keine sechs Monate später geht „OL“ erneut bei einem Bundesligisten mit 0:3 unter, dieses Mal bei Schalke in der Gruppenphase der Königsklasse. Erneut gibt es Doping-Vorwürfe vom Lyon-Boss: „Ich weiß nicht, welche Vorbereitung sie hatten, aber ihre physische Qualität war beeindruckend. Sie waren uns dermaßen überlegen, dass es schon ein bisschen zu viel war.“

Bayern-Gegner Lyon: Elber lernte Klub-Boss nach Wechsel richtig kennen

Als Giovane Elber 2003 nach der Verpflichtung von Roy Makaay von München nach Lyon floh, bekam er mehrfach Ärger mit Aulas. Der Brasilianer hatte sich über die mangelnde Professionalität der medizinischen Abteilung beschwert. „Wir stecken in dieser schweren sportlichen Lage, weil Giovane an allem Schuld ist. Er hat mit Abstand das höchste Gehalt im Verein und hat uns nichts zurückgegeben“, erklärte Aulas. „Mit Giovane gibt es immer Probleme. Seine Aussagen über unsere medizinische Abteilung sind diffamierend. Es ist eine riesige menschliche Enttäuschung.“

Auch mit Claude Puel landete Aulas einst vor Gericht, weil der Trainer aufgrund des Vorwurfs entlassen worden war, eine Mail seines Vorgesetzten nicht beantwortet zu haben.

Mächtiger Mann bei Olympique Lyon: Klub-Boss Jean-Michel Aulas legt sich nicht nur mit den Gegner an.

Bayern-Gegner Lyon: Aulas platzt nach Saisonabbruch der Kragen

Und als die französische Liga in diesem Jahr bereits Ende April wegen Corona abgebrochen wurde, platzte Aulas der Kragen. Der Grund: Mit dem siebten Platz konnte sich „OL“ zum ersten Mal seit 1997 nicht für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren.

Wie Hoeneß ist Aulas der Patriarch von Lyon. Ohne seine Leidenschaft und Liebe zum Klub hätte Lyon kein modernes Stadion, kein Top-Trainingsgelände und würde nicht so oft international spielen. Die einzige Chance, ab Oktober doch in Europa dabei zu sein: der Gewinn der Champions League*. Es wäre die Krönung für Aulas. (Alexis Menuge) *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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