Das Bayern-Beben

Brazzo gar keine Wunschlösung? FC Bayern wollte offenbar ganz anderen Ex-Star als Sportdirektor

Hansi Flick verlässt den FC Bayern wohl auch wegen der Querelen mit Hasan Salihamidzic. Dabei soll zunächst ein anderer Ex-Star die Wunschlösung als Sportdirektor gewesen sein.

München - Es passt nicht mehr. Die erfolgreiche Ehe zwischen Hansi Flick und dem FC Bayern ist in die Brüche gegangen. Der Trainer gibt seinem Herzensklub den Laufpass, will raus aus seinem Vertrag. Schuld daran ist wohl Hasan Salihamidzic, der immer wieder dazwischengefunkt haben soll. Das angespannte Verhältnis zwischen dem Sport-Vorstand und Flick erreichte scheinbar Ausmaße, die für den Fußball-Lehrer nicht länger auszuhalten waren. Dabei hätte alles ganz anders kommen können.

FC Bayern: Klose sagte als Sportdirektor ab - Brazzo kam als Ersatz

Hasan Salihamidzic wurde im Jahr 2017 Sportdirektor beim FC Bayern, 2020 wurde er sogar zum Sport-Vorstand befördert. Vor vier Jahren trat er die Nachfolge von Matthias Sammer an, der seinen Vertrag gut ein Jahr zuvor aufgelöst hatte. Doch eigentlich hatte man beim Rekordmeister ganz andere Pläne, wie Sportbuzzer-Kolumnist Ronald Reng enthüllt. Der Plan des damaligen Präsidenten Uli Hoeneß sah vor, dass Miroslav Klose statt Salihamidzic den Posten des Sportdirektors bekommt.

„Als mir Hoeneß damals erzählte, sie hätten Miro Klose angefragt, wusste ich, wie verzweifelt sie suchten“, schreibt der Bestseller-Autor, der auch Kloses Biograph ist, in seiner Kolumne. Klose habe sich aber selbst gut einschätzen können, sodass er den Posten ablehnte. „Er hatte viel Fußball-Kompetenz, aber keine Management-Erfahrung. So landeten Hoeneß und Rummenigge beim nächsten Berufsanfänger: Salihamidzic“, erzählt Reng. Die Bosse wollten nach Sammer demnach unbedingt einen Mann mit Stallgeruch als Sportchef installieren. Sowohl der WM-Rekordtorschütze als auch der Bosnier blicken auf eine erfolgreiche Vergangenheit beim FC Bayern als Spieler zurück.

Verlässt Klose wie Flick die Bayern? Streit wegen Salihamidzic-Sohn enthüllt

Flick und Salihamidzic waren des Öfteren wegen der Transferpolitik aneinandergeraten. Mit Klose als Sportdirektor wäre die Arbeitsatmosphäre an der Säbener Straße wohl eine andere gewesen, doch Klose schlug die Trainerlaufbahn ein. Dort sammelte er zwei Jahre lang seine ersten Erfahrungen als U17-Trainer der Bayern, bevor ihn Flick letzten Sommer als Co-Trainer zu den Profis holte. Gemeinsam wurden die beiden 2014 mit Deutschland Weltmeister, Klose als Torjäger und Flick als Co-Trainer.

Klose könnte seinem Chef nun folgen und die Bayern im Sommer ebenfalls verlassen. Sein Vertrag läuft aus, zum aktuellen Zeitpunkt deutete nichts auf eine Verlängerung hin. „Was mich nachdenklich macht, ist, wie hier gerade miteinander kommuniziert wird“, sagte der ehemalige Nationalstürmer zu Bild. „Respekt voreinander zu haben, auch wenn man nicht immer der gleichen Meinung ist, das muss unbedingt sein! Uli und Kalle haben diesen Verein zu einem Weltverein gemacht, weil es ihnen immer um den FC Bayern ging und nicht um persönliche Eitelkeiten“, kritisierte Klose.

Wie Flick soll auch Klose Meinungsverschiedenheiten mit Salihamidzic ausgetragen haben. Unter anderem stritten die beiden Ex-Profis 2019 darüber, welche Mannschaft Klose im Nachwuchsbereich trainieren sollte. Zudem gab es offenbar Ärger, weil Klose Nick Salihamidzic, den Sohn von Brazzo, nur selten in den Kader seiner damaligen Mannschaft, der U17 genommen hatte. Die Bayern-Fans fordern derweil einen alten Weggefährten von Klose als Nachfolger von Salihamidzic. (ck)

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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