Der FCB in einer kritischen Phase

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Sportdirektor Christian Nerlinger (l.) und Mediendirektor Markus Hörwick.

München - Der Sieg des FC Bayern beim SC Freiburg war auch ein Erfolg der Moral.

Wer den Schaden hat… Die Freiburger Fans gaben sich alle Mühe, tief in den Wunden zu bohren. „Nie mehr Deutscher Meister“, hallte es von den Rängen, dazu immer wieder, zu der Melodie von Rivers of Babylon: „Der FCB spielt Champions League – auf PS (Playstation) 3 – die ganze Nacht – von zwölf bis acht.“

Am Ende lachten aber nur die Bayern: Als Franck Ribéry mit seinem Gewaltschuss den ganzen Verein von einer Riesenlast befreite, wurde gejubelt wie sonst nur nach einem Titelgewinn: Die Trinkflaschen flogen durch die Luft, von Louis van Gaal bis Christian Nerlinger sprang die ganze Bayern-Bank auf den Rasen. „Die Erleichterung ist riesengroß. Riesenkompliment an die Mannschaft, sie hat in der zweiten Halbzeit absolut Moral, Charakter- und Willensstärke bewiesen“, schnaufte Nerlinger nach dem 2:1 in Freiburg ganz tief durch: „Nach den Wochen, die hinter uns liegen, hat die Mannschaft bis zum Umfallen gekämpft und diesen Sieg erzwungen.“

Nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit rafften sich die Bayern auf, holten drei ganz wichtige Punkte und sendeten ein Zeichen: Hurra, wir leben noch! „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie intakt ist, dass sie weiß, um was es geht“, freute sich der Sportdirektor. „Das war ein Zeichen für den ganzen Verein. Wir haben schwere Wochen hinter uns.“ Das 2:1 verhinderte die nächsten Krisensitzungen an der Säbener Straße. Bei einem weiteren Tiefschlag in Freiburg wäre die vorzeitige Trennung von van Gaal kaum noch zu vermeiden gewesen, die Champions-League-Quali in weite Ferne gerückt.

So haben die Bayern in der Länderspielpause „zwei Wochen Ruhe“, wie Philipp Lahm analysierte: „Wir wollen und wir müssen in die Champions League. Erst dann sind wir übern Berg. Der ganze Verein ist in einer kritischen Phase. Ich will nicht in die Euro League, kein Mensch will in die Euro League.“ Nachdem kein Titel mehr drin ist, soll in den restlichen sieben Spielen gerettet werden, was zu retten ist.

Schon jetzt zieht Capt’n Lahm die Lehren aus der verkorksten Spielzeit 2010/2011. „Wir haben in dieser Saison gesehen, dass das Wichtigste der Erfolg ist“, betont Lahm. Auch eine klare Ansage an Louis van Gaal und dessen Offensiv-Stil. Manchmal muss es eben Hauruck statt Hackentrick sein. Lahm deutlich: „So funktioniert der FC Bayern, da müssen wir uns anpassen.“ Wobei: Vom schönen Van-Gaal-Fußball war am Samstag nicht mehr viel übrig. „Freiburg war in der ersten Halbzeit klar besser“, gab der Trainer zu. „Ich denke, dass wir noch ein mentales Problem gehabt haben.“ Der Inter-Schock steckte den Bayern in den Knochen – doch sie zeigten Moral. „Dieser Sieg war lebenswichtig“, erklärte Nerlinger. „Nach der Länderspielpause kommt eine Reihe von Spielen, die wir sehr positiv angehen werden. Ich bin überzeugt, dass wir den zweiten oder dritten Platz erreichen werden.“

Und auch über Louis van Gaals Gesicht huschte ein Lächeln, als der Mannschaftsbus das Badenova-Stadion verließ. „Ich denke, dass es für den FC Bayern ein sehr wichtiger Sieg war nach dieser Woche“, erklärte der Mann, der „mindestens Platz drei“ erreichen will: „Dann kann mein Nachfolger das weitermachen.“ Wobei er auf „das“ nicht genauer einging. Doch darüber kann er mit dem Neuen ja noch persönlich sprechen – am 17. April gastiert Bayer Leverkusen mit Jupp Heynckes in München…

ta

Quelle: tz

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