Allrounder und Antreiber

Kovac adelt Kimmich: „Fähigkeiten, die haben nicht viele auf der Welt“

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Auch im Topspiel bei RB Leipzig konnte sich FCB-Trainer Niko Kovac auf Dauerbrenner Joshua Kimmich verlassen.

Joshua Kimmich fühlt sich auf der Außenbahn und auch in der Schaltzentrale Mittelfeld wohl. Nach dem Topspiel in Leipzig philosophiert FC-Bayern-Trainer Niko Kovac über dessen Fähigkeiten.

Update vom 14. September: Joshua Kimmich gehörte beim 1:1 in Leipzig wieder zu den Topakteuren des FC Bayern München (hier geht‘s zu den Noten). Dabei durfte der deutsche Nationalspieler beim deutschen Serienmeister erneut auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld ran. 

Gleiches widerfuhr der 24-Jährige zuvor bereits in den Länderspielen gegen die Niederlande und Nordirland. Das wäre an sich nichts Besonderes, wenn bei dem Münchner Allrounder nicht immer die Frage im Raum stehen würde, auf welcher Position er am besten aufgehoben wäre? Kimmich, gelernter Außenverteidiger, bevorzugt Berichten zufolge mittlerweile gar selbst die zentrale Position. 

Joshua Kimmich: Kovac erteilt Allrounder besonderes Lob

Doch der bisherige Verlauf der noch jungen Saison zeigt auch, dass FCB-Trainer Niko Kovac sich gar nicht entscheiden muss: Wo der Kroate seinen vielseitigen Antreiber auch aufstellt, er zeigt eine überzeugende Leistung. Dazu nahm Kovac auch nach Abpfiff der Partie bei RBL Stellung und sagte: "Der Josh spielt überall gut. Der Junge hat Fähigkeiten, die haben nicht viele - und ich rede nicht nur in der Bundesliga, sondern weltweit.“ Ganz klar, der Münchner Coach adelt seinen Zögling und sieht Kimmich längst in der Weltspitze angekommen. 

So ist damit zu rechnen, dass Joshua Kimmich im Bedarfsfall auch künftig beim FC Bayern ab und an im defensiven Mittelfeld ran darf. Denn obwohl der Klub von der Isar in diesem Mannschaftsteil eigentlich besser aufgestellt ist als auf der defensiven Außenbahn, so scheint er die Nase vor etablierten Größen wie Javi Martinez zu haben. „Wir sind froh, dass wir ihn auf mehreren Positionen einsetzen können, sagte Kovac weiter.

Joshua Kimmich soll beim FC Bayern auch auf dem Platz mehr Verantwortung übernehmen. Das forderten zuletzt auch Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic. 

Joshua Kimmich: Niko Kovac mit besonderem Lob und klarem Plan

Update vom 29. August: Wo soll Joshua Kimmich denn nun in Zukunft spielen? Auf der Sechs, wie auf Schalke, oder doch wieder auf seiner angestammten Position des Rechtsverteidigers? Darüber hat sich Niko Kovac auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 geäußert. 

„Er hat ein gutes Spiel auf der Sechs gemacht. Er selbst ist sehr anspruchsvoll. Wir denken beide, dass er es noch besser kann“, so der 47-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Mainz-Spiel. Allerdings schätzt er den Nationalspieler vor allem für seine Offensivqualitäten auf der Außenbahn: „Auf der rechten Seite hat er offensiv unglaubliches Potenzial. Er war dort in den letzten beiden Jahren der beste Scorer. Wenn man ihn dort wegnimmt, verliert man den besten Scorer“, sagte Kovac. 

„Deswegen muss man ein gutes Mittel finden. Er wird diese Position nicht endgültig verlassen, dafür ist er zu gut. Er ist für mich einer der weltbesten Außenverteidiger. Wir können froh sein, ihn zu haben. Er bringt verdammt viel mit.“ Durchaus möglich also, dass Kimmich nach der Rückkehr der zentralen Mittelfeldspieler Thiago und Leon Goretzka wieder in die Abwehrreihe beordert wird. Wird Jerome Boateng selbige endgültig verlassen? Ein Wechsel steht weiter im Raum. Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich dagegen zur Personalie Leroy Sané.

FC Bayern: Kimmich auf der Sechs „aus der Not geboren“

München - Es wäre übertrieben zu behaupten, Joshua Kimmich sehnt Anfang September, die Länderspiele herbei. Sicher, er freut sich, aber das liegt wohl nicht so sehr an der deutschen Nationalmannschaft oder gar daran, dass er sich beim FC Bayern unwohl fühlen würde. Es hängt in erster Linie an der Position.

Niko Kovac und Joshua Kimmich.

Gegen die Niederlande und Nordirland in der EM-Qualifikation darf Kimmich auf jeden Fall auf seiner Lieblingsposition spielen, im defensiven Mittelfeld. In der Bundesliga-Partie am Samstag gegen den FSV Mainz 05 ist das nicht gewiss, genau genommen sogar unwahrscheinlich – sofern Thiago wieder fit ist.

Im Duell mit Schalke 04 am vergangenen Wochenende hatte Kimmich ein sehr ordentliches Spiel in der Zentrale abgeliefert. Er überzeugte vor allem bei ruhenden Bällen in der Veltins Arena. Aber den Taktik-Kniff sollte man nicht überbewerten, schon gar nicht Kimmich selbst – denn seine Versetzung von der rechten Abwehrseite in die Mitte war allein der Verletzung Thiagos geschuldet, „aus der Not geboren“, wie Niko Kovac anschließend erklärte. So ähnlich wie im vergangenen November, als sich Kimmich ebenfalls als Zentrumsspieler empfohlen hatte in Abwesenheit von Thiago.

FC Bayern: Kimmich könnte für mehr Stabilität sorgen 

Der Bayern-Trainer präferiert eben den spielstarken Spanier auf der defensiven Mittelfeldposition, ungeachtet der Lücken, die entstehen, wenn sich Thiago mal wieder zu weit nach vorne bewegt, wie beim Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC Berlin gut zu sehen war.

Womöglich würde Kimmich für mehr Stabilität in der Mitte sorgen, aber dagegen spricht, dass die Optionen im Mittelfeld größer sind als in der Außenverteidigung – trotz der variablen Zugänge für die Abwehr, Benjamin Pavard und Lucas Hernandez. Kovac weiß, dass es kein Risiko ist, den deutschen Nationalspieler in die Zentrale zu beordern. „Er kann es, er kann so vieles“, gibt der Coach zu.

FC Bayern: Matthäus hebt Kimmichs Stärken hervor

Einige behaupten, dass es Kimmich aber eben noch besser im Mittelfeld als auf der rechten Außenverteidiger-Position kann. Für Alexander Zorniger, der ihn als Trainer von RB Leipzig einst von Stuttgart zu den Sachsen geholt hatte, gibt es keinen Zweifel. Kimmich sei „ein Sechser, ganz klar“, denn er müsse am Spiel beteiligt sein, „den Ball haben. Sonst ist er wie im Käfig gefangen“, sagte der Coach bei 11Freunde.

Kimmich könne schon gegen den Ball spielen, „aber aus einer Teamtaktik heraus, ihn schnell herzugeben – das passt nicht zu ihm“. Ähnlich sah es Lothar Matthäus bereits vor drei Jahren, als er die Stärken Kimmichs analysierte: „Er fordert die Bälle, verteilt sie und treibt das Spiel an“ – das klappt eben in der Mitte viel besser als auf links.

FC Bayern: Robben über Kimmichs Qualitäten

Auch ein ehemaliger Teamkollege von Kimmich lobt die Fähigkeiten des 24-Jährigen. „Josh ist ein sehr intelligenter Junge. Er hat große fußballerische Qualitäten“, sagte Arjen Robben am Sonntagabend bei Sky90. Der Niederländer zog einen Vergleich mit einem ehemaligen Kapitän des FC Bayern: „Man hat das auch immer wieder bei Philipp Lahm gesehen. Ich habe es geliebt, mit Philipp zusammenzuspielen.

Philipp konnte man im Mittelfeld hinstellen, auch wenn er da ein, zwei Jahre nicht gespielt hat.“ Lahm war fast 30, als ihn ein Profitrainer (Pep Guardiola) in die Zentrale versetzte. Kimmich dürfte bereits mit Anfang 20 zeigen, dass er ein Spiel lenken kann. Bisher allerdings nur als Notnagel. 

Zuletzt hatte Kimmich mit einem kuriosen Wettrennen gegen seinen Mannschaftskollegen Serge Gnabry für Aufsehen gesorgt.

Elisabeth Schlammerl

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