Einst teuerster Klub-Einkauf

Javi Martinez: Flick macht ihm Abschiedsgeschenk - er zahlt das Vertrauen prompt zurück

Bayerns Javi Martinez (2.v.l) jubelt über sein Tor zum 2:1. Es war wohl sein Abschiedstor.
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Bayerns Javi Martinez (2.v.l) jubelt über sein Tor zum 2:1. Es war wohl sein Abschiedstor.

FC Bayern: Javi Martinez steht unmittelbar vor dem Abschied beim FC Bayern. Nun verabschiedete er sich wohl als zweifacher Supercup-Held.

  • Seit 2012 spielt Javi Martinez für den FC Bayern - diese Zeit neigt sich dem Ende zu.
  • Es zieht den Spanier wohl zurück zu seinem Ex-Klub Athletic Bilbao.
  • Beim Supercup gegen den FC Sevilla entschied er spät die spannende Partie.

Update vom 24. September: Javi Martinez und der Supercup - das passt scheinbar einfach. Im Jahr 2013 hatte der FC Bayern nach dem verlorenen „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea 2012 die Chance auf Revanche im Supercup. Javi Martinez erzielte damals in Minute 120.+1 den 2:2-Ausgleich und die Bayern siegten im Elfmeterschießen.

Beim Supercup gegen Sevilla wurde der Baske, der den Verein nach etwas mehr als acht erfolgreichen Jahren zum Abschied beim Stand von 1:1 eingewechselt - im ersten Moment eine tolle Geste von Hansi Flick. Für den absoluten Gänsehaut-Moment sorgte Martinez jedoch in der 104. Minute, als er per Kopf zur Stelle war und abermals seine Mannschaft in einem Supercup-Finale vor einer Niederlage bewahrte. Am Ende hieß es 2:1 für die Bayern und Martinez war der gefeierte Held - was ein Abschied! Auch die mitgereisten Bayern-Fans bejubelten ihren Publikumsliebling mi „Javi Martinez“-Sprechchören. Die Noten der Bayern-Stars zum Supercup finden Sie hier.

Javi Martinez (FC Bayern): Flick sorgt wohl für Abschiedsgeschenk für den Spanier

Update vom 23. September, 12.17 Uhr: Da standen die Ziechen am Dienstag aber noch anders. Javi Martinez fehlte beim obligatorischen Oktoberfest-Shooting des FC Bayern, weshalb die Gemengelage klar schien und man von einem zeitnahen Abschied des Spaniers ausging.

Doch Martinez steht nun durchaus überraschend im Kader des FC Bayern für den UEFA-Supercup gegen den FC Sevilla am Donnerstagabend. Also doch nix mit einem fixen Wechsel? Vermutlich ist es aber doch nur ein Abschiedsgeschenk des Rekordmeisters an die Spanier, der seit 2012 in München unter Vertrag steht.

Javi Martinez (FC Bayern): Kein Abschiedsgeschenk - Transfer schon heute fix?

München - Irgendwo ist sie noch gespeichert, aber inzwischen muss Javi Martinez in seinem Bilder-Ordner ganz schön weit zurück scrollen, wenn er auf seinem Smartphone nach dieser Aufnahme sucht. Sie ist gut geworden, davon kann man ausgehen, wenn man die Szene nach dem Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals Anfang August beobachtet hat.

Der Spanier hatte lange auf dem Rasen der Allianz Arena posiert, den Blick ins leere Rund gerichtet, Lucas Hernandez lichtete ihn aus allen Richtungen ab. Zumindest von seiner Seite also war alles bereitet für einen Abschied aus München, sogar das Motiv zum Servus sagen. Nur in der Chefetage war man bis Dienstagabend noch nicht ganz so weit.

Martinez vor Abschied vom FC Bayern: Kein Lederhosen-Shooting - aber Training

Vollzugsmeldungen über einen Wechsel zurück zu Athletic Bilbao wurden in Spanien schon in der vergangenen Woche verbreitet. Aus München war zu hören, dass es bisher lediglich eine grundsätzliche Anfrage für einen Kauf gegeben haben soll. Dann aber ging es wohl doch schnell. Nach Informationen der Bild soll der Transfer nun perfekt sein. Am Montag fehlte Martinez beim Lederhosen-Shooting, am Dienstag aber trainierte er.

Die Reise, die die Mannschaft an diesem Mittwoch zum Supercup nach Budapest antritt, wird er womöglich nicht mehr mitmachen. Dabei hätte sich zum Abschluss nach acht Jahren im roten Trikot mit einem Titel gegen den FC Sevilla in diesem Prestige-Wettbewerb ein schöner Kreis schließen können.

Martinez vor Abschied vom FC Bayern: Schon 2013 gegen den FC Chelsea Supercup-Held

Denn 2013, als die Bayern das letzte Mal im Supercup-Finale standen - und zum ersten Mal gewannen -, war Martinez der umjubelte Held. Die Partie in Prag, eine der ersten mit Pep Guardiola an der Seitenlinie, kann man getrost als „echtes Martinez-Spiel“ bezeichnen. Sie steht zum Abschied gewissermaßen sinnbildlich. Es ist ja in den acht Jahren unter fünf Trainern nicht nur ein Mal vorgekommen, dass der Mann, der am Ende seiner Kräfte wirkte, plötzlich noch mal aufdrehte.

Zum Spiel gegen den FC Chelsea, damals Europa-League-Sieger, war der Weltmeister mit Leistenproblemen angereist, Guardiola hatte ihm offiziell einen Einsatz über „fünf bis zehn Minuten zugetraut“. Am Ende blieb er nach seiner Einwechslung inklusive Verlängerung mehr als eine Stunde auf dem Platz. Und rettete sein Team in letzter Sekunde ins Elfmeterschießen.

Martinez vor Abschied vom FC Bayern: In acht Jahren an 22 Toren beteiligt

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftauchen, das kann Martinez ja gut. Und als in der lauen Prager Sommernacht die 121. Minute lief, stellte er das mal wieder unter Beweis. Schmerzen hatte er die ganze Zeit, das sah man ihm an, aber er gab nicht auf. Die Flanke von David Alaba kam gut, der Ball flog Martinez vor die Füße, er schob ihn ins Netz. Die Wende in der Schlussminute setzte in diesem intensiven, absolut sehenswertem Spiel die nötigen Kräfte fürs Elfmeterschießen frei. Martinez trat nicht an, er hatte schon genug geleistet. Endstand: 5:4.

„Unglaublich und unvergesslich“ nannte Martinez seinen Last-Minute-Treffer später: „Schließlich schieße ich ja nicht so viele Tore.“ Genau 13 waren es bisher für Bayern, dazu kommen neun Vorlagen. Aber Jupp Heynckes hat diesen Mann ja auch einst nicht nach München gelotst, um das Offensivspiel zu beleben. Martinez gab lange Jahre den perfekten Abräumer, setzte Maßstäbe auf der Sechs, als Kämpfer und Beißer. Die Aussage von Karl-Heinz Rummenigge („wird schwieriger für ihn“) überraschte auch ihn zuletzt nicht. Joshua Kimmich und Leon Goretzka stehen nun für einen anderen Stil im defensiven Mittelfeld.

Martinez vor Abschied vom FC Bayern: Flick zieht dem Weltmeister Jugendspieler vor

16 Mal kam er in der vergangenen Liga-Saison zum Einsatz, beim Auftakt zur neuen Spielzeit beobachtet er von der Bank aus, wie Hansi Flick Jugendspieler einwechselte. Auch die Spiele auf dem Weg zum Champions-League-Titel verfolgte er als Statist. Diese Rolle will und muss Martinez sich nicht mehr antun. Bilbao ruft, die alte Heimat. Da ist es zu verkraften, dass es mit einem neuen Abschiedsbild - samt Supercup - vielleicht nicht klappt. (Hanna Raif)

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