Interviews nach der historischen Pleite

Bayern geht gegen Hoffenheim unter: Müdigkeit? Von wegen! Müller erklärt das Debakel

Der FC Bayern ist entzaubert. Nach einer unfassbaren Siegesserie verlor der Rekordmeister bei der TSG Hoffenheim. Die Stimmen zum Spiel.

  • Der FC Bayern war am Sonntag in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim zu Gast.
  • Die Bayern blamierten sich mit 1:4 gegen Hoffenheim.
  • Woran lag's? Hier gibt es die Interviews nach dem Spiel.

Sinsheim - Nach vier Titeln bekam der FC Bayern am 2. Spieltag der Bundesliga die Grenzen aufgezeigt. Der Rekordmeister verlor verdient mit 1:4 bei einer wie entfesselt aufspielenden TSG 1899 Hoffenheim, die auch zum Auftakt der Europa League gegen Roter Stern Belgrad glänzen will.

Die Bayern gerieten mit 0:2 in Rückstand, Benjamin Pavard leitete das zweite Gegentor mit einem Riesen-Schnitzer ein. Joshua Kimmich gelang vor der Pause der Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit versuchte die Flick-Elf noch einmal alles, doch Hoffenheim machte in Person von Andrej Kramaric alles klar.

Hier gibt es die Stimmen zum Bayern-Spiel:

Alexander Rosen (Direktor Profifußball TSG Hoffenheim) über ...

... den Sieg gegen die Bayern: „Ein überragender Nachmittag. Es war eine Stimmung wie bei 30.000 Zuschauern. Wir müssen aber auch die Strapazen des Gegners sehen. Wir haben eine herausragende Leistung gebracht. Am Ende sind es nur vier Tore gewesen. Aber: Man muss sagen, dass sie vor drei Tagen ein Spiel hatten. Wir haben diese Belastung den Gegner sofort spüren lassen.“

... seinen Trainer Sebastian Hoeneß: „Ein Fachmann, legt viel Wert aufs Team. Er arbeitet sehr akribisch. Man muss merken, dass wir gewinnen wollen.“

... seine Abendgestaltung nach dem Sieg: „Ein kleines Schlückchen muss es sein heute.“

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim) über ...

... seine Taktik: „Ich glaube, das muss man einfach so sehen. Es ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Mit den ersten Chancen hatten wir einen Brustlöser. Wir haben es geschafft, über die gesamte Spielzeit gefährlich zu bleiben und die Box zu verteidigen. Es ist richtig gut gelaufen für uns.“

... sein Team: „Die Qualitäten der Mannschaft sind klar. Dass sie Fußball spielen kann, insbesondere nach Umschaltsituationen, um dann zu Torchancen zu kommen. Die Mannschaft hat heute gezeigt, was sie kann.“

... die Bedeutung der Tabellenführung: „Gar nichts. Mir wäre es vielleicht lieber gewesen, wir wären Zweiter. Weil es jetzt über die Woche ein Thema ist, und für uns ist es kein Thema. Man muss einordnen: Die Bayern hatten ein Spiel über 120 Minuten. Wir müssen sachlich und analytisch klar bleiben.“

... den Erfolg: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Frankfurt den Erfolg zu veredeln. Wir müssen das Ergebnis richtig einordnen. Wir müssen cool bleiben und weiter hart arbeiten.“

... die Joker: „Natürlich ist man das als Trainer sehr glücklich.“

... die Belohnung: „Wir freuen uns total. Wir müssen das genießen und auskosten, das habe ich von Hermann Gerland gelernt. Morgen können wir noch happy sein, danach müssen wir den Fokus auf Frankfurt richten.“

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München) über ...

... die Niederlage: „Es war klar, dass es irgendwann so weit ist. Riesen-Kompliment an Hoffenheim und auch an Sebastian Hoeneß. Sie waren sehr gut eingestellt. Ich schiebe es bei uns nicht alles auf Müdigkeit. Sie haben unsere Räume zugemacht, sodass wir unser Kombinationsspiel nicht aufziehen konnten. Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Chancen herauszuspielen, mit der Dynamik und Entschlossenheit, wie wir es normalerweise können. Glückwunsch an Hoffenheim. Man hat immer einen Gegner und der war heute sehr gut.“

... die Gründe: „Es gab mehrere Gründe. Ich glaube, wir sind gut reingekommen. Ich kann meiner Mannschaft, was Einsatz und Wille betrifft, nichts vorwerfen. Die Mentalität war auch heute gut. Wir haben dem Gegner viel ermöglicht, in der Offensive waren wir nicht so durchschlagkräftig. Wir müssen es abhaken, wir werden die Dinge mitnehmen, die uns besser machen.“

... die besten Bayern-Spieler: „Joshua Kimmich oder Thomas Müller sind heute immer wieder angelaufen, sie haben es versucht, noch zu drehen. Das war top, sie waren mit die Spieler, die herausgestochen sind.“

... die Nicht-Nominierung von Nübel und Cuisance: „Bisher hatten wir wenig Training, es war eine kurze Vorbereitung. Wir sind mit Alex sehr zufrieden, aber heute haben wir uns für Sven entschieden. Statt Mika habe ich mich für Jamal Musiala entschieden, weil er auf Außen sehr gut war zuletzt.“

... die Gefahr, dass es bis zum 5. Oktober in Sachen Neuzugängen knapp werden könnte: „Darüber mache ich mir keine Gedanken.“

... die Bedeutung des Spiels gegen Dortmund: „Wir gehen immer in das Spiel rein, um es zu gewinnen. Heute hat es leider nicht geklappt. Dementsprechend wollen wir gegen Dortmund gewinnen, unabhängig davon, ob es ein Finale ist. Wir haben immer noch das Vertrauen in unsere Stärke.

Thomas Müller (FC Bayern München) über ...

... das harte Programm mit den vielen Spielen: „Der Akku ist natürlich nicht zufrieden, aber ich denke nicht, dass das heute an körperlichen Geschichten lag. Ich denke, dass wir genug Kraft hatten. Wir haben ja auch ein paar frische Kräfte gebracht, die Diskussion brauchen wir nicht anstoßen. Natürlich muss man sagen, die Hoffenheimer haben die Zweikämpfe spritzig und agil geführt, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir die Zweikämpfe oder Bälle unsauber gespielt haben oder dass jemand die Ohren hat hängen lassen oder dass jemandem der Schweiß schon nach 20 Minuten auf der Stirn stand. Das hatte aus meiner Sicht andere Gründe. Summa summarum haben wir verdient verloren. Wir bleiben dran. Wir haben alles gegeben. Man hat gesehen, dass wir beißen wollten, auch wenn es am Ende etwas chaotisch wurde, aber das ist auch okay. Ob wir 2:1, 3:1 oder 4:1 verlieren, ist am Ende egal.“

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München) über...

... eine möglicherweise zu hohe Belastung: „Das würde ich nicht sagen. Wir suchen keine Ausreden, das erwartet uns in diesem Jahr. Man hat es schon öfter gemerkt in der Vergangenheit, dass alle paar Tage ein Spiel ist und wir als Mannschaft wissen, was uns erwartet. Dementsprechend können wir nicht so viel darüber sprechen, dass wir nach dem Spiel kaputt sind, sondern wir müssen das annehmen.“

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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