Ehrliche Worte vom FCB-Coach

Flick-Überraschung! Bayern-Trainer mit XXL-Lobeshymne - „Ich bin schon ewige Zeiten Fan“

Hansi Flick hatte mit Sicherheit schon mehr Spaß am Spiel seiner Bayern. An einer anderen Mannschaft kann sich Europas Trainer des Jahres derzeit erfreuen.

München - Im Profisport gehört es längst zum guten Ton, den Gegner starkzureden. Und gerade nach eigenen Siegen noch ein paar warme Worte für den unterlegenen Kontrahenten zu servieren. Das lässt sich im Grunde schon als Gentlemens Agreement beschreiben.

Oft wird in der Bundesliga vor Duellen mit Gegnern aus dem Tabellenkeller gewarnt: Die sind deutlich besser als es ihr Platz aussagt, eigentlich müssten sie viel weiter oben stehen, die Tabelle ist trügerisch. Vor diesen Floskeln sind gerade die Trainer des FC Bayern nicht gefeit, nehmen sie doch in der Liga immer und überall die Favoritenrolle ein.

Bayern-Trainer Flick mit Lobeshymne: Fast 90 Sekunden lange Eloge über den SC Freiburg

Auch Hansi Flick ist nach mehr als einem Jahr als Chefcoach in dieser Art Understatement - also dem Starkregen des Gegners - geübt. Wie sich der gebürtige Badener jedoch am Sonntag nach dem mühsamen 2:1-Arbeitssieg seiner geschlauchten Roten über den niedergerungenen SC Freiburg ausließ, war schon bemerkenswert.

Fast 90 Sekunden lang schwärmte Europas Trainer des Jahres, angesprochen auf eine längere Unterhaltung mit seinem Freiburger Gegenüber Christian Streich nach Schlusspfiff, von der Arbeit der Breisgauer. Die auch in dieser Saison wieder eine ordentliche Rolle spielen in einer Liga, in der immer mehr Klubs auf Investoren zurückgreifen können und auch in der Corona-Krise finanziell nicht auf dem Trockenen landen.

Nach 16 Spieltagen schwimmen die Breisgauer mit 23 Punkten auf Platz neun im gesicherten Mittelfeld mit - auch dank des Vereinsrekords von fünf Dreiern am Stück vor der Reise zum Rekordmeister.

Bayern-Trainer Flick mit Lobeshymne: „Bin schon ewige Zeiten Fan von Freiburg“

„Ich finde, der komplette Verein tut der Bundesliga gut. Ich bin schon ewige Zeiten Fan von Freiburg, einfach auch die Art und Weise“, begann Flick zum Ende seiner Pressekonferenz im Anschluss an die Partie seine Lobeshymne: „Ich habe ja auch in meinen früheren Jobs immer mal wieder Kontakte gehabt nach Freiburg und (sie) auch mal besucht. Da muss man einfach auch mal sagen: Wie sie Fußball leben, wie sie gemeinsam Fußball leben, das ist schon herausragend.“

Besonders hob er den dienstältesten Trainer der Bundesliga hervor, der beim Sportclub tief verwurzelt ist. „Ich weiß nicht, ob das einzigartig ist in der Bundesliga. Aber auf jeden Fall hat Christian Streich eine sehr gute Idee, wie er Fußball auf dem Platz sehen möchte“, fuhr Flick fort: „Er hat Spieler, die er immer an ihre Grenzen bringt und sie immer weiterentwickelt. Die Art und Weise, wie sie gerade im Offensivspiel mit sehr viel Leidenschaft (agieren).“

Zwei auf einer Wellenlänge: Bayern-Trainer Hansi Flick (r.) herzt seinen Freiburger Kollegen Christian Streich.

FC Bayern: Trainer Flick mit Lobeshymne - Besondere Begeisterung für Freiburgs Günter

Während der Bayern-Coach in seiner Mannschaft nur ungern über einzelne Spieler spricht, sprang er in diesem Fall über seinen Schatten: „Wenn ich Christian Günter sehe, der die linke Außenbahn rauf- und runtermarschiert und immer wieder defensiv Zweikämpfe gewinnt, aber sich auch offensiv einschaltet, die Flanke oder den letzten Pass spielt. Das finde ich schon toll.“

Aber Freiburg ist natürlich nicht nur Streich und Günter. Was auch Flick weiß, der seine Eloge so beendete: „Es ist eine herausragende Arbeit, die dort geleistet wird. Deswegen ist es einfach schön, das so zu sehen. Und ich freue mich immer, wenn ich Christian sehe oder alle Beteiligten, weil es einfach auch ein sehr, sehr sympathischer Verein ist.“

Natürlich dürften ihm diese Sätze angesichts der eingesackten drei Punkte deutlich leichter über die Lippen gekommen sein als im Falle eines weiteren Rückschlags vier Tage nach dem Pokal-Aus in Kiel. Und dennoch fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass Flick auch dann viele lobende Worte für die Freiburger gefunden hätte. Weil sie zweifellos von Herzen kamen. (mg)

Rubriklistenbild: © Christof Stache/afp

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