Stars sollen hinter seinem Rücken Kopf schütteln

Angeblich Zoff in Bayern-Kabine - Hat Ancelotti noch alles im Griff?

Die atmosphärischen Störungen beim FC Bayern sind unübersehbar. Ein Bericht über Streit in der Kabine passt ins derzeitige Bild, die Spieler zeigen öffentliche Unmutsbekundungen. Entgleitet Coach Ancelotti sein Team?

Er kam als ein Trainer, der sich weniger über seine besondere Spielphilosophie oder spezielle Taktikformationen definiert, sondern der besonders gut als Kommunikator auftritt. Einer, der mit den großen Fußballmannschaften Europas umzugehen weiß, der beispielsweise auch das Starensemble Real Madrid mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo zu maximalem Erfolg führen konnte. Doch gerade diese Fähigkeiten scheinen Carlo Ancelotti als Trainer des FC Bayern München - zumindest derzeit - abhanden gekommen zu sein. Der kicker berichtet von „Rissen im Team“, es rumore beim Rekordmeister, in der Kabine gebe es Streit über diverse Themen. Entgleitet dem „Menschenfänger“ Ancelotti seine Mannschaft?

FC Bayern: Gute Stimmung sieht anders aus

Obwohl sein Team das Auftaktspiel in der Champions-League-Gruppenphase gegen den RSC Anderlecht souverän mit 3:0 gewann, redeten nach der Partie alle mehr über den Wutausbruch von Franck Ribéry oder die Kritik Arjen Robbens am Auftreten der Mannschaft. Zu glanzlos waren die Darbietungen auf dem Platz, zu auffällig die verbalen und nonverbalen Misstöne zwischen einigen Spielern oder in Richtung der Trainerbank.

Video: Nagelsmanns kurioser Unterhosen-Vergleich Richtung Ancelotti

Besonders hervor in der Kategorie Rumpelstilzchen tat sich Ribéry, der seine Auswechslung eine knappe Viertelstunde vor Spielende mit dem Wurf seines Trikots in Richtung der Ersatzbank quittierte. Zwar spielten sowohl Ancelotti als auch der Franzose die Aktion im Nachgang herunter. Am Tag nach dem Auftritt in der Königsklasse hatte man sich am Rande eines Sponsorentermins anlässlich des Oktoberfestes zwar schon wieder einigermaßen lieb. Dennoch zeigte der Wutausbruch, dass in Sachen Stimmung nicht alles so rosig ist, wie es zum Beispiel Neuzugang Niklas Süle darstellte (“Gerade in der Kabine und auf dem Platz haben wir eine sehr gute Stimmung“).

Bilder: Das traditionelle Lederhosen-Shooting des FC Bayern

Ribéry, Müller, Robben - Ancelotti verliert Zugriff auf seine wichtigsten Spieler

Der divenhafte Ausraster muss Ancelotti zu denken geben. Der Coach droht die Vereinsikonen zu verlieren. Ribéry ist dienstältester Bayern-Profi und - trotz oder gerade wegen seiner mitunter auftretenden Unbeherrschtheit - Fanliebling. In den bislang 21 Pflichtspielen des FC Bayern im Jahr 2017 ließ der Italiener seinen französischen Außenstürmer nur vier Mal durchspielen, Ribéry braucht aber das Vertrauen seines Trainers, um Leistung abzuliefern - ein Kräftemessen könnte für Ancelotti schnell zum Problem werden.

Thomas Müller, Vereinsikone und letzter „echter“ Bayer im Team, spielt unter Ancelotti keine prägende Rolle, als ob der 58-Jährige einfach nichts anzufangen wüsste mit dem unkonventionellen Offensivspieler. Der 28-Jährige schwieg sich zwar zu seiner Reservistenrolle gegen Anderlecht aus (“Aktuell haben wir schon genug Unruhe“), doch auch sein Verhältnis zu Ancelotti gilt nicht gerade als herzlich.

Und dann wäre da noch Arjen Robben. Der ehrgeizige Niederländer, so schreibt der kicker, sei „seit Wochen unzufrieden, was das Spielniveau in Training und Spiel angeht“. Nach dem Glanzlos-Sieg gegen Anderlecht legte der 33-Jährige den Finger in die Wunde. Gegen die Belgier hätten Leidenschaft und Geilheit auf Tore gefehlt, man habe ohne Tempo und Rhythmus gespielt: "Wir müssen kritisch mit uns selbst sein und uns hinterfragen - alle." Dazu zählt für Robben auch, keine verbalen Dribblings hinzulegen wie Robert Lewandowski Anfang dieser Woche, als der Pole die Einkaufspolitik des Rekordmeisters kritisiert hatte. Auch gegen Anderlecht zeigten einige Szenen auf dem Platz, dass das Verhältnis zwischen Robben und Lewandowski im günstigsten Fall als „professionell“ zu bezeichnen ist.

Video: Riberys Trikot-Eklat - Neuer kennt Grund

Ancelotti twittert negative Kritik weg

Außerdem, so schreibt der kicker, komme es bei einigen Profis gar nicht gut an, dass Ancelotti immer auf seine angeblichen Lieblingsspieler Thiago, James Rodriguez und Javi Martinez setze. „Einige schütteln angesichts dieser Entscheidungen hinter dem Rücken des Trainers mit dem Kopf, öffentlich sagen wollen sie das nicht“, behauptet das Fußballmagazin, ohne irgendwelche Quellen zu nennen. 

Und wie reagiert eigentlich Ancelotti auf die Vorgänge und die wenig ansprechenden Leistungen zuletzt gegen Hoffenheim und Anderlecht? Mit einem Gute-Laune-Post bei Twitter.

Fraglich, ob ein solcher Umgang mit Kritik am Ende reichen wird, die Ziele des FC Bayern zu verwirklichen. Schon eher erfolgsversprechend ist da der Ansatz von Robben. Der Linksfuß, dem auch öfter Egoismus vorgeworfen wird, appellierte an den Zusammenhalt - und das gleich drei Mal.

Oder hat Carlo Ancelotti etwa schon einen Plan B und eine Ausstiegsklausel im Vertrag, falls es zu einer vorzeitigen Trennung kommt?

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Video: Glomex

Rubriklistenbild: © mis

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