Nerlinger: "Arjen muss sich nicht ändern …"

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"Arjen ist kein Stinkstiefel", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger über Arjen Robben.

München - Eiszeit beim FC Bayern. Auf dem Platz, weil die Stars bei minus sechs Grad am Montag beim Training ganz schön bibbern mussten. Und daneben? Auch in der Kabine wird über Arjen Robben diskutiert.

 Klar, der Mann ist ein Ausnahmekünstler. Aber eben auch ein Heißsporn, der sich selbst mit den eigenen Kollegen anlegt – und dabei auch noch handgreiflich wird. Nach dem Sieg in Bremen übrigens nicht zum ersten Mal. Am 7. November 2009 tickte der Holländer auf dem Spielfeld aus, rammte beim Heimspiel gegen Schalke Lukas Schmitz um und hatte Glück, dass er nur Gelb sah.

Am 18. Januar 2010 knallte es im Training: Nach einer Grätsche von Philipp Lahm legte Robben wie gegen Müller Hand an, schubste den Außenverteidiger zu Boden.

Arjen Robben: Ein Superstar als Stinkstiefel?

„Das Thema ist vom Tisch“, widerspricht da Christian Nerlinger sofort. Nach einem „Vier-Augen-Gespräch unter Männern“ sei am Sonntag zwischen Robben und Thomas Müller alles geklärt gewesen, erklärt der Sportdirektor der tz: „Arjen ist ein absolut positiver Faktor für unsere Mannschaft. Das Team hat das intern geregelt.“ Deswegen sei auch keine Geldstrafe nötig: „Das Team löst das als Gruppe, wir haben da eine gute Eigendynamik und Selbstverantwortung drin.“

Schon am Samstagabend war Robben mit dem Großteil der Mannschaft beim von Neu-Kapitän Philipp Lahm und dessen Stellvertreter Bastian Schweinsteiger veranstalteten Teamabend im Edel-Restaurant Hearts. „Philipp und Bastian machen das in dieser exponierten Position erst kurze Zeit, aber sie machen einen ausgezeichneten Job“, lobt Nerlinger die Führungsqualitäten des Duos. Offiziell sind die Streithähne Robben und Müller also versöhnt. Aber was bleibt nach dem Zoff hängen?

Keine Frage: Robben wird für seine Qualitäten von den Kollegen geschätzt – sein Eigensinn soll aber intern schon öfter thematisiert worden sein. Muss der Super-Dribbler sein Spiel umstellen? „Arjen ist über jegliche Diskussion erhaben. Es ist doch bekannt, was er für uns geleistet hat. Arjen muss sein Spiel nicht umstellen oder ändern“, verteidigt Nerlinger den Ausnahmekönner. „Als Weltklasse-Spieler kann er für uns Spiele entscheiden, für Highlights sorgen.“ Natürlich gäbe es „immer wieder Situationen, wo Mitspieler lieber den Ball hätten“, so Nerlinger: „Aber Arjen darf und muss es weiter selbst probieren.“

Speziell nach Mark van Bommels Abgang soll Robben noch mehr Verantwortung übernehmen – Aktionen wie der Wischer in Bremen sind dafür alles andere als förderlich. Die Aufgabe von Louis van Gaal und den Kapitänen: Robben schnell klarmachen, dass Konflikte nur innerhalb der Kabine ausgetragen werden. „Die Sache muss schnell aus der Welt geschafft werden“, sagt Lothar Matthäus, 1999 selbst in die Watsch’n-Affäre mit Kollege Bixente Lizarazu verwickelt, der tz. „Ansonsten hat man immer die Gefahr, dass etwas hängen bleibt. Dann brodelt es, dann ist die Atmosphäre belastet.“ Gerade weil van Gaal so sehr auf die Strömungen und Stimmung im Team achtet, wurden in der Winterpause van Bommel, Braafheid und Demichelis abgegeben. Mit dem Resultat, dass in Bremen nur vier Feldspieler auf der Bank zu Verfügung standen.

„Wir können doch nur drei auswechseln“, scherzt Nerlinger. „Ich denke, dass die Kadergröße nun sehr gut ist. Van Gaal geht es um den Mensch, deswegen konnten die Spieler mit wenig oder ohne Perspektive gehen“, meint der Sportdirektor. „Das ist nun sein Wunschkader.“ Aber ist es auch die optimale Kadergröße? „Das“, sagt Nerlinger, „werden wir erst am Saisonende sehen“.

Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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