tz-Kommentar zur Winterpause

FC Bayern und seine Leiharbeiter: Salihamidzic holt das Maximum vom Transfermarkt

Der FC Bayern München hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Dabei hat Hasan Salihamidzic das Bestmögliche bekommen. Ein Kommentar.

  • Der FC Bayern München hat sich in der Winterpause mit zwei Spielern verstärkt.
  • Alvaro Odriozola und Nicolas Kühn wechseln auf Leihbasis zum Rekordmeister.
  • Zwei gute Transfers? Ein Kommentar.

München - Die Bayern haben es wieder getan: Nach Ivan Perisic und Philippe Coutinho im Sommer hat man sich nun Alvaro Odriozola und Nicolas Kühn geangelt. Schon wieder zwei Leihen - aber gute Deals? Eine Analyse.

Fakt 1: Im Winter bekommt man selten das, was man sich wünscht. Die einen mögen das auf Weihnachten und Wetter beziehen, die anderen eben auf den Transfermarkt. Welcher Klub trennt sich schon freiwillig von einem Spieler, der eine andere Mannschaft direkt verstärken würde? Beim FC Bayern müsste dieser Spieler dann schon eine hohe Qualität haben, um eine echte Hilfe zu sein - was wiederum die Wahrscheinlichkeit verringert, dass ihn sein aktueller Klub ziehen lässt.

Deshalb steht der FC Bayern im Winter vor einem Rätsel - so geht es übrigens auch dem FC Barcelona, der sich kurzfristig nach einem Ersatz für den verletzten Luis Suarez umsehen muss.

FC Bayern München holt Alvaro Odriozola und Nicolas Kühn

Fakt 2: Der Bayern-Kader* ist zu klein. Hansi Flick* monierte fehlende Alternativen öffentlich, letztlich wurde seinen Forderungen nachgegeben. Es braucht also mehr Optionen, vor allem, weil man in der Restsaison nicht vor weiteren Ausfällen gefeit ist. Nur weil sich in dieser Spielzeit schon viele Spieler verletzt haben, heißt das nicht, dass dieses Potenzial nun automatisch ausgeschöpft ist. Das wäre zwar so etwas wie „gerecht“ - aber bitte, wir reden hier von Fußball. Der ist selten gerecht.

Fakt 3: Der FCB hat sich nun zwei Spieler geholt und auf diese dünne Personaldecke reagiert. Das ist gut, denn Odriozola hat eine gewisse Klasse. Er durfte sie bei Real nur selten unter Beweis stellen. Und, angesichts Fakt 1: Einen Spieler von Real Madrid, der vor kurzem noch 30 Millionen Euro gekostet hat, musst du im Winter erstmal bekommen. Daher war es von Vorteil, dass er bei den Königlichen nicht zum Zug kam, wie Salihamidzic auf der Vorstellungs-PK von Odriozola zugab. Kühn wird erstmal die zweite Mannschaft verstärken - möglicherweise wird Leon Dajaku dann fest hochgezogen und es gibt somit eine weitere Alternative?

Flick hat nun mehr Spielraum, kann in der Viererkette in den kommenden Wochen etwas versuchen. Lucas Hernandez wird noch brauchen, Niklas Süle sowieso. Odriozola kann eine Baustelle schließen, vor allem in der Bundesliga. Ob er aber in einem Alles-oder-Nichts-Spiel in der Champions League liefert? Schwer zu sagen.

FC Bayern München: Zwei Transfers in der Winterpause - Alvaro Odriozola und Nicolas Kühn kommen

Fakt 4: Dass Odriozola und Kühn mutmaßlich keine Kaufoptionen in ihren Verträgen stehen haben, hat wohl einen einfachen Grund: Die Bayern werden sie im Sommer nicht mehr brauchen, weil sie dann schlichtweg eine andere, eine fest verpflichtete Lösung haben. Nur so kann man diese fehlenden Klauseln deuten. Bayern spart im Winter für den Sommer.

Ist dem so, dann hat Sportdirektor Hasan Salihamidzic wohl schon ein Ass im Ärmel, das er nicht ausspielen will und auch nicht ausspielen muss. Es ist nicht seine Aufgabe, sich an Spekulationen zu beteiligen - sondern den Kader zu planen. Mit Alvaro Odriozola und Nicolas Kühn ist ihm damit ein erster wichtiger Schritt gelungen. Der Spanier ist ein Puzzlestück, das schnell gefunden werden musste und mutmaßlich auf Anhieb passt. Dass der 24-Jährige der neue Massimo Oddo wird, ist aber gleichzeitig nicht auszuschließen.

Dennoch: Salihamidzic hat getan, was er konnte und die gewünschte Verpflichtung geliefert. Bei aller Kritik, die ihm ob seines Auftretens entgegenschlägt, zum Beispiel von Lothar Matthäus - Brazzo hat das Bestmögliche aus der Winterpause rausgeholt. 

Einen Gedanken verleihen wir aber noch an Sie: Vielleicht hat auch Karl-Heinz Rummenigge kurz zum Telefon gegriffen, weil der Sportdirektor bislang gescheitert ist und plötzlich die Zeit drängte. Dem Bayern-Boss wird eine enge Freundschaft mit Real-Präsident Florentino Perez nachgesagt...

Währenddessen gibt es heiße Gerüchte um einen Leipzig-Star: Holt der FC Bayern etwa Dayot Upamecano? Im Sommer 2021 laufen die Verträge von acht FCB-Profis aus - die Personalentscheidungen sind für den Klub weitreichend.

Der FC Bayern München scheint doch noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen zu wollen. Bedienen sich die Münchner beim FC Barcelona? Es soll ein Angebot geben. 

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akl

Rubriklistenbild: © MIS / Bernd Feil/M.i.S.

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