Starstürmer im Interview, Teil II

Lewandowski: „Weißbier? Oh, das ist nicht gesund“

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München - Im zweiten Teil unseres Interviews spricht Robert Lewandowski über Ernährungsfragen, die Torflaute von Thomas Müller und Pierre-Emerick Aubameyang.

Was haben Sie denn gestern Abend gegessen?

Lewandowski: Genug (lacht).

Stimmt es eigentlich, dass Sie Ihr Essen in verkehrter Reihenfolge einnehmen? Also Nachspeise – Hauptgericht – Vorspeise.

Lewandowski: Nein, und es ist gut, dass Sie das fragen. Weil das öffentlich nämlich oft falsch dargestellt wird. Es geht nur um die Nachspeise, die ich vor der Vorspeise esse. Also: Nachspeise – Vorspeise – Hauptspeise. Ich esse doch nicht die Suppe am Ende. Das würde niemand machen, der sich mit gesunder Ernährung auskennt.

Sie essen aber das Tiramisu vor der Suppe?

Lewandowski: Tiramisu? Ich mag kein Tiramisu (lacht).

Warum aber die Nachspeise zuerst?

Lewandowski: Weil die Nachspeise, das Süße, schneller verdaut werden kann. Die Suppe auch. Aber Eiweiß braucht am längsten, das braucht Zeit. Wenn ich Süßigkeiten am Ende esse und das mit dem Eiweiß in meinem Magen gemischt wird, dann wird es nicht so gut verarbeitet.

Wie ist es denn, wenn Sie mit der Mannschaft unterwegs sind? Bekommen Sie dann als Einziger die Nachspeise vor dem Essen?

Lewandowski: Ja. Die anderen kennen das natürlich inzwischen von mir. Aber ich esse auch nicht jeden Tag ein Dessert. Ich habe da gar nicht so oft Lust drauf. Höchstens ein, zwei Mal die Woche. Nur früher war das ein bisschen anders.

Gibt es Kollegen in Ihrem Team, die sagen: Ich mache das jetzt auch so?

Lewandowski: Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der auch mit dem Nachtisch anfängt. Also glaube ich eher nicht.

Früher war Bixente Lizarazu in München, auch er hatte einen vorbildlichen Körper, allerdings ein Laster: Er hat jeden Tag ein Weißbier getrunken.

Lewandowski: Ein was?

Ein Weißbier.

Lewandowski: Oh, das ist nicht gesund.

„Früher hatte ich wirklich ein Problem mit Süßigkeiten“

Stimmt. Aber gibt es für Sie auch Versuchungen?

Lewandowski: Früher hatte ich wirklich ein Problem mit Süßigkeiten. Ich habe jeden Tag welche gegessen. Aber jetzt habe ich keinen Appetit mehr drauf. Früher war das so ein Automatismus: Wenn du viel Schokolade isst, gewöhnt sich dein Körper daran, er verlangt danach, er sagt: „Hey – wo ist meine Schokolade? Ich brauche sie, ich habe jeden Tag welche!“ Wenn du deinen Körper aber entwöhnst, verlangt er danach auch nicht mehr. Mit Getränken ist das genauso. Mit allem.

Sie haben Ihren Körper jetzt also unter Kontrolle.

Lewandowski: Theoretisch, ja. Ich versuche es zumindest (grinst).

Ihre Frau Anna ist schwanger. Wie schwierig ist es da, die Linie zu halten?

Lewandowski: Warum?

Es heißt, der Mann nimmt mit der Frau zu.

Lewandowski: (lacht) Nein, nein, da müssen sich die Leute bei uns keine Sorgen machen. Meine Frau hat auch nicht diese speziellen Appetitschübe wie andere Schwangere. Ich muss mich da kein bisschen umstellen.

Im zoomin.tv-Video: So schön ist Anna Lewandowska

Ihre Frau macht mit Ihnen auch für gewöhnlich Sport, Sie haben zuhause einen eigenen Fitnessraum. Wie läuft das jetzt?

Lewandowski: Das ist zurzeit natürlich dosierter. Aber sie ist schon immer noch aktiv, arbeitet an einer DVD und einem Buch mit Übungen für Schwangere.

Wie finden Sie, dass Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang sagte, er würde nie zu Bayern wechseln? Sie haben mit ihm beim BVB eine Saison lang gut harmoniert – er spielte damals auf der rechten Seite.

Lewandowski: Ja, das stimmt, das hat gut geklappt. Aber dass er nicht zu Bayern möchte, ist seine Entscheidung. Das beschäftigt mich überhaupt nicht.

„Deinen Instinkt kannst du nicht verlieren“

Viel näher steht Ihnen Thomas Müller. Wie sehr leiden Sie mit, wenn er Ladehemmung hat?

Lewandowski: Das ist immer ein Problem, wenn du in einer Saison 20 Tore schießt. Wir haben ja schon über die Erwartung an Stürmer gesprochen – und die ist bei Thomas jetzt natürlich enorm, größer als vor zwei Jahren. Jeder erwartet nun, dass er mindestens 20 Tore schießt. Aber man muss trotzdem mit ihm zufrieden sein, gerade er sollte nicht nur an Toren gemessen werden. Thomas hilft der Mannschaft auch ohne Tore sehr. Er kämpft immer, und wenn einer kämpft, kommen die Tore wieder, ganz sicher.

Hat er seinen Instinkt verloren?

Lewandowski: Deinen Instinkt kannst du nicht verlieren. Geht nicht. Es ist nur eine Phase, in der er kein Glück hat. Die ist bald beendet. Der Instinkt kommt.

Sie rieten ihm im Herbst, als er 999 Minuten ohne Tor war, ruhig zu bleiben. Das ist bei langen Flauten aber sicher nicht so einfach: Ruhig bleiben.

Lewandowski: Ist es nicht. Aber du musst geduldig sein und an dich glauben. Das macht Klasse aus.

Wie lang ging denn Ihre längste Torflaute mal?

Lewandowski: Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Und ich hake sowas immer sehr schnell ab. Es ist für einen Stürmer wichtig, nicht zu lang nachzudenken. Das funktioniert nie gut. Als Stürmer musst du immer denken: Jetzt kommt das nächste Spiel – und ich schieße ein Tor.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

Sport1-Video: Fußballstars im Liebesglück

Interview: Hanna Raifund Andreas Werner

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