Franzose verließ den FCB im Sommer

Rummenigge war überrascht von Ribery-Wechsel: „Jeder dachte, er...“

+
Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge.

Franck Ribéry verzückt mit seinen Leistungen ganz Italien. Hätte der FC Bayern seinen Vertrag doch nicht auslaufen lassen sollen? Der Franzose hat dazu eine klare Meinung. 

Update vom 10. Oktober 2019, 20.00 Uhr: Nach zwölf Jahren beim FC Bayern München war im vergangenen Sommer die Zeit des großen Abschieds gekommen. Franck Ribery der sich mit seiner unnachahmlichen Art in die Herzen von Fans und Vereinsverantwortlichen gespielt hatte verabschiedete sich aus der bayerischen Landeshauptstadt und zog gen Süden. Florenz ist nun die neue fußballerische Heimat des französischen Ballkünstlers. 

Eine Entwicklung, die Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge so wohl nicht vorhergesehen hatte, wie Sport1 berichtet. „Fiorentina? Wir waren ein wenig überrascht, dass er nach Italien und nach Fiorentina ging, jeder dachte, er würde nach China oder Saudi-Arabien gehen", so Rummenigge. Der 64-Jährige freut sich jedoch auch für seinen ehemaligen Schützling. „Er hat eine Wahl für den Fußball getroffen, ich bin froh, dass er es bei Fiorentina gut macht."

Fast jeder dachte wohl auch, dass sich Uli Hoeneß und Aki Watzke des Öfteren telefonisch zanken. Doch nun verriet Rummenigge, dass der BVB-Chef lieber ihn als Mittelsmann hinzuzieht

Auch an einen andere Abschied erinnert sich Rummenigge - und verrät, bei welcher Trainer-Entlassung er in Tränen ausbrach.

FC Bayern: Franck Ribéry selbstbewusst: „Ich hätte noch für Bayern spielen können“

Florenz - Nach 89 Jahren hatte der Freistaat Bayern in Person von Franck Ribéry wieder einen König. Nun trägt die Hoheit lila. Spielt in Florenz und genießt „La Dolce Vita“.  Nebenbei stürmte der Franzose mit seiner Truppe im Sturm das San Siro. Die gegnerischen Fans verneigten sich vorm bayerischen König, der von so viel Gegenliebe beeindruckt war:  „Die Fans lieben Fußball, das Spektakel. Sie honorieren Leistung, Kampf, Tricks. In San Siro, diesem geschichtsträchtigen Stadion, Beifall von den Fans zu bekommen, war fantastisch. Das macht mich stolz.“

Frank Ribéry: „Ich hätte noch für Bayern spielen können“

Sein Herz schlägt dennoch weiterhin für seine alte Liebe: „Ich bin immer für Bayern. Ich freue mich, wenn es für die Jungs gut läuft. Wenn die Mannschaft dann nach dem Spiel vor der Fankurve steht und all die Lieder mit den Anhängern singt, die ich auch kenne.“

Dabei hatte der FC Bayern zuletzt keine Verwendung mehr für den alternden Superstar. Der Rekordmeister verzichtete auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags. Eine Fehlentscheidung der FCB-Bosse? Schließlich wurde Ribéry jüngst zum Spieler des Monats in Italien gewählt.  „Ich hätte noch für Bayern spielen können. Ich habe das Niveau“, erzählt der Franzose gegenüber der SportBild. Böses Blut wird es jedoch nicht geben: „Aber das Leben ist so, man muss Dinge akzeptieren, eine neue Seite im Buch des Lebens aufschlagen: Mein Abschied in München war perfekt. Also: Alles gut, alles passt.“

Frank Ribéry über einen Sancho-Transfer: „Wo soll er spielen?“

Sportliche trennten sich zwar die Wege, die zwischenmenschliche Verbindung blieb jedoch fortan bestehen:„Uli Hoeneß hat sich zuletzt bei mir gemeldet, das hat mich sehr gefreut. Er war während meiner Zeit in München mein wichtigster Ansprechpartner. Dass er nun einfach anruft, nur um zu wissen, wie es mir geht, wie das neue Leben in Florenz läuft, das hat mich unheimlich gefreut.“

Auf jeden König folgt naturgemäß ein junger aufstrebender Prinz. Aus Sicht von Franck Ribéry wurde mit Serge Gnabry ein solcher gefunden: „Serge ist noch jung, aber er hat Charakter, Persönlichkeit. Er spielt ohne Angst.“ 

Neben dem deutschen Nationalspieler sorgt ein weiterer Youngster in der Bundesliga für Furore. Jadon Sancho hat sich bei Borussia Dortmund zu einem der besten Kicker der Liga entwickelt. Eine Ablösesumme von mehr als 100 Millionen Euro steht im Raum. Dennoch sieht Ribéry keinen Platz für den 19-Jährigen im System des Rekordmeisters: „Sancho ist ein guter Spieler, aber Bayern hat auf dieser Position genug gute Spieler. Wo soll er spielen? Es gibt Müller, Gnabry, Perisic, Coman, Coutinho, Lewandowski. Es gibt große Konkurrenz.“

Franck Ribéry über Renato Sanches: Sein Potenzial ist „unglaublich“

Bisher fehlt der Name Sancho sowieso noch im Kabinett der unzähligen Transferziele des FC Bayern. Der Engländer wird vor allem mit einer Rückkehr auf die Insel in Verbindung gebracht. Dort kickt aktuell noch Leroy Sane, der im Sommer vom Rekordmeister schon heftig umworben wurde. Gleiches gilt für den Leverkusener Kai Havertz. Einer ersten Kontaktaufnahme der Bayern im Sommer wurde jedoch postwendend von Rudi Völler ein Riegel vorgeschoben. Doch wen würde Ribéry verpflichten, wenn er die Wahl hätte?

„Das sind zwei sehr gute, aber komplett unterschiedliche Spieler. Man kann sie nicht miteinander vergleichen.“ Und weiter: „Was ich zu Havertz sagen kann: Er braucht in seinem Alter viele Einsätze, er muss Erfahrung sammeln. Bei Bayern gibt es im Mittelfeld Thiago, Kimmich, Goretzka, Tolisso, Cuisance, vielleicht Coutinho. Es wäre in München schwierig.“

Als lehrreiches Negativ-Beispiel führt der Franzose Renato Sanches an. Dessen Potenzial „unglaublich“ gewesen sei. „Aber er hat einfach keine Minuten bekommen, das hat ihn irgendwann demotiviert. Ich kenne mich aus im Fußball, ich weiß, wie schwer es ist, bei Bayern zu bestehen.“

Schon vor dem CL-Spiel des FC Bayern gegen Piräus kam es zum Eklat: vermumte Fans griffen FCB-Fans an. Es gab offenbar verletzte.

Video: Traumduo „Ribeng“ - so machen Ribéry und Boateng Florenz unsicher

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Ich hacke dir den Kopf ab“ - Bayern-Star Leon Goretzka heftig attackiert
„Ich hacke dir den Kopf ab“ - Bayern-Star Leon Goretzka heftig attackiert
Ausschreitungen bei Bundesliga-Kracher: BVB-Fanschal löst heftigen Zwist aus
Ausschreitungen bei Bundesliga-Kracher: BVB-Fanschal löst heftigen Zwist aus
FC Bayern gegen Piräus: Durchwachsener Auftritt - individuelle Klasse rettet Flick
FC Bayern gegen Piräus: Durchwachsener Auftritt - individuelle Klasse rettet Flick
Wackeliger Flick-Frieden: Neuer Trainer und neue Sorgenkinder - fünf Spieler dürften unzufrieden sein
Wackeliger Flick-Frieden: Neuer Trainer und neue Sorgenkinder - fünf Spieler dürften unzufrieden sein

Kommentare