Nach Pleite gegen Gladbach

FC Bayern in der Krise: Wer hat Schuld am Bundesliga-Debakel? 

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Niko Kovac beim traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern München. 

Nach der Mega-Pleite gegen Gladbach und dem Abrutsch auf Tabellenplatz fünf, sucht der FC Bayern München nun nach Antworten. Wer hat Schuld an dem Debakel? 

München - Niko Kovac ist dieser Tage die ärmste Sau in München. Das hat nicht nur mit der Ergebniskrise seiner Mannschaft zu tun, sondern vor allem mit der Gewissheit, dass in diesem Geschäft namens Fußball und ganz besonders in der bayerischen Landeshauptstadt - ob berechtigt oder nicht - stets der Trainer schuld ist, wenn es mal nicht läuft. Oder wie Uli Hoeneß es formulieren würde: „Den Kopf hinhalten muss…“ 

FC Bayern nach Gladbach-Pleite: Wer hat Schuld an Tabellenplatz fünf?

Dass dem Kroaten die Guillotine vorerst jedoch erspart bleiben wird, hat erst mal ganz lapidare Gründe: Den zweiten Trainer in zwei Jahren zu entlassen, spräche nicht unbedingt für die Führungsqualitäten der Bosse. Fußball ist eben auch Politik. Trainer zu kicken ist im Fußball ohnehin ein weit verbreitetes Phänomen, schließlich ist ein Einziger einfacher als Schuldiger auszumachen als eine gesamte Mannschaft. Dass sich bei der aktuellen Krise an der Säbener Straße jedoch mehr Personen verzockt haben und den Kopf hinhalten müssten, ist offensichtlich. 

Im Sommer waren die Bosse noch um Kaderverkleinerung bemüht, im Herbst steht Kovac ohne Außenverteidiger da. Über das starre Festhalten an der älteren Generation im Team lässt sich ebenso streiten. Kein Wunder also, dass Kovac auf die Frage nach einer ausreichenden Kaderplanung lieber nichts sagen wollte. Und dann wäre da noch die Kabine. Der Fall Ancelotti hat gezeigt, dass es sich bei der Umkleide an der Säbener Straße um keine einfache handelt - und dass die Spieler im Zweifel weitaus mehr zu melden haben als der Trainer. 

Und siehe da: Wie vor einem Jahr ist auch jetzt wieder von maulenden und unzufriedenen Stars die Rede, die mit Maßnahmen des Trainers nicht einverstanden sind. Dass Mats Hummels diese Theorien vor der Presse ins Reich der Fabel verweist, versteht sich von selbst - dass auf dem Feld aber alles andere als eine Mannschaft zu sehen ist, dürfte auch jedem klar sein. Den Trainer von sämtlicher Schuld freizusprechen, lässt die aktuelle Situation natürlich auch nicht zu. 

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Nach Partie gegen Gladbach: Fans stehen zum FC Bayern München

Natürlich kann Kovac etwas dafür, dass seine Mannschaft hinten mehr Löcher aufweist als ein Schweizer Käse, ihr Ballbesitz größtenteils steril ist und vorne das gute alte Flankenschlagen zum Allheilmittel geworden ist. Zumal die Truppe trotz geringen Personals und betagten Stars am Anfang der Saison sehr wohl gezeigt hat, dass es für Gegner wie Hoffenheim, Leverkusen und Schalke durchaus noch reicht. Nur: Dass das jetzt für Berlin und Gladbach nicht mehr genug ist, ist wiederum nicht allein Kovacs Schuld.

Diejenigen, die das nach der Heimpleite am Samstag als Erste erkannten, waren die Fans in der Südkurve. Anstatt ihre Mannschaft wie die Zuschauer auf den Business Seats auszupfeifen, feierten sie wie nach einem gewonnenen Halbfinale in der Champions League. Zusammenhalt demonstrieren, Mia san mia - genau das ist es doch, was der FC Bayern im Moment nötiger hat denn je. Jetzt den Henker zu spielen, kann doch jeder. Sich jedoch an die eigene Nase zu packen, gemeinsam aus der Krise zu schwimmen und erfolgreich zu sein, zeugt von wahrer Stärke - und ist eines Klubs wie dem FC Bayern würdig.

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