Comedian befragt Promis zu Bayerns Transferaktivitäten - Antwort von Robben überrascht

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Wormuth: "Rotation? Nur mit No-Name Spielern"

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Frank Wormuth.

München - Bei der U 20-Nationalmannschaft steht er an der Linie, für die Trainerausbildung des DFB hinter dem Schreibtisch: Frank Wormuth lehrt Fußball! Mit der tz sprach er über das neue Bayern-Prinzip: die Rotation.

Bei der U 20-Nationalmannschaft steht er an der Linie, für die Trainerausbildung des DFB hinter dem Schreibtisch: Frank Wormuth lehrt Fußball! Von Taktik über Motivation und Grundeinstellung gibt er alles weiter an seine Kicker und die künftigen Kollegen. Mit der tz sprach er über das neue Bayern-Prinzip: die Rotation.

Herr Wormuth, in München ist die Rotation von Jupp Heynckes ein großes Thema. Erklären Sie uns bitte, wozu die Rotation überhaupt gut ist.

Wormuth: Zu allererst dient es dazu, den herausgenommenen Spieler zu schonen. Vor allem bei Mannschaften, die ständig im Drei-Tages-Rhythmus spielen ist das sinnvoll. Zum anderen fördert die Rotation auch das Konkurrenzdenken. Die hereingenommenen Spieler bekommen die Chance, dem Trainer zu zeigen, was sie tatsächlich drauf haben und rufen so im Idealfall eine Topleistung ab.

Es geht also auch um die psychische Komponente?

Wormuth: Natürlich. Die Spieler müssen sich jede Woche beweisen. Die, die reinkommen genauso, wie die, die in der Woche zuvor gespielt haben.

Welchen Zweck hat die Rotation außerdem noch?

Wormuth: Es geht auch um Teamgeistförderung. Die hereingenommenen Spieler spüren, dass sie dazugehören, weil sie nicht wochenlang nur auf der Bank sitzen. Denn immer nur hintendran zu stehen, obwohl vielleicht nur eine Nuance fehlt, das ist total frustrierend. Und kann auch für den Teamgeist gefährlich sein, weil diese Spieler unzufrieden werden.

Doch es gibt auch Probleme bei der Rotation.

Wormuth: Klar. Das größte Problem sind im Grunde die Ergebnisse. Denn Rotation funktioniert nur, wenn auch die Ergebnisse stimmen. Ansonsten heißt es: Die Mannschaft kann sich nicht einspielen, weil die Automatismen nicht klappen. Und dann gibt es gleich Kritik am Trainer.

Es ist ja auch schwierig, sich einzuspielen, wenn immer wieder gewechselt wird.

Wormuth: Ja, deswegen ist es auch nur möglich zu rotieren, wenn die Spieler in der Vorbereitung und im Training immer wieder getauscht werden, es also gewohnt sind, in verschiedenen Konstellationen zusammenzuspielen. Und sich so schon über einen langen Zeitraum kennen.

Welche Voraussetzungen müssen noch erfüllt sein?

Wormuth: Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich ein ausgeglichener Kader. Man kann nur dann Spieler draußen lassen, wenn es einen etwa gleichwertigen Ersatz gibt.

Es gibt Experten, die sagen, im Herzstück einer Mannschaft, also der Doppelsechs, oder in der Innenverteidigung ist es nicht sinnvoll zu rotieren. Sehen Sie das auch so?

Wormuth: Nein. Grundsätzlich ist eine Rotation auf jeder Position möglich. Wenn man zum Beispiel vier hochklassige Innenverteidiger hat, wieso sollte man da nicht durchwechseln? Das ist doch kein Problem. Zumindest, wenn die Spieler oft miteinander trainiert haben und sich gut kennen.

In welcher Häufigkeit ist eine Rotation denn sinnvoll?

Wormuth: Das kommt drauf an, wie der Trainer selbst die Rotation definiert. Ist er der Meinung, dass sich zwei Spieler auf einer Position abwechseln sollen? Das wäre ja die grundsätzliche Definition von Rotation. Nämlich, dass sich etwas in gleichen Abständen wiederholt. Aber so etwas ist eigentlich nur in kleineren Vereinen mit sozusagen No-Name-Spielern möglich. Mit Spielern, die extrovertiert sind, die in der Öffentlichkeit stehen, die einen gewissen Marktwert haben, ist das nicht machbar. Denn für eine Rotation braucht man auch die richtigen Spielertypen.

Arjen Robben hat jetzt schon gesagt, dass er kein Freund davon ist.

Wormuth: Das ist für mich aus der Entfernung natürlich schwer einzuschätzen. Jupp Heynckes kann das sicher optimal beurteilen. Aus meiner Sicht wäre es bei Robben aber auch nicht sinnvoll, ihn in jedem zweiten Spiel draußen zu lassen. Das gilt auch für Franck Ribéry. Solche Spieler brauchen Rhythmus, brauchen Spielpraxis, brauchen die Automatismen mit ihren Mitspielern auf ihrer jeweiligen Seite. Dann sind sie für eine Mannschaft enorm wichtig, können Spiele allein entscheiden. Es kann schon sinnvoll sein, einen Arjen Robben, der 20, 30 Sprints pro Spiel macht, und der deswegen immer auch gefährdet für Muskelverletzungen ist, nach sechs harten Spielen mal draußen zu lassen, wenn man es sich erlauben kann. Auch wenn das keine Rotation im ursprünglichen Wortsinne ist. Wie gesagt: Jupp Heynckes weiß, was für das Team am besten ist. Und es ist natürlich wichtig, dass man dann auch einen starken Ersatz hat.

War es deswegen für Bayern so wichtig, auf dieser Position mit Shaqiri einen starken Ersatz zu haben?

Wormuth: Genau. Für genau solche Situationen wurden Spieler wie Shaqiri, Mandzukic oder Pizarro geholt. Zumal die Bayern damit weniger ausrechenbar sind. Denn, wenn der gegnerische Trainer seine Mannschaft auf die Spielweise beispielsweise eines Robben einstellt, und dann spielt da jemand anders, dann ist das für den Gegner verwirrend und gefährlich.

Den Stammspielern diese Pausen zu verkaufen, dürfte nicht so leicht sein.

Wormuth: Das ist die große Kunst eines Trainers. Man muss den Spielern klarmachen, dass die Rotation für die Mannschaft einen großen Vorteil bringt. Auch wenn es dem Spieler kurzfristig vielleicht nicht einleuchtet.

Jupp Heynckes hat gesagt, die Spieler hätten seine Entscheidung zu akzeptieren. Er habe nicht vor, seinen Spielern zu erklären, warum jemand spiele und jemand anders nicht.

Wormuth: Ich halte das für wichtig, und ich bin mir sicher, dass Heynckes das intern gut moderiert. Früher hat man einen Spieler rausgenommen – und fertig. Heute arbeitet man mit Statistiken, Blutwerten, Laufleistungen und so weiter. Und die Kunst ist es, dem Spieler das gut zu erklären. Ihm zu sagen: Es ist jetzt wichtig, deine Akkus wieder aufzuladen! Und dass am Ende die erreichten Titel mit dem Team wichtiger sind als der persönliche Erfolg. Die Spieler müssen sehen: Sie sind in einem der besten Vereine der Welt. Da wollen Tausende andere Spieler hin. Deswegen ist es auch ein Danke-Sagen, sozusagen ein inneres Danke-Sagen. Wenn die Spieler das nicht akzeptieren, birgt das Konfliktpotenzial. Wenn der Spieler dies verinnerlicht, kann es wunderbar funktionieren.

Also ist es auch viel Bauchgefühl, es gibt keine allgemeingültige Rechnung.

Wormuth: Ja, klar. Es muss passen. Einen Spieler in guter Form jetzt rauszunehmen, wäre natürlich für Außenstehende unverständlich. Die Kunst für den Trainer ist es zu spüren, mit wem kann ich rotieren und trotzdem die anstehenden Herausforderungen schaffen, ohne unnötige Konflikte reinzubringen? Aber dazu ist ein Trainer und sein Team da.

Interview: Jan Janssen

Quelle: tz

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