Wo drückt der Schuh?

FC Bayern vor Saisonstart: Thiago ist schon weg! Die Baustellen von Flick vor dem Schalke-Spiel

Hansi Flick verteilt im Training ein Leibchen an David Alaba
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Hansi Flick hat vor dem Saisonstart beim FC Bayern einige Baustellen.

Am Freitag startet der FC Bayern gegen den FC Schalke in die neue Bundesliga-Saison. Wenige Wochen nach dem Triple-Sieg gibt es beim Team von Hansi Flick allerdings einige Baustellen.

München - 24 Tage ist es her, dass Manuel Neuer den Henkelpott in den Nachthimmel von Lissabon streckte. Keine vier Wochen sind also vergangen, seit der FC Bayern mit dem Gewinn der Champions League das zweit Triple der Vereinsgeschichte perfekt machte. Am kommenden Freitag* startet nun aber bereits die neue Bundesliga-Saison, wenn der FC Schalke 04 in der Allianz Arena (20.30 Uhr auf Sky, DAZN und ZDF) zu Gast sein wird - hier die voraussichtliche Aufstellung ohne einen Triple-Helden.

Von Motivationsproblemen wollen weder Hansi Flick noch Leon Goretzka nichts wissen. Auch schwer vorstellbar bei dieser Truppe, die von sich aus einen gewissen Grundehrgeiz mitbringt. Trotz aller Triple-Euphorie und dem damit verbundenen Selbstvertrauen herrscht an der Säbener Straße allerdings nicht Friede, Freude, Eierkuchen.

FC Bayern vor Saisonstart: Alaba, Flügelspieler, Hoeneß - Die Baustellen der Flick-Truppe

Der FC Bayern hat in der arg kurzen Sommerpause seine Baustellen bislang noch nicht schließen können. Egal, ob ausstehende Vertragsverlängerungen oder weitere Neuzugänge - der Kader des Rekordmeisters ist nicht nur nach Ansicht von Trainer Hansi Flick nicht komplett. Wir zeigen den größten Baustellen beim FC Bayern.

  • Baustelle Nummer 1: Tor

Manuel Neuer hat seinen Status als uneingeschränkte Nummer eins durch seine überragende Leistung im Champions-League-Finale gegen PSG (1:0) noch einmal zementiert. Sehr zum Leidwesen von Neuzugang und Ex-U21-Nationalkeeper Alexander Nübel. Der 23-Jährige wird in diesem Jahr vermutlich wenig bis keine Spielpraxis sammeln können, wenn Neuer verletzungsfrei bleibt.

Das könnte durchaus zu internen Spannungen führen, auch wenn der junge Nübel nicht dafür bekannt ist, sich nicht unterordnen zu können. Doch was passiert mit Sven Ulreich? Der langjährige und vor allem auch zuverlässige Vertreter von Neuer kämpft nun nicht um einen Platz zwischen den Pfosten, sondern um seinen Platz auf der Bank. Hoffentlich vergiftet das das Klima zwischen den Torleuten nicht. Vielleicht findet Ulreich aber noch einen neuen Verein, sein Vertrag läuft 2021 aus.

  • Baustelle Nummer 2: Rechtsverteidiger

Als sich Benjamin Pavard kurz vor dem Finalturnier der Champions League verletzte, war der Schock beim FC Bayern groß. Am Ende machte es Joshua Kimmich als Ersatz-Rechtsverteidiger allerdings überragend und bereitete sogar das goldene Tor im Finale durch Kingsley Coman vor. Nichtsdestotrotz will Hansi Flick einen weiteren Rechtsverteidiger.

FC Bayern vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke - Diese Probleme drohen

Auch, weil Kimmich nicht immer hin und her geschoben werden soll und der Terminkalender derart eng gestrickt ist, dass ein klarer Back up für Pavard von Nöten sein wird. Dem Vernehmen nach haben sich die FCB-Bosse auf Sergino Dest von Ajax Amsterdam als Premierlösung festgelegt. In Sachen Ablöse liegen beide Vereine aber offenbar noch weit auseinander. Das Gute ist: Der Transfermarkt ist noch bis zum 5. Oktober geöffnet.

  • Baustelle Nummer 3: David Alaba

Aktuell wohl die größte Baustelle beim FC Bayern! Der öffentliche Streit zwischen der Alaba-Seite und Uli Hoeneß sorgt für Zündstoff an der Säbener Straße. Auch Goretzka gab am Mittwoch zu Verstehen, dass er sich eine baldige Einigung wünsche. Fraglich, ob es zu dieser überhaupt kommen wird - aktuell sieht es eher nach Trennung aus.

Dann aber müsste eine Verein kommen und mindesten 50 Millionen Euro auf den Tisch legen, um Alaba aus seinem bis 2021 laufenden Vertrag rauszukaufen. Das scheint in der aktuellen Zeit unrealistisch. Ablösefrei werden die FCB-Bosse den neuen Abwehrchef nicht gehen lassen wollen. Hoeneß‘ Aussagen im SPORT1-Doppelpass kann man dahingehend interpretieren, dass eine Entscheidung bereits gefallen ist - zum Nachteil des FC Bayern.

David Alaba vor Abschied beim FC Bayern? Interne Ersatz steht parat

Gut möglich, dass das Chaos um die Personalie auch bis in die Kabine trägt und es dort zu Unruhen kommt. Insofern wird man in München mit Hochdruck daran arbeiten, diese Baustelle in den kommenden Wochen zu schließen. Sollte Alaba in diesem Sommer wechseln, hätte man mit Lucas Hernandez einen hochkarätigen Ersatzmann parat. Der Franzose, der noch immer der Rekordtransfer der Münchener ist, hatte aufgrund von Verletzungen zwar ein schwieriges Jahr, könnte aber den linken Part in der Viererkette eins zu eins von Alaba übernehmen.

  • Baustelle Nummer 4: Thiago

Die Ausgangslage bei Thiago ist vergleichbar mit der von Alaba - allerdings ist in dieser Thematik viel weniger Feuer drin, auch weil der Spanier stets mit offenen Karten gespielt hat. Inzwischen ist es sogar nicht mehr ausgeschlossen, dass der 29-Jährige doch beim FC Bayern bleibt. Inzwischen aber bestätigte der FC Bayern, dass man sich mit dem FC Liverpool über einen Wechsel einig ist.

Da Thiago gehen wird, wird sich der FC Bayern im zentralen Mittelfeld durchaus nochmal verstärken wollen. Das kündigte Hansi Flick auf der Spieltags-PK am Donnerstag auch an. Darüberhinaus kündigte er auch an, dass man an der Säbener Straße auf Coretin Tolisso setzen wird.

FC Bayern: Flick fordert Verstärkungen für die Flügel - Tolisso könnte Thiago ersetzen

Der Franzose ist technisch zwar nicht ganz so filigran wie Thiago, lebt aber dafür sehr von seiner Physis und strahlt mehr Torgefahr aus. Der Weltmeister von 2018 wartet beim FC Bayern seit drei Jahren auf seine Durchbruch - vielleicht gelingt er in diesem Jahr?

  • Baustelle Nummer 5: Offensive Flügel

Es ist wohl kein Geheimnis, dass Flick den Kroaten Ivan Perisic gerne behalten hätte. Doch der FC Bayern wurde sich nicht mit Inter Mailand einig, weshalb der 30-Jährige nach seiner Leihe zurückkehrte. Mit Leroy Sané, Kingsley Coman, der nach einem Corna-Kontakt aktuell in Quarantäne ist und Serge Gnabry, der nach einem Marktwert-Update der inzwischen wertvollste Spieler der Münchner ist, hat der Triple-Sieger zwar vier hochkarätige Optionen für die offensive Außenbahn. Hansi Flick aber fordert trotz allem noch Verstärkung. Angeblich soll Callum Hudson-Odoi wieder ins Blickfeld gerückt sein.

FC Bayern und der zu dünne Kader! Es drohen Probleme im Herbst und Winter

Oliver Batista-Meyer, der als mögliche Back-up-Option gehandelt wurde, entschied sich für einen Wechsel auf Leihbasis zum SC Heerenveen. Also sind die Bayern weiterhin auf der Suche nach einen quantitativen Update. Hoeneß kündigte am Sonntag zwar an, dass der FC Bayern nichts mehr machen werde, aber dass könnte auch eine taktische Äußerung gewesen sein.

  • Baustelle Nummer 6: Auslaufende Verträge

Auch die Verträge von Jerome Boateng und Javi Martinez laufen 2021 aus - gut möglich, dass die den Verein kurzfristig doch noch verlassen. Dann müssten die FCB-Bosse definitiv noch einmal handeln, weil der Kader viel zu dünn besetzt ist, um die Anforderungen in den kommenden Monaten zu bewältigen.

Auch wenn der FC Bayern zum Bundesliga-Auftakt noch auf einer Euphoriewelle schwimmt, könnte der Triple-Sieger in den kommenden Monaten Probleme bekommen, wenn die angesprochenen Baustellen nicht geschlossen werden. (smk)

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