Er ist ein Raubtier

Experte erklärt Real-Superstar: Was Ronaldo so gefährlich macht

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Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo lässt gern die Muskeln spielen. Marco Ruiz, Real-Experte bei Spaniens Fachblatt As erklärt warum der Real-Superstar für den FC Bayern gefährlich ist.

Cristiano Ronaldo ist und bleibt im Champions-League-Halbfinale die größte Gefahr für den FC Bayern. Klingt logisch, gerade der Blick auf die Zahlen führt einem das aber nochmal eindrucksvoll vor Augen: Der fünffache Weltfußballer hat in der laufenden CL-Saison bereits 15 Tore erzielt und in den letzten elf Partien in Folge getroffen. Carlo Ancelotti sagte einmal, dass eine Mannschaft mit Ronaldo gleichbedeutend sei mit einem 1:0-Vorsprung in jeder Partie. Er ist ein Raubtier. Er ist mit 447 Toren in 432 Spielen – ein Schnitt von 1,03 Treffern pro Partie – der beste Torschütze in der Geschichte Reals. Und er spielt zurzeit um die finanziellen Eckdaten seines neuen Vertrags in der spanischen Hauptstadt.

Marco Ruiz, Real-Experte bei Spaniens Fachblatt As.

Der Portugiese ist 33 Jahre alt und steht noch bis 2021 unter Vertrag. Der noch offene Prozess mit dem spanischen Fiskus wegen mutmaßlichem Steuerbetrug in Höhe von 14,7 Millionen Euro kann und wird den Weltstar teuer zu stehen kommen: Derzeit sieht es so aus, als ob Ronaldo mit den Behörden einen Deal eingehen würde, der CR7 70 Millionen Euro kosten, gleichzeitig jedoch um eine Haftstrafe herumbringen würde. Darüber hinaus wäre auch noch die kürzliche Vertragsverlängerung Lionel Messis beim FC Barcelona anzumerken, mit der der Argentinier nun 45 Millionen per anno einstreicht. Es liegt auf der Hand, dass sich Ronaldo, der aktuell bei 22 Millionen Euro pro Jahr liegt, Messi auch auf der Gehaltsliste annähern will. Schließlich sind beide fünffache Weltfußballer.

All das war auch in den ausländischen Schlagzeilen zu lesen, ein Detail hingegen dürfte nicht bekannt sein: Ronaldo überlebt in Madrid nur wegen seiner Tore, nicht wegen der Bemühungen von Florentino Pérez.

Es knistert zwischen dem Real-Präsidenten und dem wichtigsten Spieler in der modernen Geschichte des Klubs. Ronaldo wurde nicht von Pérez verpflichtet. Als der 71-Jährige 2009 zu Real zurückkehrte, hatte sein Vorgänger Ramón Calderón den Transfer von Manchester United für 96 Millionen Euro eingetütet. Hätte sich Pérez letztlich doch gegen den Wechsel entschieden, wäre eine bedeutende Strafzahlung fällig gewesen. Pérez dachte sogar daran, diese aufzubringen, da er den Deal zu teuer fand. Gut, dass man ihn letzten Endes überzeugte, sonst wäre die jüngste Geschichte Reals wohl nicht allzu erfolgreich verlaufen.

Ein Kicker wie Karim Benzema, für dessen Verpflichtung Pérez sogar in einen Lyoneser Vorort gereist war, genießt da schon anderen Schutz. Cristiano nicht. Er weiß um diese Geschichte und muss demnach Tore sprechen lassen, wenn es um Vertragsverlängerungen geht. Pérez’ Worte über Neymar taten ihr Übriges. „In Madrid hätte er mehr Chancen auf den Ballon d’Or. Der Klub bietet das, was große Spieler brauchen“, sagte der Real-Präsident just an dem Tag, als Ronaldo seinen letzten Weltfußballertitel in Empfang nahm. All das macht CR7 zur noch größeren Bedrohung für Bayern.

Das Fitness-Geheimnis des Superstars

Für seinen Stahl-Körper hält sich Cristiano Ronaldo an eiserne Regeln. Der Real-Superstar nimmt vor allem Eiweiß und Kohlenhydrate zu sich. Zudem kommen Fisch, gedämpftes Gemüse, Obst, Wasser und frische Fruchtsäfte auf den Tisch. Zusammen mit einem Experten erarbeitete Ronaldo einen speziellen Schlaf-Rhythmus. Er schläft fünf Mal am Tag 90 Minuten - in Embryonalstellung. Weitere Fitness-Geheimnisse: CR7 nutzt zur Regeneration eine Kältekammer in der eigenen Villa (Kosten: rund 50 000 Euro). Täglich pumpt er bis zu vier Stunden im privaten Fitnessraum, hebt insgesamt Gewichte bis zu 23 Tonnen. Zur Entspannung lässt er sich von eigenen Betreuern massieren.

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Von Marco Ruiz, Real-Experte bei Spaniens Fachblatt As.

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