Keine Rückkehr als Trainer

Elber: "Fußball ist ein Schweinegeschäft"

Giovane Elber bei seinem Abschied in der Münchner Allianz-Arena am 08.08.2006.
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Giovane Elber bei seinem Abschied in der Münchner Allianz-Arena am 08.08.2006.

“Ottmar Hitzfeld ist der beste Mensch, mit dem ich im Profifußball zusammengearbeitet habe“, sagte der Brasilianer Giovane Elber bei einer Stippvisite in München.

Mit dem Herzen ist er noch immer ein Bayer und seinem Lieblingstrainer würde er das Titel-Tripel zum Abschied von Herzen gönnen. Neben seinem Ex-Coach Hitzfeld ist der einstige Stürmerstar auch dem FC Bayern weiterhin eng verbunden, mit dem er zwischen 1997 und 2003 seine größten Erfolge feierte. Im brasilianischen Fernsehen verpasst der 35- Jährige, der seit vergangenen Herbst Scout der Bayern in Südamerika ist, keine Bundesliga-Partie des deutschen Rekordmeisters. Vier bis fünf Mal im Jahr ist er in München, wo er zwei Häuser besitzt.

“Wenn der FC Bayern anklopft und fragt, ob ich nicht zurück nach München ziehen will, sofort!“, meinte der erste Ehrenspieler der Münchner Bayern, der mit 133 Treffern zudem erfolgreichster ausländischer Bundesliga-Torjäger ist. “Nur um Gotteswillen nicht als Trainer!“, stellte Elber klar. “Zu lieb und weich“ sei er dafür. “Profifußball ist ein Schweinegeschäft“ und deshalb wolle er auch nicht Spielerberater werden.

Die Aufgabe als Bayern-Scout, seine Stiftung und seine Rinderfarm erfüllten ihn derzeit, sagte Elber. Schon 1994 zu Beginn seiner Zeit beim VfB Stuttgart, wo er mit Fredi Bobic und Krassimir Balakow das “Magische Dreieck“ bildete und 1997 den DFB-Pokal gewann, hat Elber eine Stiftung zugunsten brasilianischer Straßenkinder gegründet. Die Rinderfarm und die Viehfutterfabrik nahe seiner Heimatstadt Londrina legte sich Elber vor Jahren zu - sozusagen als zweites Standbein. Wie sein bester Freund Bobic und WM-Organisatorin Steffi Jones wurde er zum Paten für Jugend-Fußball-Camps hierzulande ernannt.

Nach zehn Jahren in der Bundesliga mit einem Zwischenspiel bei Olympique Lyon (2003 bis 2005) und dem abschließenden Kurz-Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach fühle er sich als Deutscher, sagte Elber. So nerve ihn, dass Südamerikaner ständig zu spät kämen: “Wozu gibt es Handys, man kann doch Bescheid sagen!“ Vier Lederhosen hat er in seinem Kleiderschrank. Wenn der Brasilianer in Deutschland ist, muss er seinen Kindern Camilla (11) und Victor (9) Apfelschorle und Gummibärchen mitbringen. Seine Frau Cintia ordert Weißwürste.

Noch immer ist Elber in Deutschland ein größerer Star als in der Heimat, wo er 2006 nach einer langwierigen Fußgelenkverletzung seine Karriere bei Cruzeiro Belo Horizonte beendete. “Hier in Deutschland wollen schon die Polizisten am Flughafen nicht mal meinen Pass sehen, sondern nur Autogrammkarten“, sagte Elber. In Brasilien dagegen kann der 15-malige Nationalspieler nach eigenen Angaben unbehelligt durch die Straßen gehen.

Vier Mal ist der Bundesliga-Torschützenkönig von 2003 mit dem FC Bayern deutscher Meister geworden, drei Mal holte er mit den Bayern den DFB-Pokal und 2001 die Champions League sowie den Weltpokal. Diese beiden Titel bezeichnet Elber als die “schönsten Momente in seiner Profi-Karriere“. Ob das jetzige Bayern-Team um Franck Ribéry und seinem Nachfolger mit der Nummer 9, Luca Toni, besser sei als die Champions von 2001? “Dafür müssen sie erstmal Titel gewinnen, alles andere zählt nicht“, sagte Elber. Gönnen würde er es seinen Bayern und vor allem Ottmar Hitzfeld schon.

Quelle: DPA

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