Lucio über seine Zukunft in Spanien, Engalnd - oder München...

"Ein Wechsel kann allen was bringen!"

Lucio (l., im Zweikampf mit Löwe Lars Bender) träumt von einem Wechsel nach Spanien.
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Lucio (l., im Zweikampf mit Löwe Lars Bender) träumt von einem Wechsel nach Spanien.

Viel wurde in den letzten Woche über die Zukunft von Bayerns Abwehr-Chef Lucio gesprochen. Jetzt bezieht der Brasilianer im tz-Interview Stellung.

Geht er? Bleibt er? Was will er wirklich? In der tz spricht er nun exklusiv über seine Situation.

Ist die Meisterschaft schon entschieden?

Lucio: Nein. Es sind noch zu viele Spiele. Wir müssen einfach so weitermachen. Aber wie man in Cottbus gesehen hat, geht es ganz schnell. In Nürnberg wartet ein sehr schwieriges Spiel. Zwei Niederlagen und ein Unentschieden und schon ist der Vorsprung wieder weg.

Apropos „weg“. Haben sich schon brasilianische Kollegen aus dem Ausland gemeldet, um Sie wegzulocken?

Lucio: Nein. Nur Freunde aus Brasilien. Sie haben mir zur neuen Mannschaft gratuliert?

Welche neue Mannschaft?

Lucio: Die Nachricht mit dem Wechsel zu Barcelona haben einige falsch verstanden und dachten, ich hätte bereits unterschrieben.

Ihr Berater sowie Uli Hoeneß sagten mir aber, es gäbe im Moment kein konkretes Angebot.

Lucio: Wenn beide das bestätigt haben, dann gibt es mit Sicherheit auch keines. Ich versuche, nicht viel darüber zu sprechen und abzuwarten.

Es gab im Winter Anfragen aus Rom und von Chelsea. Das Angebot aus Rom sei inakzeptabel – und nach England wollen Sie nicht, sagte Ihr Berater Becker.

Lucio: Es ist nicht so, dass ich nicht in England spielen will. Aber Chelsea verpflichtet viele Spieler. Und ich will nicht das Risiko eingehen, auf der Ersatzbank zu landen. Außerdem will ich nicht um jeden Preis wechseln.

Fühlen Sie sich bei Bayern nicht mehr wohl?

Lucio: Doch natürlich. Ich habe seit jeher ein super Verhältnis zu allem und jedem in diesem Verein. Jetzt kann ich auch wieder Meister werden. Alles gut also. Aber ein Angebot aus Madrid oder Barcelona ist für jeden Spieler so ziemlich das Größte.

Wenn einer dieser beiden Klubs anklopft, wollen sie gehen?

Lucio: Wenn es konkret wäre, ja.

Wenn Sie sich Ihren nächsten Verein aussuchen könnten…

Lucio: Es gibt keinen, aber ich kann sagen, dass ich schon gerne nach Spanien gehen würde. Das ist der Traum.

Im Mai werden Sie 30 Jahre alt. Ihr Vertrag bei Bayern läuft bis 2010. Wäre es mit 32 nicht zu spät für einen großen Wechsel?

Lucio: Kann sein, ja. Es hängt viel von meiner körperlichen Verfassung ab.

Glauben Sie wirklich, dass ein Top-Klub für einen 32-Jährigen noch Geld investiert?

Lucio: Wieso nicht?

Haben Sie mit dem Manager darüber gesprochen?

Lucio: Nein, ich habe noch mit keinem Bayern-Verantwortlichen gesprochen. Wenn ein Klub anfragt, dann werde ich das Gespräch natürlich suchen.

Glauben Sie, dass man dann um Sie kämpfen wird?

Lucio: Es ist für einen Bayernspieler nie einfach, diesen Verein zu verlassen. Aber jede Situation hat ihre Lösung. Und wer weiß, vielleicht wäre ein Wechsel ja auch für Bayern lohnenswert. Dann hätten alle was davon. Ich, Bayern und der neue Klub.

Hand auf’s Herz Lucio. Wo sehen Sie denn nun Ihre Zukunft?

Lucio: Schwierig zu sagen. Aber mein Traum ist es, in Spanien zu spielen.

Wie stehen die Chancen der Bayern, Sie zu halten?

Lucio: Im Moment, sieht es eher nach meinem Verbleib aus, weil hier noch kein Angebot eingegangen ist.

Rechnen Sie noch mit einem Angebot in dieser Saison?

Lucio: Dass kann alles schnell gehen. Noch laufen alle Wettbewerbe und die Vereine haben andere Sorgen. Es geht jetzt erst um das Wohl des Vereins. Alles andere würde die Konzentration stören.

Könnte Ihr Olympia-Wunsch den Ausschlag für einen Wechsel geben, da in Spanien die Saison später beginnt.

Lucio: Das hat keinen Vorrang. Olympia ist wichtig, aber nicht alles. Brasilien hat genug Spieler und wer weiß, wer nominiert wird. Davon hängt ein Wechsel nicht ab.

Wenn nicht in diesem, dann könnten Sie doch im nächsten Jahr wechseln. Oder vielleicht doch für immer Bayern?

Lucio: Es ist schon das vierte Jahr hier und ich habe schon so viel mit Bayern gewonnen. Für immer Bayern, das wird schwierig. Aber ausgeschlossen ist es nicht…

Mario Volpe

Quelle: tz

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