In „Blickpunkt Sport“

Breitner: Diesen Fehler haben die Bayern-Bosse bei Ancelotti gemacht

Paul Breitner äußerte sich im „Blickpunkt Sport“ zur Lage beim FC Bayern.
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Paul Breitner äußerte sich im „Blickpunkt Sport“ zur Lage beim FC Bayern.

Nach Ansicht von Ex-Bayern-Profi Paul Breitner haben die Verantwortlichen des FC Bayern im Fall von Carlo Ancelotti einen Fehler gemacht, der vermeidbar gewesen wäre.

München - „Es war für mich eine Frage der Zeit, wie lange das mit Carlo Ancelotti noch geht“, sagte Ex-Bayern-Spieler Paul Breitner in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ am Sonntag und warf den Verantwortlichen des FC Bayern vor, dass sie nicht die richtigen Konsequenzen aus den sportlichen Entwicklungen gezogen hätten.

„Es war offensichtlich, dass die hohen Herren im Verein auch einmal einen Fehler gemacht haben, indem sie mit Ancelotti in eine zweite Saison gegangen sind“, sagte Breitner. Als Hintergrund erzählte der 66-Jährige, dass Uli Hoeneß bereits nach dem Trainingslager in Katar zu Neujahr zu ihm gesagt habe, dass Ancelotti zu wenig trainiere und die Spieler nicht fit seien. Diese Aussage sei für Breitner ein klares Anzeichen gewesen, dass sich der FC Bayern bald von seinem damaligen Trainer trennen werden würde. Viel mehr, nach Ablauf der letzten Saison, denn nach einer „langweiligen“ Vorrunde habe sich unter Ancelotti auch in der Rückrunde „wenig Positives“ getan, so Breitner. Den Bayern-Bossen warf der Ex-Profi also vor, die Zeichen der Zeit nicht früh genug erkannt zu haben und zu lange an Ancelotti festgehalten zu haben. „Es wäre richtig gewesen, für die neue Saison einen neuen Trainer zu finden“, so Breitner.

„Also wenn du da nichts gewinnst...“

Doch auch an Carlo Ancelotti äußerte Breitner klare Kritik. Nicht nur, dass er dem Italiener vorwarf immer „ein stures System zu spielen und die Mannschaft nicht unbedingt fit zu bekommen“, der Ex-Bayern-Spieler holte sogar noch weiter aus: „Wo der schon war: in Mailand, in Paris, bei Chelsea, bei Real, also wenn du da nichts gewinnst“, sagte er und scherzte mit Blick auf das Studio-Publikum: „Da würde auch manch einer von den Herrschaften hier drin als Trainer ein bisschen was gewinnen.“

Allerdings kann Breitner der Entscheidung, weiter auf Ancelotti zu setzen, auch etwas Positives abgewinnen. Denn für die neue, ganze Saison hätten sie „den Jupp nicht gekriegt“ sagte Breitner etwas scherzhaft. Und unter Jupp Heynckes „passt es wieder“, so Breitner, „du kannst wieder ins Stadion gehen und schläfst nicht ein“.

Dennoch beantwortete Breitner die Frage, ob Heynckes auch nach der aktuellen Saison beim FC Bayern auf der Trainerbank sitzen könnte mit einem klaren „Nein“. Die Verantwortlichen des FC Bayern würden wissen, dass Heynckes aufhöre und würden sich sicher schon um diese Thema kümmern. Er könne sich sogar vorstellen, dass die Trainersuche bereits beendet sei, sagte Breitner.

„Da kannst du auch mal 100 Millionen ausgeben“

Auch abseits der Trainerfrage sieht Breitner die Zukunft des FC Bayern weniger stark bedroht, als das teilweise aus den Aussagen von Uli Hoeneß herausgelesen werden kann. „Lassen wir es doch mal laufen“ sagte Breitner im „Blickpunkt Sport“. Für ihn sei das Entscheidende der Generationenwechsel, den man mit Spielern wie Coman und Kimmich bereits vor zwei bis drei Jahren eingeleitet habe, weiter fortführe. Es sei wichtig, dass die Bayern auch in den kommenden Jahren Top-Spieler wie Tolisso oder James zu Spielern wie Niklas Süle oder Sebastian Rudy, hinzu verpflichten: „Dann musst du jedes Jahr einen oder zwei wieder finden, da kannst du auch mal 100 Millionen ausgeben, dann wird sich alles von alleine lösen, dann gibt es keine Probleme“, sagte Breitner.

Im Gegensatz zu Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sieht Breitner die Millionen-Investition in das Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern nicht als Lösung der allgemein gestiegenen Transfersummen und Gehälter. „Ich glaube, da macht er sich was vor“, sagte Breitner in Richtung von Hoeneß und nannte dessen Vorstoß „naiv“. Schließlich habe man Spieler wie Toni Kroos, Philipp Lahm oder Thomas Müller aus der alten Nachwuchsschmiede hochgezogen. Selbst wenn man nun eine Milliarde investieren würde: Man könne gute Spieler nicht „schnitzen“, sagte Breitner. Ob man geeignete Talente hervorbringe, sei vom jeweiligen Jahrgang abhängig und in den vergangenen Jahrgängen hätten diese Top-Talente schlichtweg gefehlt. 

rjs

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