Außerdem hätte Schweini treffen müssen

Beckenbauer: "Es sollte nicht sein!"

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Bastian Schweinsteiger konnte in Hamburg nicht an seine Leistung aus dem Pokalspiel beim VfB anknüpfen.

Hamburg - Manchmal kann es so einfach sein. Herr Beckenbauer, was hat den Bayern im Spiel gegen Hamburg gefehlt?

„Was den Bayern gefehlt hat? Ich glaube, alles.“ Und wenn alles fehlt, dann verliert man halt mit 0:1…

Hamburgs Trainer Martin Jol freute sich – und feixte: „Wir hätten in diesem Spiel fünf oder sechs Tore machen können.“

Bayern-Verteidiger Philipp Lahm: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Da hat der Bastian früh eine hundertprozentige Chance. Wenn er die reinmacht, dann führen wir 1:0 – und dann wird es schwer, uns zu schlagen.“ Aber: Der Bastian machte sie nicht rein. Und Beckenbauer schimpfte: „Das, was die Bayern gegen Stuttgart so gut gemacht haben, das war in der ersten Halbzeit gegen Hamburg nicht da.“

Allerdings: Ausgerechnet für die entscheidende Szene des Spiels gab’s keinen Ärger vom Kaiser. Der Premiere-Experte über das Gegentor: „Das sind Situationen, die können immer passieren. Da würde ich niemandem einen Vorwurf machen – auch Rensing nicht. Er hat hervorragend reagiert.“ Bloß: Geholfen hat die hervorragende Reaktion nicht… Und HSV-Legende Uwe Seeler grinste: „Ich bin unheimlich zufrieden. Die Mannschaft hat gut gespielt und keinen Respekt gezeigt. Die Bayern haben in der ersten Halbzeit keinen Gegendruck erzeugt.“

Kapitän Mark van Bommel analysierte: „Das hat der HSV sehr gut gemacht. Guerrero und Petric haben sich ständig zwischen Mittelfeld und Angriff bewegt – da wissen Micho und Lucio nicht so recht, was sie tun müssen…“

Und der Kaiser wurde langsam dann doch sauer. Allerdings nicht auf seine Mannschaft, sondern auf die Unparteiischen, die einen Treffer Luca Tonis nicht gaben, weil sie auf ein Foul des Stürmers entschieden. Beckenbauer: „Das war ein klares Tor. Es ist nicht Aufgabe des Linienrichters, in so einer Situation die Fahne zu heben. Es ist Aufgabe des Schiedsrichters, so etwas zu sehen. Er hat die bessere Position als der Linienrichter.“

Sogar Seeler ergriff da Partei für den FC Bayern. Er sagte über die Szene, die dem Tor vorausgegangen war: „Ein völlig normaler Zweikampf!“ Auch Klinsi hielt’s für ein klares Tor, meinte aber insgesamt: „Am Schiedsrichter hat’s nicht gelegen.“ Stattdessen an der Mannschaft und ihrem Stotter-Start. Deswegen ist der Trainer „enttäuscht und sauer“.

Hätte eigentlich alles gar nicht so sein müssen. Nämlich wenn Schweini seine Riesen-Chance genützt hätte… Beckenbauer: „Das war die klarste Torchance der Bayern in der ersten Hälfte. Da muss Schweinsteiger bloß den Fuß hinhalten – aber vielleicht wollte er es zu genau machen.“

Oder vielleicht haben die Spieler ihrem Trainer vor dem Spiel nicht so richtig zugehört. Jürgen Klinsmann hatte da nämlich versichert: „Wir haben Dinge angesprochen, was die Stärke des HSV angeht. Die Jungs wissen, dass sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen.“ Ein paar Minuten darauf liefen die Jungs dann raus, um die Dinge erst mal auf die leichte Schulter zu nehmen.

Was bleibt aus Bayern-Sicht? Schicksalsergebenheit. Beckenbauer: „Man hat den Eindruck gehabt: Es sollte nicht sein.“

Der FCB beim HSV: Bilder vom Spiel und die Bayern-Spieler in der Einzelkritik

Endlich Rückrundenstart! Jürgen Klinsmann zeigt sich am Spielfeldrand zuversichtlich. Uli Hoeneß putzt noch einmal sein Visier für freie Sicht. © dpa
HSV-Coach Martin Jol lacht. © Fishing4
Wer gewinnt, ist mindestens über Nacht Tabellenführer. © Fishing4
Das dürfte doch eigentlich Motivation genug sein. © Fishing4
Außerdem wollen beide Teams im Kampf um die Spitze dauerhaft ein Wörtchen mitreden. © Fishing4
Mitunter geht es ruppig zu. © Fishing4
In der Anfangsphase kommen beide Teams zu guten Chancen. Bastian Schweinsteiger (FCB) setzt einen Volleyschuss übers Tor, Piotr Trochowski (HSV) trifft mit einem Fernschuss den Pfosten. © dpa
Der erste große Aufreger: Luca Toni trifft ins Tor und schraubt schon jubelnd an seinem Ohr, doch der Treffer wird nicht gegeben. Er soll Bastian Reinhardt unfair gehalten haben. Sehr fragwürdig. © Fishing4
"Wenn der Schiedsrichter pfeift, ist es Foul", sagt Philipp Lahm nach dem Spiel im ARD-Interview. Grundsätzlich korrekt, aber: Die Fans diskutieren die Schlüsselszene heiß - mit gutem Grund. © dpa
Aggressivleader unter sich: Mark van Bommel im Zweikampf mit David Jarolim © Fishing4
Der Noch-Hamburger und Bald-Bayer Ivica Olic brummt seine Sperre (nach Tätlichkeit im Testspiel gegen Hoffenheim) ab. © dpa
Der FC Bayern nutzt seine Chancen nicht, der HSV schon: Jarolim kommt aus 21 Metern zum Schuss. Den abgefälschten Ball kann Michael Rensing nicht festhalten. Der Ball kommt zu Mladen Petric ... © Fishing4
..., und der Kroate staubt ab. © Fishing4
Der Ball zappelt im Tor. © dpa
Petric jubelt. © dpa
Und Petric wird bejubelt! © dpa
Jürgen Klinsmann hingegen ist zur Pause bedient. © dpa
Kurz nach Wiederanpfiff beinahe das 0:2 gegen die Bayern: Mladen Petric spitzelt den Ball an Rensing vorbei an den Pfosten. Den Nachschuss vergibt Guerrero (Foto). © dpa
Wieder ein Aufreger: Der Kopfball von Miroslav Klose landet auf der Linie - oder dahinter? Schiedsrichter Knut Kircher lässt weiterspielen. Auch die Fernsehbilder geben keine eindeutige Antwort, HSV-Torwart Frank Rost behauptet nach dem Spiel im Interview, er habe klar vor der Linie gerettet. © Fishing4
Im Verlauf der zweiten Halbzeit kommen beide Teams weiter zu Chancen. © dpa
Die größte hat wohl Miroslav Klose in der 66. Minute. Gegen seinen Schuss bekommt HSV-Keeper Frank Rost gerade noch einen Fuß dazwischen und lenkt ihn irgendwie über die Latte. Auch Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger (Foto) erhöhen die Schlagzahl. © dpa
Der FC Bayern kämpft, will mit aller Macht das Spiel drehen. Aber auch der HSV bleibt gefährlich. © dpa
Die letzte Großchance für den FC Bayern hat Luca Toni in der 87. Minute. Aus kurzer Distanz braucht er eigentlich nur noch einzuköpfen - und vergibt. Will er es zu genau machen? © dpa
Der Ball muss ins Tor, nicht der Luca Toni! Der Italiener ist nach seiner vergebenen Chance enttäuscht. Das Spiel endet 0:1. Es wäre mehr drin gewesen. © Fishing4
Franck Ribéry: Nichts zu sehen von der Zaubermaus. Blieb hängen, schoss nicht aufs Tor und ließ Fantasie und Kreativität vermissen. Posaunte unter der Woche, wie viele Vereine doch interesse an ihm haben und dass er Elfer gefälligst so schießt, wie er will. Taten ließ er diesmal nicht folgen. Note 5 © Fishing4
Daumen hoch von HSV-Trainer Martin Jol: Die Hamburger stürmen an die Tabellenspitze. © Fishing4
Die Bayern freut's weniger. In der Folge sehen Sie die Einzelnoten. © dpa
Michael Rensing: Segelte an einem Pfostenschuss vorbei. Beim Gegentor kann man sich streiten. Aber der Ball war abgefälscht, deshalb kann man ihm keinen allzu großen Vorwurf machen. Insgesamt strahlte er aber nicht die Sicherheit aus, die er müsste. Note 4 © dpa
Christian Lell: Licht und Schatten. Nach drei Minuten bediente er mustergültig Schweinsteiger und gab den Pass zum Toni-Tor das abgepfiffen wurde. Oft überfordert sorgte er für Gefahr vor dem Bayern-Tor. Note 4 © dpa
Ab der 66. Minute: Altintop: ohne Bewertung. © dpa
Lucio: Klärte zwei Mal in allerhöchster Not. Seinen bedingungsloser Körpereinsatz brachte ihm eine Kollision mit Demichelis ein, die fast das Aus bedeutet hätte. Aber er biss auf die Zähne, machte weiter. Note: 3 © dpa
Philipp Lahm: Ein Musterbeispiel für effizientes Abwehrverhalten. Perfektes Timing bei jeder Grätsche. Elegant sieht es auch noch aus, wenn der linke Verteidiger einem den Ball abluchst. Überragend dieser Typ. Offensiv kam aber zu wenig. Note 3 © dpa
Mark van Bommel: Ein Kampfnachweis par excellence. Hielt die Mitte oft dicht und verstand sich als perfektes Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Hart aber fair agierte der Kapitän. Eine richtig gute Leistung des Holländers. Note 3 © dpa
Martin Demichelis: Mal glänzend, mal überhastet. Gewann viele Zweikämpfe, musste aber auch das eine oder andere Mal zu unfairen Mitteln greifen. Note 3 © dpa
Zé Roberto: Kam kaum ins Spiel. Die Hamburger deckten ihn aggressiv und schnitten ihm clever die Laufwege ab. Hinzu kamen einige Fehlpässe. Nicht sein bester Tag. Note: 5 © dpa
Ab der 70. Minute: Tim Borowski: ohne Bewertung. © Fishing4
Bastian Schweinsteiger: Vergab in der dritten Minute eine Riesenmöglichkeit, als er per Seitfallzieher knapp übers Tor setzte. Freistöße landeten oft in der Mauer. Half hinten öfter mit aus. Offensiv zu Ideenlos und mit wenig Durchschlagskraft wenn er es auf eigene Faust probierte. Ein Klassenunterschied zur Partie in Stuttgart. Note 5 © dpa
ab der 77. Minute: Donovan, ohne Bewertung © dpa
Miroslav Klose: Ein Fremdkörper in Hamburg. Extrem wenig Torgefahr, kaum gelungene Aktionen. War Phasenweise überhaupt nicht zu sehen. Lief oft einfach nur nebenher. Note 5 © Fishing4
Luca Toni: Bester Mann der Offenive. Rackert was das Zeug hielt. Erzielte ein reguläres Tor. Note 3 © dpa

Quelle: tz

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