Beckenbauer attackiert Hoffenheim

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Franz Beckenbauer

München/Hoffenheim - Pünktlich zum Trainingsstart der ersten Fußball-Bundesligisten hat Franz Beckenbauer eine neue Runde im verbalen Schlagabtausch mit Herbstmeister 1899 Hoffenheim eingeläutet.

“Bei Hoffenheim verfolge ich mit Sorge den beginnenden Größenwahn“, stellte der Präsident des FC Bayern München in der “Bild“-Zeitung (Freitag-Ausgabe) fest. Und ergänzte: “Einige Aussagen aus dem Club stehen im völligen Gegensatz zur Person Dietmar Hopp, der in seiner Bescheidenheit vorbildlich ist“.

Bayern gegen Hoffenheim: So tönten sie vor dem Spiel

"Natürlich sind wir besser als Hoffenheim. Da wird übrigens mehr Geld bezahlt, als sie überall rumerzählen. Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig." (Uli Hoeneß, Manager FC Bayern) © sampics
"Ich weiß nicht, warum Herr Hoeneß es nötig hat, sich über die Gehälter anderer Vereine auszulassen. Er will nur Unruhe stiften." (Dietmar Hopp, Mäzen 1899 Hoffenheim) © dpa
"Ich würde nie im Leben solche Mutmaßungen in die Welt setzen" (Dietmar Hopp, Mäzen 1899 Hoffenheim) © dpa
"Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München fahren. Wenn sie flotten Fußball sehen wollen, sind Sie in Hoffenheim richtig." (Ralf Rangnick, Trainer 1899 Hoffenheim) © dpa
"Mit den Gehältern von Ribéry, Toni und Klose könnten wir unseren gesamten Kader finanzieren." (Jan Schindelmeiser, Manager 1899 Hoffenheim) © Getty/Bongarts
"Wenn wir 8:4 spielen, bin ich auch zufrieden. Drei Punkte sind die Hauptsache." (Mark van Bommel, FC Bayern) © sampics
"Wir haben praktisch ein Sechs-Punkte-Spiel um die Spitze vor uns." (Jürgen Klinsmann, FC Bayern) © sampics
"1899 Hoffenheim - wo haben die sich eigentlich die letzten hundert Jahre versteckt?" (Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern) © dpa
"Ich glaube Hoffenheim wird Herbstmeister. Sie werden zwar Freitag in München verlieren. Aber selbst wenn Bayern alle Spiele gewinnt, schaffst Du das nicht." (Franz Beckenbauer, FC Bayern) © dpa
"Hoffenheim ist Favorit. Ich habe immer gesagt, wer oben steht, ist der Favorit." (Mark van Bommel, FC Bayern) © dpa
"Wir wollen dafür sorgen, dass die Geschichte etwa so ausgeht wie in den Asterix-Heften." (Ralf Rangnick, Trainer 1899 Hoffenheim) © dpa
"Die Leistung der zweiten Halbzeit von Leverkusen reicht auch gegen Hoffenheim, da können Sie sicher sein." (Uli Hoeneß, Manager FC Bayern) © dpa
"Die Hoffenheimer haben im Grunde nichts zu verlieren. Wenn sie gewinnen, freut sich die ganze Nation. Wenn sie Unentschieden spielen, schmunzeln viele. Und wenn sie verlieren, passiert nichts." (Bastian Schweinsteiger, FC Bayern) © dpa
"Wir wollen nicht ihre Trikots haben, sondern - um es flapsig zu formulieren - ihren Skalp." (Ralf Rangnick, Trainer 1899 Hoffenheim) © dpa
"Jetzt werden die anfangen zu denken, was sie bisher erreicht haben oder was eventuell werden könnte." (Paul Breitner, Vorstandsberater FC Bayern) © sampics
"Wir wollen zeigen, wer ganz oben stehen muss - und das ist der FC Bayern." (Philipp Lahm, FC Bayern) © dpa
"Wir haben großen Respekt vor den Bayern, aber wir fahren dorthin, um zu gewinnen - ganz klar." (Selim Teber, 1899 Hoffenheim) © dpa
"Wenn Ibisevic so weitermacht, dann schafft er auch die 40-Tore-Marke - und dann werde ich ihm gratulieren." (Gerd Müller, FC Bayern) © dpa
"Es ist fast ein Finale. Endlich haben wir die Möglichkeit, Hoffenheim zu schlagen. Wir gehören einfach auf Platz eins." (Zé Roberto, FC Bayern) © dpa
"Die können gerne Herbstmeister werden, wenn wir am Ende Meister werden." (Francisco Copado, 1899 Hoffenheim) © dpa
"Keiner hat bei uns ansatzweise Angst vor Hoffenheim." (Paul Breitner, Vorstandsberater FC Bayern) © dpa
"Ehrlich gesagt, habe ich vor meiner Zeit beim FC Bayern noch nie was von Hoffenheim gehört - aber es gibt auch andere Mannschaften aus der Bundesliga, von denen ich bis dahin nie was gehört habe." (Massimo Oddo, FC Bayern, vor einer Woche) © sampics

Hoffenheim reagierte mit Verwunderung auf Beckenbauers Attacke, hat aber kein Interesse an einer Fortsetzung der Auseinandersetzung. “Für das Jahr 2009 soll unser Auftritt weiterhin von Respekt und Bescheidenheit geprägt sein. Gerade im Bezug auf die Bayern wissen wir, dass wir uns mit ihnen überhaupt nicht messen können. Sie sind uns um Jahrzehnte voraus“, sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser der Zeitung “Die Welt“ (Samstag-Ausgabe). Den Verbalangriff des “Kaisers“ wollte er nicht überbewerten: “Gerade Franz Beckenbauer hat sich in der Vergangenheit immer ausgesprochen fair und respektvoll uns gegenüber geäußert. So sollte es bleiben.“

Die Auseinandersetzungen zwischen dem Rekordmeister und dem Bundesliga-Aufsteiger hatten vor und nach dem Gipfeltreffen beider Clubs am 5. Dezember vorigen Jahres einen ersten Höhepunkt erreicht, als sich vor allem Bayern-Manager Uli Hoeneß und 1899-Trainer Ralf Rangnick heftige Wortgefechte lieferten. Bei der Wahl zum “Sportler des Jahres“ am 21. Dezember hatte dann Schindelmeiser gestichelt: “Ich weiß, dass die Bayern gerne Herbstmeister geworden wären. Wir widmen ihnen diesen Titel. Für uns ist er nicht so wichtig.“

Auf Beckenbauers scharfe Reaktion gemünzt meinte Schindelmeiser, wenn seine damalige Aussage den Eindruck erweckt haben sollte, “wir wären größenwahnsinnig, kann ich mich dafür nur entschuldigen. So war es nicht gemeint.“ Unabhängig von allen gemachten Äußerungen erwartet Beckenbauer von der am 30. Januar beginnenden Rückrunde ein spannendes Titelrennen, das er nicht auf ein Duell zwischen Bayern und Hoffenheim reduzieren will: “Wenn Leverkusen, Schalke oder Bremen eine stabile Rückrunde spielen, können sie durchaus noch eingreifen.“

Sorgen macht sich Beckenbauer um die Nachfolge von Manager Uli Hoeneß, der im November dieses Jahres an seiner Stelle Präsident und Aufsichtsrats-Vorsitzender beim FC Bayern werden soll. “Einer allein kann Uli noch nicht ersetzen. Er hat so viel Verantwortung geschultert, dass man sie in Zukunft möglicherweise auf mehrere Schultern verteilt“, meinte der 63-Jährige. Laut Bayern-Chef Karl- Heinz Rummenigge will sich Club schon in der Winterpause Gedanken über die “sehr schwierige Personalie“ machen. “Wir können Uli nicht durch einen Nobody ersetzen. Es muss ein Schwergewicht sein, das sich in der Bundesliga und im internationalen Fußball auskennt. Das ist ein sehr limitierter Kreis“, sagte Rummenigge in der “Bild“-Zeitung.

Der immer wieder als Kandidat gehandelte Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn steht für die Hoeneß-Nachfolge vorerst nicht zur Verfügung. “Also, was ich 2009 alles vorhabe - da ist es schwer vorstellbar“, sagte der ehemalige Bayern-Kapitän, der durch seinen Job als ZDF- Experte, ein Fußball-Projekt in Asien und eine TV-Show ausgebucht ist. Spekulationen über Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs als Hoeneß-Erbe will Rummenigge nicht in Gang setzen, “aber ich mag ihn sehr und schätze seine Arbeit.“

Quelle: DPA

Quelle: tz

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