Bayern am Samstag bei Red Bull Salzburg

Der Weltverein zu Gast beim Weltkonzern

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Trainer ­Roger Schmidt und Sport­direktor Ralf ­Rangnick mit dem Schal fürs Bayernspiel in der Red-Bull-Arena.

Salzburg - Red Bull verleiht Flügel! Die brauchen die Fußballer von Red Bull Salzburg auch, wenn sie am Samstag (16 Uhr) im Testspiel gegen den FC Bayern bestehen wollen. Wir stellen das Großprojekt vor.

Red Bull verleiht Flügel! Die brauchen die Fußballer von Red Bull Salzburg auch, wenn sie am Samstag (16 Uhr) im Testspiel gegen den FC Bayern bestehen wollen. Millionen Menschen denken an übermenschliche Kräfte, wenn sie auf den Hersteller des Kult-Drinks aufmerksam werden. Doch dieses Image hat der Weltkonzern nicht überall. In der Fußball-Welt werden die Vereine mit dem Bullen-Logo oft als Retortenklubs bezeichnet und für den Niedergang der Traditionsvereine verantwortlich gemacht. Das ist aber einen Schritt zu weit gedacht. Im Grunde greift Red Bull nur in die Geschichte dreier Vereine ein. Und zwar von jenen, bei denen der Konzern selbst eingestiegen ist. So heißen die New York Metro Stars seit 2006 New York Red Bulls, hierzulande gab der SSV Markranstädt im Jahr 2009 sein Oberliga-Startrecht an den neu gegründeten RB Leipzig ab. Da die Satzung des DFB allerdings eine Namensgebung zu Werbezwecken verbietet, steht RB offiziell für „RasenBallsport“. Und wenn der FC Bayern in Salzburg zu Gast ist, trifft er nicht mehr auf Austria, sondern auf Red Bull Salzburg.

Das Red-Bull-Stadion in Salzburg.

2005 war der österreichische Klub der erste Fußballverein, der sich über die finanzielle Unterstützung von Red Bull freuen durfte. In jenem Jahr wechselte auch Alexander Zickler nach Salzburg. Nach zwölf Jahren beim FC Bayern suchte der Stürmer nochmal eine neue Herausforderung. „Ich war damals 31 Jahre alt und hatte zuvor eine lange Verletztengeschichte. Für mich war diese Geschichte mit Red Bull die Möglichkeit für einen Neuanfang“, erinnert sich Zickler. Für ihn selbst lief es im Nachbarland super, mit den Bullen feierte er drei Meistertitel und wurde zweimal Torschützenkönig. „Wir hatten von Anfang an Top-Bedingungen“, erzählt Zickler. „Angefangen vom Trainingszentrum bis zum Ausbau des Stadions. Es hat an nichts gefehlt.“ Die finanziellen Möglichkeiten waren durch das Engagement des Brause-Riesen plötzlich um ein Vielfaches größer, die Sympathiewerte gingen in den Keller. Selbst die eigenen Fans distanzierten sich von dem „neuen“ Klub.

So war es wenig verwunderlich, dass sich die Freude der Fußball-Fans auch in Deutschland in Grenzen hielt, als RB Leipzig auf der Bildfläche auftauchte. Die Unmutsbekundungen gingen sogar soweit, dass Vereine wie Union Berlin oder Erzgebirge Aue auf Druck der eigenen Fans Testspiele gegen den Konzern-Klub absagen mussten. Kommerz dürfe nicht unterstützt werden, ist dann häufig auf Fan-Pages als Begründung zu lesen. Für Zickler hat dieses Verhalten einen anderen Grund: Neid. „Wenn man bessere Möglichkeiten hat als andere, dann ist ein gewisser Neidfaktor da“, so der 39-Jährige. Für ihn ist das aber kein Problem. Vielmehr sollen die Voraussetzungen in Salzburg nicht nur dem Verein helfen: „Wir wollen versuchen, mit unseren Möglichkeiten auch den österreichischen Fußball nach vorne zu bringen“, erzählt Zickler. Damit auch die Fußball-Fans positive Erinnerungen mit Red Bull verbinden.

sw

Quelle: tz

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