ARD-Reporter Bartels gelassen

Siegt Bayern die Liga tot?

+
Tom Bartels sieht die Bayern-Dominanz gelassen.

München - Die Quoten in der ARD zum Rückrundenauftakt waren alles andere als überragend. Es stellt sich die Frage: Ist den Fernsehzuschauern die Dominanz der Bayern zu langweilig? ARD-Reporter Tom Bartels glaubt das nicht.

Der Ball ist wieder im Spiel, die Bundesligastars wie Lahm und Götze durften am Freitag sogar durchs Free-TV dribbeln, wie immer zum Rückrundenstart. Quälend lange 33 Tage rollte keine Liga-Kugel durch den Flachbildschirm zu Hause, endlich wieder Fußball! Doch einen Tag nach der Liveübertragung in der ARD zeigte sich, dass die Lieblingssportart der Deutschen gar nicht so aufgesaugt wurde, wie man annehmen durfte. 6,19 Millionen Menschen schauten ab 20.30 Uhr zu, das entsprach einem Marktanteil von 18,6 Prozent. Das war zwar der Quotensieg für das Erste, doch RTL (Wer wird Millionär?, 5,78 Millionen Zuschauer) und das ZDF (Der Staatsanwalt, 5,65 Millionen) kamen schon sehr nahe ran. Da stellt sich die Frage, ob sich viele aufgrund der Dominanz des FC Bayern mehr Spannung von der Quizrunde bei Günther Jauch oder dem Krimi im Zweiten versprachen.

Die tz hat bei Tom Bartels nachgefragt, der die Partie des Rekordmeisters bei Borussia Mönchengladbach kommentiert hat. Er sagt: „Für ein Bundesliga-Auftaktspiel ist eine Quote von sechs Millionen eigentlich schon ganz gut. Die Leute müssen sich erst mal wieder an Fußball gewöhnen. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die Bayern zurzeit so überlegen sind.“

Dennoch musste auch der Experte eingestehen, dass er sich den Fußball-Abend etwas anders vorgestellt hatte. Bartels: „Ich habe nach drei oder vier Minuten noch gedacht, die Bayern sind einigermaßen hektisch und nervös, vielleicht liegt hier die Chance für Gladbach! Aber dann war das ja wirklich unfassbar schnell vorbei, es wurde dermaßen erdrückend. In den ersten 40 Minuten dachte ich tatsächlich, ich bin bei Deutschland gegen Spanien 2008 oder 2010. Die eine Mannschaft will, aber sie kommt nicht an den Ball.“

Am Ende hatte der FC Bayern mal wieder die drei Punkte im Sack und kann nach den peinlichen Patzern der Konkurrenz (Leverkusen verliert 2:3 in Freiburg, Dortmund spielt 2:2 gegen Augsburg) einsam und allein vorne wegziehen. Die Tendenz geht klar Richtung Langeweile, man könnte meinen, in Zukunft könnten noch mehr Zuschauer wegschalten, wenn der FCB spielt.

Oder man sieht genau in dieser Dominanz den Reiz – wie Tom Bartels: „Ich denke, dass die Spiele des FC Bayern weiter von vielen Menschen angeschaut werden, weil eben eine so große Faszination ausgeht von dieser Mannschaft. Als Barcelona seine stärkste Zeit hatte in der Champions League, habe ich auch ausschließlich sie angeschaut. Ich wollte verstehen, wie sie das machen, es hat mich beeindruckt.“ Nun hat der FCB diesen Status inne.

Bei der ARD, die demnächst den Rekordmeister im DFB-Pokal beim Hamburger SV überträgt, ist man ohnehin entspannt. Bartels: „Wir hoffen darauf, dass die WM gut läuft – und da schadet es ja nicht, wenn die Bayern gut sind.“

mic

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Pep Guardiola: Rückkehr zum FC Bayern? Das sagt Topstürmer Lewandowski dazu
Pep Guardiola: Rückkehr zum FC Bayern? Das sagt Topstürmer Lewandowski dazu
JHV des FC Bayern im Ticker: Emotionaler Hoeneß-Abschied unter Tränen - polarisierende Wortmeldungen
JHV des FC Bayern im Ticker: Emotionaler Hoeneß-Abschied unter Tränen - polarisierende Wortmeldungen
FC Bayern hatte wohl bereits Kontakt mit Mauricio Pochettino - Wäre er der perfekte Bayern-Trainer?
FC Bayern hatte wohl bereits Kontakt mit Mauricio Pochettino - Wäre er der perfekte Bayern-Trainer?
Lewy über Flick: “Will nicht sagen, dass nun alles super ist...“ - auch Kimmich spricht
Lewy über Flick: “Will nicht sagen, dass nun alles super ist...“ - auch Kimmich spricht

Kommentare