Bayerns Spielphilosophie

Lahm: "Van Gaal war entscheidender Wendepunkt"

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Bayern-Kapitän Philipp Lahm (r.) mit dem damaligen Bayern-Trainer Louis van Gaal in Mailand 2011

München - Noch nie hat es in 50 Jahren Bundesliga eine so dominante Mannschaft wie den FCB in dieser Saison gegeben. Einen großen Anteil daran hat dabei Ex-Trainer Louis van Gaal.

Auch die Winterpause hat die Roten nicht aus dem Tritt gebracht. In Mönchengladbach hatte die Elf von Pep Guardiola die Partie jederzeit im Griff. Zeitweise hatte der FC Bayern über 70 Prozent Ballbesitz zu verzeichnen – und das bei einem Gegner, der bis dato noch kein Heimspiel in dieser Saison verloren hatte. Noch nie hat es in 50 Jahren Bundesliga eine so dominante Mannschaft wie den FCB in dieser Saison gegeben.

Für Frank Wormuth, Leiter der DFB-Fußballlehrerausbildung, ist der Ballbesitz verbunden mit dem variablen Positionsspiel der Schlüssel zur Dominanz. „In der Offensive ist die Ballzirkulation sehr wichtig. Die Bayern spielen lange durch die Mitte und können auch unter Druck den Ball in ihren eigenen Reihen halten. Wenn sich dann beim Verschieben der gegnerischen Mannschaft eine Lücke ergibt, schlagen sie zu“, erklärt Wormuth.

Für FCB-Kapitän Philipp Lahm begann die Entwicklung zu den Rekord-Bayern im Jahr 2009. „Louis van Gaal steht für einen entscheidenden Wendepunkt: Er hat eine konkrete Spielidee eingeführt – ein Stürmer, zwei Außen, zwei defensive Mittelfeldspieler – und den Klub mit dieser Spielphilosophie geprägt“, erinnert sich der 30-Jährige. Zwar holte van Gaal gleich das Double, scheiterte aber dann an den großen Problemen in der Defensive, die seine Spielidee mit sich brachte. „Unter van Gaal war das Ganze noch ziemlich positionsbezogen“, analysiert Wormuth. „Bei Jupp Heynckes wurde das Spiel variabler und mit Pep Guardiola ist die Variabilität schlechthin in das Spiel des FC Bayern eingekehrt“, so der 53-Jährige weiter.

Die Symbiose zwischen dem FCB und Guardiola passt für ihn ohnehin „perfekt zusammen. Pep hat diesen Fußball jahrelang in Barcelona zelebriert. Und dann kommt er nach München, wo er beste Voraussetzungen für diesen sehr ballorientierten Spielstil hat.“ Genau diese Philosophie macht es für die Konkurrenz so schwer, den Spitzenreiter vor größere Probleme zu stellen. „Die Bayern kann man ja fast gar nicht vom Ball trennen. Da tun sich alle anderen sehr schwer mit. Den Dreh haben sie noch nicht raus“, meint Wormuth und kommt zum Fazit: „Zurzeit ist es sehr schwer, die Bayern zu schlagen. Da muss schon alles passen.“

mic, sw

Quelle: tz

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