TV-Kritik: Eiszeit beim FC Bofrost

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Das Spiel des FC Bayern gegen Aachen war das erste nach der Ära van Bommel

München - Aus aktuellem Anlass sendete das Erste am Mittwochabend einen mehrstündigen „Brennpunkt“ mit dem Titel „Kapitän über Bord. Eiszeit in München!“ Die TV-Kritik zum FC-Bayern-Spiel:

Thema waren die jüngsten krisenhaften Entwicklungen beim FC Bayern – viele nennen die Säbener Straße ja schon das Afghanistan ohne Guttenberg, oder auch das Nordkorea Harlachings. „Ein ganz normaler Winter in München. Aber mit Dauerfrost“, raunte BR-Reporter Nick Golüke mit schneidender Kälte in der Stimme. „Zwischenmenschlich ist der Gefrierpunkt erreicht bei den Bayern. Wie konnte es überhaupt insgesamt so weit kommen?“, erkundigte sich Gerd Delling bei Tiefkühl-Spezialist Mehmet Scholl.

Fraglos: So eiskalt ging es überhaupt insgesamt noch selten zu im Deutschen Fernsehen. Bereits nach wenigen Minuten der von Captain Iglo präsentierten Sendung überzogen Eisblumen die Fernsehschirme, Scholli war ohne Eiskratzer kaum mehr zu erkennen. Sieben Zuseher sollen vor dem TV-Gerät erfroren sein – Näheres will die AR-Schnee, pardon, die ARD, heute bekanntgeben. Man musste jederzeit damit rechnen, dass Mike Krüger für Louis van Gnadenlos seinen Superhit „Mein Gott, Kalter“ singt, und dass ein bestürzter Eiser Franz über den Bildschirm stapft. Es waren dramatische Minuten im Ersten!

Aber im Ernst: Mehmet Scholl brauchte nur ein paar Sätze, um den Abgang von Mark van Bommel auf den Punkt zu bringen: „Man hat es immer noch mit Menschen zu tun“ – selbst wenn man es mit Fußballern zu tun hat. Der Experten-Guru fand wie erwartet weise Worte zum FC Bofrost. Leider war dann Fußball, in Aachen begann wieder der tierische Ernst – und der ARD-Poschi Steffen Simon riss das Mikrofon an sich.

Ein Wechselbad der Gefühle ist eine ausgewogene Veranstaltung im Vergleich zum Wechsel von Scholl auf Simon. Wenn erst Mehmet zu sehen ist, und dann der Pokalschreck vom Ersten, ist das ungefähr so wie ein Kinofilm, in dem erst Angelina Jolie auftritt, und dann Christine Neubauer. Oder für die Damen: Wenn Jimi Blue Ochsenknecht auf George Clooney folgt. Wichtigste Erkenntnis vom ulkigen Steffen: „Van Gaal hält dickköpfig am 5-3-2-1 fest.“ Gottseidank waren unsere Lautsprecher so eingefroren, dass wir kaum etwas verstanden haben von Simons Bayern-Zwölf.

Jörg Heinrich

Quelle: tz

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