Schweinsteiger lehnt Heimreise ab

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Bastian Schweinsteiger beißt sich durch

Düsseldorf - Bundestrainer Joachim Löw hat Bastian Schweinsteiger angeboten, nach dem Spiel gegen Kasachstan nach Hause zu fliegen. Er lehnte ab. Co-Trainer Hansi Flick erklärt diese Entscheidung gegenüber der tz.

Es ist eine seltsame Situation für Bastian Schweinsteiger: Seit der WM 2006 war der Bayern-Star unter den deutschen Anhängern ein absoluter Fan-Liebling. Auch wenn er die eine oder andere kleine Krise hatte, die Fans standen eigentlich immer zu ihm. Deswegen traf es Schweini um so härter, dass er am vergangenen Samstag in Kaiserslautern so sehr ausgepfiffen wurde.

Seine erste Reaktion: Er schimpfte zurück. „Sollen die doch selber spielen!“, moserte er in den Katakomben des Fritz-Walter-Stadions. Jetzt die Kehrtwende. Am Sonntag nach dem Spiel schlug Bundestrainer Jogi Löw dem Bayern-Star vor, ebenso wie die Real-Stars Mesut Özil und Sami Khedira den DFB-Tross zu verlassen und gemeinsam mit Philipp Lahm nach München zurückzukehren. Wegen der vielen absolvierten Spiele sollte Schweinsteiger gegen Australien geschont werden. Doch Schweinsteiger lehnte ab! „Wir hatten ihm diesen Vorschlag gemacht und ihm die Entscheidung offen gelassen. Aber er hat ganz klar gesagt: Nein! Ich bleibe auf jeden Fall bei der Mannschaft!“, bestätigte Co-Trainer Hansi Flick am Montag. Schweini beißt sich durch!

Für Flick ist diese Entscheidung auch eine Charakterfrage. „Es zeigt, dass er als Führungsspieler die Mannschaft unterstützen möchte, und er seine Kraft und Energie für das Team einsetzen möchte“, erklärt Flick der tz. Und natürlich will Schweini allen Kritikern beweisen, was er zu leisten fähig ist. Denn dass seine Leistung gegen Kasachstan nicht akzeptabel war, dürfte er auch wissen. „Man muss aber auch sagen, dass Bastian in den vergangenen Jahren sehr viele Spiele gemacht hat und irgendwann kommt da auch mal eine Phase, wo man eben nicht mehr ganz auf diesem hohen Niveau spielt. Aber diese Phase wird er wieder überwinden, da bin ich sicher“, so Flick zur tz.

Gegen Australien wird Schweinsteiger wieder in der Startelf stehen. Auf neun anderen Positionen wird Löw dagegen wechseln. „Man muss den jungen Spielern die Möglichkeit geben, sich in die Mannschaft zu integrieren. Deswegen sind diese Freundschaftsspiele für uns sehr wichtig“, erkärt Hansi Flick. Ein Spaß-Kick sei das Duell mit den Socceroos daher keinesfalls. „Wir wollen natürlich auch versuchen, die Spielqualität hoch zu halten“, sagt Flick. Ein weiteres Pfeifkonzert, wie gegen Kasachstan soll in Mönchengladbach unbedingt verhindert werden.

Ob das funktioniert? Die Viererkette aus Träsch (!), Friedrich, Hummels und Schmelzer hat in dieser Formation noch nie zusammen auf dem Platz gestanden. „Natürlich sind wir so nicht eingespielt, aber wir sind alle gute Bundesliga-Spieler, das sollte schon funktionieren“, sagt Schmelzer. Und in einem konnte der junge Dortmunder für alle seine Kollegen sprechen: „Ich sehe das Spiel als Chance, dem Trainer zu zeigen, was ich kann. Und ich habe vor diese Chance zu nutzen!“ Dann kann es ja eigentlich kein schlechtes Spiel werden.

Jan Janssen

Quelle: tz

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