Kampfansage von Stevens

1:1 gegen HSV: Bayern können nicht enteilen

Der Münchner Mark van Bommel (M) erhielt wegen Undiszipliniertheit die Gelb-Rote Karte.
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Der Münchner Mark van Bommel (M) erhielt wegen Undiszipliniertheit die Gelb-Rote Karte.

München - Der FC Bayern München ist in der Bundesliga im eigenen Stadion keine Macht mehr - trotzdem ist er mit dem 1:1 im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV der 21. Meisterschaft wieder ein Stück näher gekommen.

Dank des Patzers von Werder Bremen baute der Fußball-Rekordchampion seine Tabellenführung am 21. Spieltag auf vier Punkte vor dem schärfsten Verfolger (40 Zähler) aus und hielt auch den HSV auf Distanz, der mit sechs Zählern Rückstand hinter die punktgleichen Leverkusener (beide 38) auf Rang vier zurückfiel.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld war trotzdem nicht zufrieden. “Es ist sehr ärgerlich, dass wir zwei Punkte verloren haben.“ HSV-Kollege Huub Stevens formulierte dagegen Titelambitionen: “Wir haben gezeigt, dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist.“ Auch der HSV habe “noch nicht aufgegeben“, erklärte Stevens kämpferisch. Der starke Torhüter Frank Rost formulierte das neue HSV-Minimalziel: “Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr in der Champions League spielen.“

Die Hamburger waren vor 69 000 Zuschauern nach einem krassen Fehler von Lucio durch Ivica Olic (59.) in Führung gegangen. “Das war ein Geschenk“, klagte Hitzfeld. Zé Roberto rettete den Münchnern zwei Wochen nach dem 1:1 gegen Bremen wenigstens einen Punkt in der einstigen Festung Allianz Arena, in welcher die Bayern den letzten Liga-Heimsieg im November 2007 landen konnten. “Wir haben eine Chance vergeben, richtig wegzuziehen“, erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß, der das überrascht registrierte: “Mit diesem Druck hat die Mannschaft offenbar Schwierigkeiten, das war schon gegen Bremen so.“

In der hektischen Nachspielzeit sah Bayern-Akteur Mark van Bommel wegen einer Unsportlichkeit sogar noch die Gelb-Rote Karte (90.+2), die für ihn Folgen haben wird. “Das war total unnötig“, schimpfte Hitzfeld, der eine Geldstrafe für den Mittelfeldspieler ankündigte.

Das Spitzenspiel vor ausverkauftem Haus begann ohne zwei Spitzenkönner: Bayerns Antreiber Franck Ribéry nahm nach seiner auskurierten Muskelverletzung ebenso zunächst auf der Bank Platz, wie der von einem Bänderriss im Sprunggelenk genesene HSV-Regisseur Rafael van der Vaart. “Das Risiko ist einfach zu groß“, lautete unisono die Begründung der Trainer Hitzfeld und Stevens.

Das kreative Defizit war unübersehbar in einer körperlich intensiv geführten Partie. Die ersten Warnschüsse gaben die Bayern durch Zé Roberto (11.) und Luca Toni (18.) ab. An der Seite des italienischen Weltmeisters stürmte wieder Miroslav Klose, der aber bis zu seiner Auswechslung kaum Gefahr ausstrahlte. Lukas Podolski musste trotz seiner zwei UEFA- Pokal-Tore beim 5:1 gegen den FC Aberdeen bis zur 74. Minute auf der Bank schmoren, erst dann durfte er Klose ersetzen.

Der HSV war mit dem Ex-Münchner Paolo Guerrero als einziger Spitze auf Torsicherung aus. Ein Distanzschuss des Peruaners, den Oliver Kahn sicher parierte, eröffnete die zweite Spielhälfte, in der es unterhaltsamer wurde. Klose verzog (56.), ehe der Blackout von Lucio den Spielverlauf auf den Kopf stellte: Der Innenverteidiger verlor den Ball am eigenen Strafraum gegen David Jarolim, dessen Zuspiel Olic aufnahm und eiskalt zu seinem 10. Saisontor nützte.

Umgehend kam Ribéry - und der “Super-Joker“ (Hitzfeld) war kaum auf dem Platz, schon trat er als Vorbereiter des 1:1 durch das 4. Saisontor von Zé Roberto in Erscheinung. Vorausgegangen war jedoch ein unberechtigter Einwurf für die Münchner. “Wir haben uns auf den Schiedsrichter verlassen, prompt hat es geklingelt“, klagte Rost.

Nach dem Ausgleich nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Mit Ribéry für Bastian Schweinsteiger kam mehr Tempo ins Bayern-Spiel. Auf der Gegenseite brachte Stevens noch van der Vaart, der aber keine Akzente mehr setzen konnte. Mehr im Blickpunkt stand Rost, der auch in der Schlussphase gegen Toni (84.) und Ribéry (90.+1) auf dem Posten war.

Von Christian Kunz, dpa

Quelle: DPA

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