Teil I: Ex-Kapitän der Regionalliga-Mannschaft im Interview

Dorsch: Bei Bayern habe ich keine faire Chance bekommen

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Niklas Dorsch ist auf Anhieb zum Stammspieler beim 1. FC Heidenheim gereift. 

Niklas Dorsch galt als große Zukunftshoffnung beim FC Bayern. Im Sommer zog es den 20-Jährigen in die 2. Bundesliga zum 1. FC Heidenheim. Fußball Vorort hat den zentralen Mittelfeldspieler in seiner neuen Heimat zum Interview getroffen. 

München/Heidenheim - Im Sommer verließ Niklas Dorsch den FC Bayern nach sechs Jahren in Richtung Heidenheim. 2012 kam der damals 14-Jährige vom 1. FC Nürnberg in die Jugendabteilung des Deutschen Rekordmeisters. Zuvor spielte Dorsch für den 1. FC Baiersdorf und die Deutsch-Tschechische Fußballschule Rehau. 

Mit dem 1. FC Heidenheim steht der zentrale Mittelfeldspieler nach 14 Spielen auf dem 11. Tabellenplatz, aber nur vier Punkte hinter dem Dritten Union Berlin. Beim FC Bayern durfte er im Saisonendspurt in der vergangenen Saison einmal für die Profis ran und markierte prompt ein Tor. In Heidenheim ist der 20-Jährige auf Anhieb Stammspieler geworden. 

Nach der 1:5-Niederlage gegen den SC Paderborn hat Fußball Vorort den gebürtigen Lichtenfelser in seiner neuen Heimat besucht. Im ersten Teil des Interviews spricht Dorsch über seine persönlichen Erwartungen in der 2. Bundesliga und über Unterschiede zum FC Bayern.

Warum wurdest du zur Halbzeit ausgewechselt? 

Das war leistungsbedingt. In der ersten Halbzeit war ich in manchen Situationen nicht so da, wie ich es von mir erwarte. Nach dem 1:2 hatte ich wieder ein besseres Gefühl. Aber ich akzeptiere natürlich die Entscheidung des Trainers.

Was sagst du zur bisherigen Saison? 

Bis auf das Spiel gegen Paderborn sind wir zuhause immer gut aufgetreten. Paderborn war das bessere Team und hat verdient gewonnen. Wir haben alles Schlechte in ein Spiel gepackt. Daraus können und werden wir viel lernen. Lieber verliere ich einmal klar als mehrmals knapp.

Was sind eure Saisonziele? 

Nach solch einem Spiel ist das schwer zu sagen. Eine solche Niederlage ist gut, um wieder auf den Boden zurückzukommen. Wir müssen in jedem Spiel zu 100 Prozent da sein und dürfen keinen Gegner unter oder falsch einschätzen.

Wie zufrieden bist du mit deiner persönlichen Saison bisher? 

Nach der Niederlage ist es schwer, meine Leistung zu bewerten, das war kein gutes Spiel von mir. Unabhängig davon ist die 2. Bundesliga natürlich ein krasser Unterschied zur Regionalliga. In den ersten Spielen habe ich mich aber gut zu Recht gefunden.

Was waren deine Erwartungen vor der Saison bei Heidenheim? 

Von der Regionalliga in die 2. Liga zu wechseln und sofort Stammspieler sein zu wollen, ist völliger Unsinn. Ich bin nach Heidenheim gekommen, weil ich ein gutes Gefühl hatte. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich eine faire Chance bekomme, wenn meine Leistung stimmt. Bei Bayern habe ich diese nicht bekommen.

Es war nicht ganz einfach für mich

Hast du bei Heidenheim Druck empfunden, nachdem du von Bayern gekommen bist? 

Am Anfang wirst du als Spieler des FC Bayern angesehen. Das war auch ein Thema in den Medien. In der ersten Trainingsphase war es nicht ganz einfach für mich, weil es eine Umstellung war. Der Trainer und meine Mitspieler haben mir Zeit gegeben. Die Mannschaft hat mich von Anfang an unterstützt, deshalb habe ich mich sehr schnell eingelebt.

Wie groß ist der Unterschied von den Bayern Amateuren zu Heidenheim? 

Bei den Amateuren sind viele hoch veranlagte Jungs, die alle in meinem Alter waren und nach oben wollen. Wir hatten zwar eine große Qualität, aber es war nicht einfach, gegen kleine Vereine zu spielen, die sich mit elf Mann hinten reinstellen. Es ist kein Vergleich zu Heidenheim. Der Mannschaftsgedanke hier ist ein Wahnsinn.

Was hast du aus deiner Zeit als Kapitän bei Bayern II mitnehmen können? 

Mir hat es fußballerisch und menschlich geholfen. Obwohl es auch ältere Spieler gab, habe ich gelernt, voran zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und diszipliniert zu sein.

Seit deinem Wechsel nach Heidenheim bist du wieder Junioren-Nationalspieler. Warum warst du zwei Jahre nicht dabei? 

In der U17 war ich dabei und habe EM und WM gespielt. Danach hatte ich eine schwere Phase und bei Bayern lief es zu Amateur-Zeiten nicht mehr so wie zuvor in der U17. Der Trainer nimmt lieber einen Junioren-Bundesligaspieler, als einen Amateurspieler. Ich wusste, dass ich durch den Wechsel nach Heidenheim wieder in den Fokus rücke. Ich hatte zuletzt zwei super Lehrgänge und bin froh, wieder dabei zu sein. Welche Position spielst du am liebsten? Das ist mir völlig egal. Spiele ich auf der Acht, schieße ich eher ein Tor, werde ich auf der Sechs eingesetzt, muss ich eher Tore verhindern. Ich gebe mein Bestes, egal wo der Trainer mich aufstellt.

Wie planst du deine Zukunft?

Heutzutage ist das leider alles so wild und schnell. Es kann so viel passieren. Ich konzentriere mich erst einmal auf die nächsten drei Jahre in Heidenheim.

Am Samstagmorgen um 10 Uhr folgt der zweite Teil des Interviews mit Niklas Dorsch. Dort spricht er ausführlich über seine schwierige Zeit beim FC Bayern und warum eine Verlängerung an der Säbener Straße für ihn kein Thema war. 

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