Zwei Münchner raus, einer rein

Genau hingeschaut: Bundestrainer Kölliker. Foto: Sampics

München - Beim Kader für den Deutschland-Cup hat Bundestrainer Jakob Kölliker kräftig ausgesiebt. Die Münchner bleiben dabei auf der Strecke. Nur noch ein Spieler ist dabei.

Es kommt, seit der Deutschland-Cup in der Olympiahalle ausgetragen wird (2009), schon auch auf das Münchnerische an bei diesem Hausturnier des Deutschen Eishockey-Bundes vom 11. bis 13. November. Schließlich will der Verband gute Zuschauerzahlen haben, dafür ist das Lokalkolorit nicht unerheblich. Der EHC München war bei Bekanntgabe des erweiterten Kaders vor gut einer Woche mit 41 Namen noch gut vertreten, mit je einem Torhüter, Verteidiger und Stürmer. Doch nun hat der neue Bundestrainer Jakob Kölliker seine „longlist“, wie er sie nannte, erheblich reduziert auf die Maße 3-9-13 - und dabei sind zwei der drei nominierten Münchner auf der Strecke geblieben. Kein Deutschland-Cup für Verteidiger Felix Petermann, kein Deutschland-Cup auch für Martin Buchwieser, den erklärten Liebling des EHC-Anhangs („Buch-wie-ser“). Vor einem Jahr war Buchwieser die Werbefigur fürs Turnier.

Ein wenig hat der Schweizer Kölliker sein Münchner-Aussieben aber wettgemacht. Auf der Trainerposition. Er suchte einen „Videocoach“, einen Mann, der schon während der Partien Analysen erstellt - und er fand ihn in Mauricio Mansi, einem der beiden Co-Trainer von Pat Cortina beim EHC München. Mansi, Italo-Kanadier, wird beim Deutschland-Cup getestet. „Ich versuche mich darüber hinaus einzubringen“, so Mansi, der als Cheftrainer beim SC Riessersee gearbeitet hatte. Weiter sagt der 46-Jährige: „Ich hoffe, dass ich mich für weitere Einladungen empfehlen kann.“

Einziger Münchner Spieler ist nun Torhüter Jochen Reimer, der bereits bei der WM in der Slowakei als dritter Mann hinter Dennis Endras (jetzt in Houston in der American League und für den Deutschland-Cup nicht abkömmlich) und Dimitri Pätzold dabei war und den Kampf ums WM-Ticket für 2012 (Schweden und Finnland sind gemeinsame Ausrichter) aufnimmt. Nur zwei Neulinge hat Kölliker berufen: den Düsseldorfer Stürmer Evan Kaufmann, 25, einen gebürtigen US-Amerikaner, und den Wolfsburger Verteidiger Benedikt Schopper, 26 - Spätberufene, Bundestrainer-Vorgänger Uwe Krupp hatte sie nicht so hoch geschätzt. Auch mit der Nominierung des für Hamburg spielenden gebürtigen Münchners Christoph Schubert („Er war ein etablierter NHL-Spieler“) hebt sich Kölliker von Krupp ab. Ansonsten hält der Neue sich an den bekannten Personalstamm. Etwas überraschend ist vielleicht, dass er die Berliner Deutsch-Kanadier T.J. Mulock und Darin Olver aus der „longlist“ gestrichen hat.

Was noch passieren kann bis zum Deutschland-Cup: Verletzungen, Absagen - und somit auch Nachnominierungen. Die gestrichenen Münchner sollten sich anstrengen: Morgen schaut Kölliker ihnen beim DEL-Spiel in Straubing zu.

Von Günter Klein

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