Volksseele kocht hoch

- VON EDUARD HIEN Geretsried - So souverän wie das Geretsrieder Eishockeyteam mit zwei deutlichen Siegen über den ESC Dorfen durch das Play-off-Achtelfinale marschiert war, so unerwartet schnell schied man im Semifinale aus. Nach der 1:4-Auftaktniederlage beim EC Pfaffenhofen wollten die River Rats am Freitag im Rückspiel mit einem Sieg das dritte und zugleich entscheidende Match erzwingen. Nach einer packenden Play-off-Vorstellung musste sich der TuS aber mit 3:5 (0:1, 2:2, 1:2) geschlagen geben.

Die Gäste, die seit Wochen mit einem überragenden Torhüter Florian Lachauer auf einer Erfolgswelle schwimmen, bestreiten nunmehr am kommenden Wochenende das Finale gegen den EV Landsberg. In den Endspielen nach dem Modus "best of three" geht es nicht nur um den Titel des Bayerischen Meisters, sondern gleichzeitig auch um den Aufstieg in die Oberliga Süd. Geretsried empfängt am kommenden Freitag, 18. März, um 20 Uhr im Spiel um Platz drei den TSV Erding.

Wie schon im ersten Aufeinandertreffen haderten die River Rats am Freitag erneut mit den Unparteiischen, die manche Vergehen einfach mit zweierlei Maß bewerteten. Zum Beispiel blieb die Pfeife der Unparteiischen Christian Würth (EC Peiting) und Andreas Feistl (MTV Dießen) stumm, als Andreas Dornbach klar umgerissen wurde - im Gegenzug trafen die Ice-Hogs zum 2:4. Dies erkannte auch Gästetrainer Andy Malysiak an, dessen Mannschaft in ähnlicher Situation kurz zuvor sogar ein Penalty zugesprochen worden war. Recht gefasst wirkte Rudi Sternkopf in Bezug auf die umstrittene Szene. "Es macht keinen Sinn, andauernd auf die Schiedsrichter zu schimpfen. Die pfeifen nun mal keine DEL, und wir müssen mit dem leben, was uns der Bayerische Eissportverband schickt", so der TuS-Coach. Dennoch wurde in diesem Zusammenhang wieder der Ruf an den Verband laut, wenigstens die Play-off-Begegnungen in der Bayernliga unter die Obhut des Drei-Mann-Systems zu stellen.

Nach dem nicht geahndeten Foul an Dornbach sowie dem vorentscheidenden Pfaffenhofener Treffer - schon dem 0:1 war ein klares Torraumabseits voraus gegangen - kochte jedenfalls die Volksseele im Heinz-Schneider-Eisstadion hoch. Die Zuschauer bewarfen wiederholt die Referees mit Schneebällen und schleuderten diverse Gegenstände auf die Eisfläche. Auch Peter Holdschik hatte den Eindruck, "dass die Schiedsrichter zu diesem Zeitpunkt völlig überfordert waren". Als er das betreffende Foul moniert habe, "erhielt ich als Antwort ein paar Ausdrücke, die unter der Gürtellinie waren", berichtete der Geretsrieder Routinier und stellvertretende Kapitän. Dabei habe er um eine "sachliche Unterredung" gebeten.

Mit einem Empty-net-goal sorgten die Hallertauer in der 58. Minute mit dem 5:3 für die endgültige Entscheidung. Kurz zuvor hatte es Michael Helfrich noch einmal spannend gemacht, als er auf Zuspiel des zweifachen Überzahl-Torschützen Juris Opulskis auf 3:4 (57.) verkürzte. Doch letztlich machte sich bei den Hausherren auch das Fehlen der Leistungsträger Jörg Zinnecker und Arthur Scheid (beide gesperrt) sowie Patrick Ullmann (verletzt) bemerkbar.

Die abschließenden Spiele gegen den TSV Erding um Platz drei werden die River Rats jedenfalls sehr ernst nehmen. "Es geht zwar nur noch um einen Blumentopf. Dennoch werden wir unser Trikot auf keinen Fall spazieren fahren. Wir wollen noch einmal eine tolle Leistung bieten", verspricht Rudi Sternkopf den Geretsrieder Eishockeyfans.

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