Umbau des Löwen-Teams geht weiter

- VON PATRICK STAAR Bad Tölz - Bei den Tölzer Löwen dreht sich das Personalkarussell weiter in rasender Geschwindigkeit. Gleich fünf Spieler verlassen den Eishockey-Zweitligisten, der am Mittwoch mit dem Sommertraining begonnen hat. Chris St. Croix wechselt zu den Freiburger Wölfen; nicht mehr im Tölzer Trikot sehen die Zuschauer zudem die Einheimischen Christian Curth, Sebastian Klett, Peter Erlacher, Josef Keller und Florian Jäger.

Den Wechsel von Verteidiger St. Croix hält Manager Michael Komma für nicht sonderlich schmerzlich: "Es ist ganz normal, dass ein Spieler wie er weggeht, wenn er bei einem anderen Klub mehr Geld verdienen kann." Dies sei "kein Beinbruch": "Einen Ausländer in dieser Kategorie finden wir schon wieder." Der US-Amerikaner, der in der vergangenen Saison in 61 Spielen 35 Scorerpunkte (acht Tore, 27 Assists) verbuchte, folgte damit seinem bisherigen Trainer Peter Obresa in den Breisgau.

Etwas anders ist der Fall bei Sepp Keller gelagert, der vor einem Jahr von den Fans zum "Neuling des Jahres", gewählt wurde: "Wir hätten ihn gerne behalten, aber er darf nicht mehr bei uns spielen", sagt Komma. Der 22-jährige Verteidiger habe sich in der vergangenen Saison zweimal schwer verletzt. Dies habe zu beruflichen Problemen geführt, da er in einem Zwei-Mann-Betrieb arbeite. Bei Florian Jäger (21) hofft Komma, dass das letzte Wort in Sachen Vertragsverlängerung noch nicht gesprochen ist. Der Manager würde den jungen Verteidiger gerne behalten. Aus sportlichen Gründen verzichtet Komma dagegen auf die Dienste von Stürmer Peter Erlacher (18) und Allrounder Sebastian Klett (20): "Stattdessen setzen wir lieber DNL-Spieler ein."

Ebenso aus sportlichen Gründen erhält auch Christian Curth keinen neuen Vertrag mehr. Der 35-jährige Allrounder ist darüber enttäuscht: "Jeder andere Spieler ist angerufen worden, ich nicht. Ich glaube, die wollen mit mit nichts mehr zu tun haben." Es sei legitim, auf ihn zu verzichten, wenn eine neue Mannschaft aufgebaut wird, "aber ich finde es schade, wenn man so entsorgt wird." Der Grund sei wohl die gespannte Atmosphäre in der vergangenen Saison: "Ich bin wohl unangenehm, weil ich immer meine Meinung gesagt habe."

Komma ist empört, dass Curth den Weg über Öffentlichkeit wählte, um sich zu beschweren. "Der soll froh sein, dass ihn der Klub in den vergangenen Jahren so durchgefüttert hat. Er hat sich eine goldene Nase verdient, das dreifache von anderen Spielern." Erbost fügt Komma an: "Ich kaufe mir doch auch keinen Opel Corsa für 100 000 Euro." Freundschaftsverträge werde es unter ihm nicht mehr geben.

Diese Aussage wiederum verärgert Curth: "Es ist eine Frechheit, wenn jemand so etwas sagt, der von Tölz weggegangen ist, damit er mehr Geld verdienen kann." In der nächsten Saison hätte er auf einen Großteil seines Gehalts verzichtet, "weil ich an meinem Diplom arbeite". Doch über sein zukünftiges Gehalt sei nie mit ihm gesprochen worden. Süffisant bemerkt Curth: "Offensichtlich kann es sich der Klub leisten, auswärtige Spieler zu holen, die mit dem ECT nichts am Hut haben."

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