„Sonst schimpft der Anderl“

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Martin Buchwieser (l.) gibt immer alles

München - Martin Buchwieser gibt für den EHC München immer alles. Dabei hat der 21-jährige Stürmer eine ganz besondere Motivationshilfe.

Eine Minute ist noch zu spielen im Spiel EHC München gegen Weißwasser. EHC-Stürmer Martin Buchwieser ergattert den Puck düst ab aufs Tor des Gegners. Die Gegner bleiben zurück, als hätten sie Blei in den Schlittschuhen. Buchwieser allein vor dem Torwart, schießt. Dass der Schuss über das Tor fliegt – geschenkt. 6:2 gewannen die Münchner und Buchwieser verdiente sich auch so die Note 1 mit Fleißsternchen.

„Immer drauf, schnell umschalten, jeden Check fahren, der geht“ – so fasst Buchwieser seinen Spielstil zusammen. Elfmal checkte er, der Stürmer, die Gegner. Immer wieder beklatschten die Zuschauer seinen Einsatz und seine Passideen, Trainer Pat Cortina hob seine „extrem harte Arbeit“ hervor.

Der Gelobte erklärt: „Ich sehe mich als defensiver Stürmer, der den Mitspielern Räume schafft. Erst muss es hinten einigermaßen passen und dann kann ich immer noch ein Tor schießen. So spielen fast alle daheim in Garmisch.“ Zum Beispiel sein Vetter Hubbe, der in der Jugend sein Vorbild war. Und dann gibt es im EHC-Team ja auch noch einen anderen Garmisch-Partenkirchner, Andreas Raubal nämlich. Und das Wort des Kapitäns hat bei ihm besonderes Gewicht, erzählt Buchwieser und grinst: „Der Anderl schimpft mich, wenn ich nicht richtig stehe.“

Im Moment gibt er ihm wenig Anlass dazu. Und das, obwohl der 21-Jährige doch richtig beansprucht wird: Am Samstag spielte er mit dem EHC in Heilbronn, am Sonntag für den Kooperationspartner Augsburg gegen Nürnberg und am Montag eben gegen Weißwasser. Drei Spiele in 72 Stunden. „Ach, das ist nicht so schlimm. Nach Augsburg ist sind’s ja nur 40 Kilometer. Und im Spiel bin ich nur ein bisschen rumgerutscht.“

Dass er in der DEL randurfte, das habe ihn aber natürlich sehr gefreut und Auftrieb gegeben. Auch Patrick Seifert spielte am Sonntag für Augsburg –und schoss am Montag sein erstes EHC-Tor, das wegweisende 2:1. Zuerst erkannten es die Schiedsrichter wieder ab, um es dann doch zu geben.

Weißwasser-Trainer Dirk Rohrbach gab zu: „Ich habe den Puck auch drin gesehen. München hat in der Höhe verdient gewonnen.“

Die Münchner haben damit die Tabellenführung auf fünf Punkte ausgebaut – und fahren am heutigen Mittwoch nach Landshut. Wie auch gut 500 EHC-Anhänger, die das Derby in der wohl ausverkauften Halle zum Heimspiel machen möchten.

Martin Wimösterer

Quelle: tz

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