EHC-Bettel-Brief: Was der DEL-Boss sagt

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Liga-Chef Gernot Tripcke

München - Zweitliga-Meister EHC München will über den Gnadenweg doch noch einen Platz in der Deutschen Eishockey-Liga ergattern. Was der DEL-Boss sagt.

Der Verein, dem zunächst die Lizenz wegen fehlender Unterlagen und Sicherheiten verweigert worden war, fordert von der Liga-Gesellschafterversammlung am Donnerstag eine Wiederaufnahme des Zulassungsverfahrens. Alle notwendigen Dokumente und finanziellen Garantien seien nachgereicht worden, teilte der EHC am Dienstag mit. Die DEL warnte jedoch die Münchner vor zu großen Hoffnungen. “Für uns ist das Lizenzverfahren im Moment abgeschlossen“, sagte Liga-Chef Gernot Tripcke der Nachrichtenagentur dpa.

Noch sei überhaupt nicht klar, ob das Begehren des EHC überhaupt am Donnerstag auf die Tagesordnung der Sitzung in Köln kommen werde, erklärte Tripcke. Eigentlich wollte sich die DEL dann hauptsächlich mit den hoch verschuldeten Kassel Huskies befassen, denen der Ausschluss aus der Liga droht.

Sollte der Fall München doch behandelt werden, sei eine Zustimmung für ein neues Lizenzverfahren unsicher. Der Club geht zwar davon aus, schon eine einfache Mehrheit der DEL-Gesellschafter genüge für eine zweite Chance. “Das sehen wir anders“, betonte jedoch Tripcke. Laut Satzungsrecht sei mindestens eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig. Vorher werde der Ligaverband auch die vom EHC nachgereichten Unterlagen und finanziellen Garantien nicht prüfen.

Nach dem Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft gegen die Schwenninger Wild Wings hatten die Münchner die gesetzte Frist der DEL zunächst verstreichen lassen und daher keine Lizenz erhalten. Vor allem die nötige Sicherheitsleistung in Höhe von 816 000 Euro lag der Liga nicht vor.

Inzwischen habe der Verein aber sowohl die sportlichen als auch die wirtschaftlichen Vorgaben erfüllt, versicherte EHC- Geschäftsführer Jürgen Bochanski. Auch die Voraussetzungen für einen DEL-Spielbetrieb im Olympia-Eisstadion würden derzeit geschaffen. “München ist vorbereitet für die DEL, alles andere wäre ein harter Rückschlag für das Münchner Eishockey“, sagte Bochanski der dpa. “Der Aufstieg wäre für uns von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Wir haben einige Sponsoren in der Warteschleife, die sich nur im Falle des DEL-Aufstiegs engagieren wollen“, erklärte der Geschäftsführer.

dpa

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