Mit Disziplin zum Ziel

- VON EDUARD HIEN Geretsried - Mit zwei blitzsauberen Siegen (7:0 und 6:2) über den ESC Dorfen hat das Geretsrieder Eishockeyteam erstmals den Sprung ins Bayernliga-Halbfinale geschafft. Hier bekommen es die River Rats mit dem EC Pfaffenhofen zu tun, der sich im Viertelfinale mit 8:4 und 5:3 gegen Burgkirchen durchgesetzt hat. Aufgrund der besseren Platzierung in der Hauptrunde als Zweiter genießen die Icehogs am morgigen Sonntag um 17.30 Uhr erst einmal Heimrecht, ehe es am Freitag, 11. März, in Geretsried zum Rückspiel kommt.

"Für uns ist das Erreichen des Halbfinales ein erweitertes Saisonziel. Eine Zugabe also, die uns nach dem schwachen Saisonstart nicht mehr viele zugetraut haben", bemerkt Rudi Sternkopf nach dem sicheren Weiterkommen. Rückblickend verweist der Geretsrieder Coach auf die schwache Vorbereitungsphase, in der der TuS beispielsweise keines seiner vier Heimspiele gewann. Oder auf den klassischen Fehlstart mit 1:3-Punkten in der Hauptrunde. "Heute jubelt jeder. Keiner denkt dabei mehr daran, was damals war, als wir teilweise ausgepfiffen wurden", sagt Sternkopf. Obwohl der 38-Jährige auf seine Truppe keinen Druck ausübt, ist er sich nach einem Gespräch mit seinen Schützlingen sicher, dass diese für einen möglichen Einzug ins Finale alles geben werden.

Vorher gilt es jedoch, die Icehogs aus dem Weg zu räumen, die mit 13 Erfolgen aus den jüngsten 15 Spielen auf einer Erfolgswelle schwimmen. Mächtig stolz sein können ECP-Coach Andy Malysiak und sein Co-Trainer Bob Sullivan (ehemaliger NHL-Profi und Stanleycup-Gewinner) vor allem auf ihre Offensivabteilung. Nicht nur die Paradelinie mit David Vokaty, dem 39-jährigen Bully-Spezialisten Brad Scott und dem kanadischen Raubein Seth Gray hat insgesamt 119 Scorerpunkten auf dem Konto. Auch die zweite Angriffsreihe mit dem Ex-Regensburger Marco Thommes, Marco Löwenberger (ehemals ES Weißwasser) und dem früheren Münchner Philipp Spindler trifft zuverlässig. Pech, dass Kontigentspieler Seth Gray nach seiner dritten Spieldauer-Disziplinarstrafe am morgigen Sonntag fehlen wird.

Ausfälle verzeichnen aber auch die River Rats. Weil Patrick Ullmann wegen einer Handgelenkverletzung aus dem Dorfen-Match fehlt, ist Sternkopf zu Umstellungen gezwungen. Nachdem Ullmann-Ersatz Tobias Stowasser mit Grippe das Bett hütet, wird Sebastian Wanner zusammen mit Juris Opulskis die Außenstürmerpositionen neben Center Hans Tauber belegen. Wanners Defensivpart an der Seite von Sergej Tchoudinov übernimmt dafür Martin Nitsch.

Sternkopf hat sich natürlich eine entsprechende Taktik zurecht gelegt. Da die Pfaffenhofener in beiden Viertelfinalpartien satte 122 Strafminuten verbuchten, setzt der TuS-Coach auf Disziplin: "Das ist eine Grundvoraussetzung, um den Einzug ins Endspiel möglich zu machen."

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