DEL: Huskies raus, EHC München vertagt

Die Deutsche Eishockey-Liga hat die Kassel Huskies ausgeschlossen.
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Die Deutsche Eishockey-Liga hat die Kassel Huskies ausgeschlossen.

Köln - Die Deutsche Eishockey-Liga hat die Kassel Huskies ausgeschlossen. Eine zweite wichtige Entscheidung wurde vorerst vertagt.

Die Kassel Huskies sind mit der DEL Schlitten gefahren, nach einem turbulenten Tag aber doch aus der Liga ausgeschlossen worden. Die DEL-Gesellschafter entschieden am Donnerstag in Köln, dem mit 2,8 Millionen Euro verschuldeten Tabellen-Letzten wegen eines Insolvenzverfahrens die Lizenz zu entziehen und auch als Gesellschafter aus ihrem Kreis zu werfen. Weiterer Streit vor Gericht ist aber programmiert und reißt das deutsche Eishockey nach der glanzvollen Heim-WM erneut in die Negativ-Schlagzeilen.

Vertagt wurde der Fall von Zweitliga-Meister EHC München, der zunächst eine Frist verstreichen ließ, nun aber nach eigenen Angaben die notwendigen Unterlagen nachgereicht hat. Für Kassel stimmten nur die Füchse Duisburg, die schon vor einem Jahr aus der DEL ausgeschieden waren und nun endgültig ihre Lizenz verloren.

Kassels Interims-Geschäftsführers Fritz Westhelle hatte zuvor beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen einen Ausschluss erwirkt und will nun gegen diese Entscheidung vorgehen. Westhelle hatte der Online-Ausgabe der “Hessisch-Niedersächsisch Allgemeinen“ zufolge sogar eine Gerichtsvollzieherin zum Tagungshotel mitgebracht. Die Verfügung des Gerichts habe aber nicht überreicht werden können, da die Gesellschafter der einzelnen Clubs sich in einen anderen Raum zurückgezogen und das Hotel später fluchtartig verlassen hätten. Laut Westhelle wurde die Verfügung an die DEL-Clubs gefaxt.

Die Liga sah indes keine andere Wahl als den Ausschluss. “Alles andere wäre mit dem Selbstverständnis der DEL-Clubs nicht zu vereinbaren gewesen“, teilte der stellvertretende DEL- Aufsichtsratsvorsitzende Wilfrid Fabel in einer Erklärung mit. “Es ging um die fundamentalen Prinzipien des DEL-Gesellschaftsvertrages, die der Sicherstellung eines wirtschaftlich und sportlich fairen Wettbewerbs in der Liga dienen.“

Westhelle will nun einen sogenannten Bestrafungsantrag beim Kölner Landgericht stellen. Sollte der Antrag Erfolg haben, würden jedem Gesellschafter 250 000 Euro Geldstrafe oder bei Nichtzahlung ein halbes Jahr Gefängnis drohen. Auch Fabel geht davon aus, dass der Streit vor nun ordentlichen Gerichten ausgetragen wird und erklärte: “Da wird dann geprüft, ob unsere Satzung recht hat, die besagt, ein Club im Insolvenzverfahren wird ausgeschlossen. Ich bin sicher, dass diese Satzung halten wird.“ Sollten die Huskies jedoch Recht bekommen, dann “werden wir sie spielen lassen müssen“, sagte Fabel.

Die Gläubiger der Huskies hatten am 19. Mai während einer Versammlung im Kasseler Amtsgericht dem Insolvenzplan des Clubs einstimmig stattgegeben; der Club wäre nach einer Einspruchsfrist von 14 Tagen wieder schuldenfrei. Da der vom Amtsgericht bestätigte Plan erst zwei Wochen nach Ende der Einspruchsfrist rechtskräftig ist, hätten die Hessen aber den 31. Mai, bis zu dem die Vereine den Lizenzantrag für die kommende Saison gestellt haben müssen, verpasst.

dpa

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