SpVgg verpatzt Generalprobe für Toto-Cup

„Unsere Jungs haben aber schon wahrgenommen, worum es in diesem Spiel geht“, versichert Cheftrainer Claus Schromm, „natürlich ist unser Ziel inzwischen, den Toto- Pokal zu gewinnen."

Unterhaching - In der Dritten Liga sieht die SpVgg Unterhaching weiter kein Land. Das 0:1 bei Kickers Offenbach am Samstag war 2013 schon die siebten Pleite im zehnten Spiel.

von Christian Amberg

Doch der Fokus liegt längst woanders: Auf dem Toto- Cup. Da geht es heute um den Einzug ins Halbfinale.

Weil der bayerische Pokal-Wettbewerb für die Hachinger eine enorme Bedeutung hat, wurde wohl auch die Niederlage gegen Offenbach am Wochenende eher locker aufgenommen. In der Dritten Liga geht es für die SpVgg nur noch um die goldene Ananas, das Hauptaugenmerk hat mittlerweile klar die Qualifikation für die finanziell lukrative erste Hauptrunde im DFB-Pokal. Die ist nur noch über den Toto-Cup möglich, der Gewinner bekommt einen der zwei bayerischen Startplätze. So ist die Brisanz der Partie heute (17.45 Uhr) beim Regionalligisten Bayern Hof schnell erklärt: Siegt Unterhaching, lebt die Hoffnung auf den DFB-Pokal weiter – falls nicht, wäre die Saison quasi zu Ende und eines der beiden Saisonziele verfehlt, was den klammen Verein in weitere finanzielle Nöte bringen und die Voraussetzungen für die kommende Spielzeit nicht verbessern würde.

In Offenbach fehlt es an Entschlossenheit

Ein Ausscheiden wäre zudem eine handfeste Blamage, Hof belegt in der Regionalliga Bayern aktuell Abstiegsplatz 18. Wenn die Negativserie in der Dritten Liga dem Selbstvertrauen bisher nicht geschadet hat, würde das ein Pokal-Aus wohl schon tun. Man weiß, worum es geht in diesem Pokalspiel. Auch den Gegner will man nicht unterschätzen. Hof verbuchte zuletzt immerhin vier Siege in Folge und zwang dabei sogar den Vorrunden-Überflieger Illertissen in die Knie. Insgesamt sind die Oberfranken seit sieben Partien ohne Niederlage, am Samstag gewannen sie beim Neunten Heimstetten 1:0.

„Die Aufgabe in Hof hört sich vielleicht einfach an, wird es aber sicherlich nicht sein“, warnt Teamchef Manuel Baum . „Hof hat eine einfache, aggressive Spielart und verfügt über eine gute Offensive. Die Spieler sind alle gut ausgebildet und die Mannschaft ist insgesamt gut in die Rückrunde gestartet.“ Da auch das fanatische Publikum und die wohl eher schlechten Platzverhältnisse eher den Gastgebern in die Karten spielen werden, wird aus dem Duell David gegen Goliath eine Herkules-Aufgabe. „Unsere Jungs haben aber schon wahrgenommen, worum es in diesem Spiel geht“, versichert Cheftrainer Claus Schromm, „natürlich ist unser Ziel inzwischen, den Toto- Pokal zu gewinnen. Aber jetzt heißt es erst einmal, das Halbfinale zu erreichen, dann schauen wir weiter.“

Aus der verpatzten Generalprobe am Samstag dürften die Hachinger zumindest die Lehre ziehen, vom Start weg hellwach zu sein. Denn in Offenbach war die Begegnung wie zuletzt schon häufig schnell vorbei. Bereits in der 8. Minute hatte Reinhardt mit einem feinen Volleyschuss nach einem langen Pass über Hachings Abwehr das Tor des Tages erzielt. Ehe die Gäste überhaupt ins Spiel fanden, hätte es 3:0 für die Kickers stehen müssen. Zweimal hatte die SpVgg Riesenglück, als erneut Reinhardt knapp scheiterte (10.) und Washausen den Pfosten traf (14.).

Auch in der zweiten Halbzeit verfehlten Stadel (52.) und zweimal Fetsch (66. und 80.) für die Hessen nur knapp das Tor. Die SpVgg agierte zu nächst planlos, dann harmlos und blieb unter dem Strich chancenlos – bis auf eine wirklich gute Tormöglichkeit vier Minuten vor dem Ende durch Yasin Yilmaz. Das ernüchternde Fazit von Kapitän Jonas Hummels: „Wir waren erst nach einer halben Stunde im Spiel, haben dann auch nicht mehr allzu viel zugelassen. Aber die Situationen, die wir dann hatten, waren auch nicht so richtig zwingend. Es hat die Entschlossenheit gefehlt.“ Bleibt zu hoffen, dass sich die Hachinger eben diese für die Pokal- Partie heute in Hof aufgehoben haben. Dort wäre eine Pleite weniger leicht entschuldbar – und hätte ungleich schwerwiegendere Folgen für den ganzen Klub.

Quelle: fussball-vorort.de

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