Klarer Derbysieg für Wacker

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Felix Luz brachte Wacker kurz vor der Pause mit 2:0 in Führung

SV Wacker Burghausen - Tief saß der Stachel bei den Burghausern nach der Niederlage in der Hinrunde gegen die Spielvereinigung. Beim Rückspiel war die Situation aber eine vollkommen andere.

Nach dem 0:0 in Stuttgart nahm Georgi Donkov zwei Veränderungen in der SVW-Startelf vor. Für den rot-gesperrten Schwarz und Schmidt durften sich Eberlein sowie Burkhart von Beginn an beweisen.

Zu beweisen hatten die Burghauser am heutigen Tage einiges. Ging es doch um nichts Geringeres als um den prestigeträchtigen Sieg im Oberbayernderby. Dementsprechend ging der SVW auch von der ersten Minute an zu Werke. Leider blieb jedoch in der Anfangsphase der ersehnte Führungstreffer aus. Senesie verfehlte in der ersten Spielminute aus der Drehung nur knapp und den Kopfball von Felix Luz wusste der Hachinger-Schlussmann Müller mit den Fingerspitzen noch zu parieren (3.).

Danach beruhigte sich die Partie ein wenig, wobei beide Mannschaften, zur Freude der 2.400 Zuschauer, stets ihr Heil in der Offensive suchten. So dauerte es bis zur 19. Minute bis wieder großer Applaus in der Wacker-Arena aufbrandte. Moritz Moser musste leider den Platz verletzt verlassen und Ronald Schmidt kam so zu seinem Rekordspiel. Mit dem heutigen Einsatz hat der Routinier insgesamt 276 Spiele für den SV Wacker bestritten, was ihn zum alleinigen Rekordspieler macht.

Auf dem Rasen ging es anschließend hoch her. Wacker drückte auf die Führung und kam quasi im Minutentakt zu Chancen. Die womöglich größte Gelegenheit hatte Maxi Thiel, der von Tobi Schröck mustergültig bedient wurde. Doch Maxi scheiterte in der 21. Minute an dem heranstürmenden Müller. Haching konnte sich in dieser Phase nur einmal durch einen Fernschuss von Welzmüller in Szene setzten (23.). In der 27. Minute setzte Burkhard einen überraschend direkt gestretenen Freistoß nur knapp drüber, nur um keine Minute später gegen der einschussbereiten Rohracker zu retten. Vollath konnte zuvor einen platzierten Schuss von Wilsch nicht festhalten. Es ging Schlag auf Schlag. Beide Tams agierten mit offenem Visier. So auch Senesie, der in der 29. Minute zu einem Solo über mehr als 50 Meter ansetzte und nur von der Faustabwehr von Müller zu bremsen war.

Kein Halten gab es hingegen mehr in der 31. Spielminute, als Tobi Schröck die Schwarz-Weißen in Führung brachte. Zunächst düpierte er einen Hachinger mit einem Heber, um anschließend aus mehr als 30 Meter einfach draufzuhalten. Im Stile eines „Tor des Monats“ landete die Kirsche im rechten oberen Winkel. Müller hatte bei dem Gewaltschuss des 20-Jährigen keinerlei Chance.

Mit der Führung im Rücken drehte der SVW vor der Pause erst richtig auf. Jubilar Schmidt setzte Felix Luz in der 36. Minute mit einer Hereingabe in Szene, doch der Angreifer scheiterte in letzter Sekunde am Hachinger Abwehrverbund. Ebenso konnte Senesie den Ball nach schöner Vorarbeit von Eberlein und Burkhart nicht im Tor unterbringen (38.). In der 41. Minute dann doch noch der verdiente zweite Treffer für die Wackerianer. Burkhard bediente Felix Luz mit einer maßgenauen Flanke und der Stürmer netzte mit einem sehenswerten Kopfball ein. Der fünfte Saisontreffer von Luz bedeutete auch gleichzeitig den 2:0-Halbzeitstand.

Mit Beginn der zweiten Hälfte kamen die Gäste etwas besser in die Partie. 48 Minuten waren gespielt, als Schwabl auf Kaufmann flankte und dieser am wie gewohnt glänzend agierenden Vollath scheiterte. Auf der Gegenseite war es wiederum Sahr Senesie, der eine gute Chance liegenließ. Nach einer verunglückten Kopfballabwehr zog er gedankenschnell ab, bugsierte jedoch das Spielgerät über die Querlatte (54.).

Nur zwei Minuten später der Hachinger Anschlusstreffer. Wilsch setzte sich auf der rechten Außenbahn bis zur Grundlinie durch und fand mit seiner Hereingabe am zweiten Pfosten Benjamin Kaufmann, der per Volleyschuss den Ball ins Tornetz beförderte (56.).

Dieser Anschlusstreffer sollte den Startschuss für eine nervenaufreibende restliche Spielzeit bedeuten, in der zunächst die Gäste drückten. Yilmaz scheiterte in der 59. Minute zum Burghauser Glück am Pfosten und auch sein Fernschuss in Minute 67 sollte nicht ins Schwarze treffen. Genauso wenig, wie der Kopfball von Drum, den Vollath nach einer Ecke sicher festhielt.

Danach bäumten sich aber wieder die Gastgeber auf und kamen ihrerseits zu guten Gelegenheiten. Müller klärte in der 74. Minute gerade noch vor Felix Luz, der nach einem Presssschlag zwischen Thiel und Schwabl hätte einköpfen können. Gefährlich wurde es auch zwei Zeigerumdrehungen später, als Thiel aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Ebenso konnte Kulabas in der 79. Minute mit seinem Fernschuss nicht für die Entscheidung sorgen.

Für Diese zeichnete sich jedoch anschließend Maxi Thiel verantwortlich. Nach einem schnellen Gegenstoß nutzte der Youngster den Freiraum auf der linken Seite und haute das Spielgerät von der linken Strafraumkante ins lange Eck.

Damit war auch die Partie entschieden. Die Hachinger warfen zwar nochmal alles nach vorne, doch an diesem guten Burghauser Tag, sollte es für die Gäste kein Durchkommen mehr geben. Insgesamt ein verdienter Derbysieg für die Burghauser, wobei vor allem die erste Hälfte hervorstach. Im zweiten Durchgang brauchte die Donkov-Elf, um sich nach dem Anschlusstreffer wieder zu fangen, doch am Ende setzte sich das bessere Team durch.

Nach seinem ersten Derbysieg als Cheftrainer zeigte sich Georgi Donkov sichtlich zufrieden. „Insbesondere in der ersten Halbzeit war das eine Topleistung von uns“, resümierte der Übungsleiter. „Meine Jungs haben die Taktik des Angriffspressings gut umgesetzt und haben so die spielstarken Hachinger schon früh gestört.“ Doch das es zwischenzeitlich wieder eng wurde, wurmte Donkov. „Wieder einmal haben wir es leider übersehen, den Sack früher zuzumachen. Da müssen wir uns einfach noch Gieriger auf den Torerfolg präsentieren.“ Allerdings sei die schon das Einzige, was er heute zu bemängeln hätte. „Besonders freut mich, dass wir den Zuschauern heute ein tolles Derby geboten haben.“

Wacker ist nun den Hachingern dicht auf den Fersen. Mit 45 Punkten schob sich der SVW bis auf den 9. Tabellenplatz vor. Der Rückstand auf die Hachinger, den man, wenn es nach den Willen von Geschäftsführer Florian Hahn und Herrn Bürgermeister Steindl geht, bis zum Saisonende wettmachen will, beträgt nur noch mickrige drei Zähler.

Quelle: Wacker Burghausen - offizielle Homepage

Quelle: fussball-vorort.de

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