Joker sticht zu

Hinz überragend: Zwei Tore in zwanzig Minuten

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Joker und Doppeltorschütze: Sebastian Hinz.

TSV Buchbach - Bisher war Sebastian Hinz vor allem Bankdrücker beim Regionalligisten TSV Buchbach. Nun nutzte er seine 20-minütige Vorspielchance zu zwei Treffern. Aber der Erdinger Ronaldo-Fan bleibt bescheiden.

von Dieter Priglmeir

Nach dem Schlusspfiff tobte das Handy. „Ich hatte sofort über 20 Nachrichten drauf“, erzählt Sebastian Hinz. „Alle wollten mir gratulieren.“ Dass er in Erding nicht vergessen ist, das freute den 25-jährigen fast noch mehr, als was gerade passiert war. Und das war Erstaunliches: Erst in der 69.Minute eingewechselt, hatte er mit einem Doppelpack den 4:0-Sieg des TSV Buchbach gegen den SV Seligenporten endgültig perfekt gemacht.

Zwei Tore ausgerechnet von ihm, dem ewigen Bankdrücker - für Hinz kein Grund zur Hysterie. „Beim ersten Treffer hat ein Gegenspieler den Ball noch abgefälscht, das zweite Tor gehört zur Hälfte Thomas Breu, da stand ich halt richtig.“

Hinz, der von der F-Jugend bis zum vergangenen Jahr beim FC Erding kickte, hat schon unzählige Treffer erzielt - allein 21 in der Vorsaison, was ihn zum Torschützenkönig machte. In der Kreisliga. Jetzt spielt er vier Klassen höher, und alles ist anders. Zum Beispiel das Tempo: „In der Kreisliga bekommst du den Ball, und dann kannst du dir überlegen, was du damit machst. In der Regionalliga musst du die Idee schon vorher haben“, erzählt Hinz.

Oder das Training: „Drei bis viermal pro Woche stehen die Regionalliga-Kicker auf dem Platz. Das hängt auch davon ab, ob wir eine Englische Woche haben“, erklärt Hinz. Und während der Übungseinheit wird viel erklärt. Fast die Hälfte des Trainings gehe es darum, wie sich die Spieler taktisch zu verhalten hätten. „Natürlich war das Spiel in der Kreisliga freier“, sagt Hinz.

Aber in diese Liga will der Ronaldo-Fan nicht zurück. Entsprechende Gerüchte kursieren derzeit in Erding. Hinz versteht das: „Ich verstehe, dass Leute darüber reden, solange ich mich hier nicht durchsetzen kann.“ Es seien auch schon Anfragen anderer Vereine eingegangen. „Für mich war klar, dass das erste Jahr schwer wird. Die Konkurrenz ist enorm.“ Dann verletzte er sich auch noch. Und zudem gab es für Trainer Anton Bobenstetter keinen Grund, das Team groß durchzuwechseln, denn der TSV Buchbach steht als Tabellenfünfter so gut da, wie es ihm niemand zugetraut hat. Und das freut Hinz, denn die Stimmung in der Mannschaft sei großartig. „Ich wurde hier sensationell aufgenommen. Jeder hilft mir“, sagt Hinz. Deshalb wolle er sich hier durchbeißen, auch weiterhin von Erding nach Buchbach zum Training pendeln. „Das sind 25 Minuten. Wir haben eine Fahrgemeinschaft. Alles halb so schlimm“, sagt der Bundespolizist, der auch von seinem Arbeitgeber bei den Dienstplänen Unterstützung erhält. Also wird er weiter auf seine Chance lauern. Wie gegen Seligenporten, als er zweimal zuschlug, sich über die Freude seiner Kumpels freute und danach die Tore bescheiden einordnete. Nicht als Kampfansage an den Trainern, sondern nur als Signal: „Ich bin auch noch da.“

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