DFB-Pokal-Viertelfinale

Wut und Tränen nach Löwen-K.o.

Timo Gebhardt vom TSV 1860 München betrauert die verlorene Partie.
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Timo Gebhardt vom TSV 1860 München betrauert die verlorene Partie.

Lob kam von allen Seiten, doch nach dem Derby voller Nackenschläge war das letzte Aufgebot der Namenlosen am Boden zerstört. Ausgerechnet ein umstrittener Elfmeter-Pfiff in allerletzter Minute stürzte den wackeren Außenseiter in ein Tal der Tränen.

“Wenn wir nach 90 Minuten verloren hätten und hätten dabei keine Chance gehabt, wäre es weniger bitter gewesen“, haderte Tormann Philipp Tschauner nach der 0:1-Pokal-Niederlage des Fußball- Zweitligisten TSV 1860 München gegen Rekordsieger FC Bayern mit der Dramaturgie des 204. Stadtderbys. “Man sieht es in unseren Gesichtern“, gestand Torben Hoffmann. “So ein Spiel nach 120 Minuten zu verlieren, tut sehr, sehr weh.“

Nach 119 Minuten und 23 Sekunden besiegelte eine Zentimeter- Entscheidung das Aus für die “Löwen“: An der Strafraumgrenze legte Chhunly Pagenburg Bayern-Stürmer Miroslav Klose, Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied zum Entsetzen des Zweitligisten auf Strafstoß. “Das war eine waghalsige Entscheidung“, wetterte “Löwen“-Trainer Marco Kurz noch lange nach Abpfiff. “Es gehört sehr viel Mut dazu, in dem Moment so einen Elfmeter zu geben.“ Franck Ribéry war es egal: Der Bayern-Star ließ sich auch im zweiten Anlauf nicht aus der Ruhe bringen und erzielte in aufreizender Lässigkeit das Tor des Abends.

Auch beim Gastspiel in der Allianz Arena musste der Außenseiter auf seinen Paradesturm mit Berkant Göktan und Antonio di Salvo verzichten, und für die “Löwen“ kam es noch schlimmer. Nach Torhüter Michael Hofmann (“Ich hatte einen Mega-Pferdekuss“) musste auch Motor Daniel Bierofka wegen einer möglicherweise schwerwiegenden Sprunggelenksverletzung das Feld räumen. Trotz der Rückschläge boten die “jungen Wilden“ aber dem großen Favoriten Paroli, nach der Gelb- Roten Karte für Luca Toni roch es sogar nach einer Sensation.

Am Ende gab die Unerfahrenheit den Ausschlag: Erst stellte der gegen Wirbelwind Ribéry stark spielende Youngster Benjamin Schwarz mit seiner Hinausstellung das zahlenmäßige Gleichgewicht wieder her, dann provozierte Klose mit seinem Antritt in allerletzter Minute das entscheidende Foul. “Da müssen wir ausgebuffter werden. Das ist ein brutaler Lernprozess“, schrieb Kurz seinem jungen Team ins Stammbuch. “Wir hatten uns schon auf das Elfmeterschießen eingestellt“, gestand der ausgewechselte Torhüter Hofmann.

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“Man muss 1860 ein Kompliment machen, sie haben uns das Leben schwer gemacht“, lobte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Rivalen. Auch der Zweitligist schöpfte nach der ersten Enttäuschung Mut aus dem starken Auftritt: “Unsere Mannschaft hat sich Respekt erarbeitet“, sagte Manager Stefan Reuter. “Ich hoffe, das gibt wieder ein Stück Selbstvertrauen für die Meisterschaft.“

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Quelle: DPA

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