Machtwechsel bei 1860?

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Startschuss für den Neubeginn? Bei der Versammlung der Fußballabteilung forderte Präsident Beeck (links neben Geschäftsführer Stoffers und Manager Stevic) ein Ende der vereinsinternen Gegensätze zwischen ARGE und Pro 1860.

Die ersten Pfiffe gab’s bereits wenige Minuten nach Versammlungsbeginn.

Als Unterschleißheims Bürgermeister Rolf Zeitler in seiner Begrüßungsrede den Wunsch äußerte, dass „die Allianz Arena auch in Zukunft die Spielstätte der Löwen bleibt“, muckte ein Teil der 948 Delegierten im Unterschleißheimer BallhausForum auf. Es waren vor allem Anhänger von Pro 1860, jener Fanvereinigung, die bei der Fußball-Jahreshauptversammlung ihre Mehrheit gegenüber den ARGE-Delegierten zu behaupten versuchte.

Bilder von der Delegiertenversammlung

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Und das könnte gelungen sein, denn bei der Wahl des Fußball-Abteilungsleiters setzte sich Robert Reisinger (ein 45-jähriger Spediteur aus München) gegen ARGE-Mann Thomas Hirschberger durch. Die Stimmzettel, mit denen die 174 Delegierten gewählt wurden, werden innerhalb der nächsten Woche vom Kreisverwaltungsreferat ausgewertet. Dann ist die Frage beantwortet, ob es einen Machtwechsel bei 1860 gibt.

Der neue Abteilungsleiter Fußball: Robert Reisinger.

Rainer Beeck wies darauf hin, dass ihm daran gelegen wäre, wenn dieses Lagerdenken bei den Blauen ein Ende hätte: „Diese Delegiertenwahl ist richtungweisend für die Zukunft. Wir sind keine politische Partei, sondern ein Sportverein. Und deshalb müssen wir alle ein Ziel verfolgen und wieder den richtigen Weg finden. Denn wir haben eine schwierige Zeit hinter uns und auch vor uns.“

Beeck: „Wir stehen vor der Aufgabe, das finanzielle Überleben zu sichern und das gleichzeitig an die sportliche Wettbewerbsfähigkeit zu koppeln. Aber mit Geschäftsführer Stoffers und Sportdirektor Stevic sind wir auf einem Weg.“

Ist das richtige für die Löwen dabei? Die Münchner Stadien

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Vom scheidenden Abteilungsleiter Wolfgang Hauner gab’s allerdings eine Spitze in Richtung Stoffers, der ebenso wie Stevic der Versammlung beiwohnte. Anstatt den FC Bayern zu provozieren („Das war populistisch“), hätte man mit dem Partner anders umgehen müssen. Das Präsidium erhielt von Hauner wegen des geplanten Deals mit Investor Schwarzer Kritik: „Es wäre der Anfang vom Ende für 1860 gewesen.“ Nur die Tatsache, dass der Handel geplatzt ist, „hat die Hoffnung am Leben erhalten, dass 1860 auf die Lizenz hoffen darf.“

Die Augen der Löwen und wer dahinter steckt

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Stoffers wollte Hauners Aussagen nicht kontern: „Das ist hier nicht meine Veranstaltung.“ Als Hauner sich beim scheidenden Nachwuchsleiter Ernst Tanner bedankte, gab’s Standing Ovations für Tanner. Hauner: „Wenn du eines Tages zurückkommst zu 1860, Ernst, werden alle, die dich vertrieben haben, Geschichte sein.“

Claudius Mayer

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