Stevic: „Ich entschuldige mich bei unseren Fans!“

1860-Sportdirektor Miki Stevic

Ahlen - 1860-Sportdirekor Miki Stevic zeigte sich nach der Nullnummer in Ahlen stocksauer und versuchte gleich gar nicht erst, die miserable Leistung zu erklären. Die Aufstiegshoffnungen hat er trotzdem noch nicht abgehakt.

Die Niederlage in Rostock? Na klar: akutes Ghvinianidze-Versagen. Die Pleite gegen den KSC? Aber hallo! Lauths Latten-Elfer und Lovins taktische Ignoranz.

Aber am Freitag? Wie lässt sich diese Null-Leistung gegen den bis dato punktlosen Abstiegskandidaten RW Ahlen erklären?

Fünfmal Note 5! Die tz-Einzelkritik

Strecke

Miki Stevic versuchte es erst gar nicht. Mit verkniffenem Gesicht stand der 1860-Sportdirektor im Ahlener Wersestadion. Und dachte erst mal an die armen Menschen, die für diesen Anti-Kick auch noch Sprit- und Eintrittsgeld bezahlt hatten: an die treuen Löwen-Fans. „Ich entschuldige mich bei ihnen, es tut mir leid für die Fans, die mitgefahren sind. Wir sind alle nach Ahlen gekommen, um drei Punkte zu holen. Jetzt müssen wir mit einem leben. Ich bin absolut unzufrieden und enttäuscht.“

Aussagen, mit denen Stevic keinen Widerspruch ernten wird. So erschreckend es klingt, aber die Löwen spielen mittlerweile wieder auf Vorjahres-Niveau, neues Personal, neuer Trainer hin oder her. Saisonübergreifend hat der TSV 1860 in den letzten 15 Punktspielen einen einzigen Sieg geholt. Beim 2:0 gegen indisponierte Koblenzer…

Der Saisonrückblick 2008/2009

Strecke

So kann’s nicht weitergehen. Findet auch Ewald Lienen: „Über 90 Minuten reicht es nicht, nur zu verteidigen“, fasste der Coach die traurige Partie in Ahlen zusammen. „Für unsere Ansprüche sind vier Punkte aus vier Spielen definitiv zu wenig.“ Trotzdem fand Lienen auch Positives im fußballerischen Dunkel: „In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Mut gezeigt und versucht, nach vorne zu spielen. Ein 1:0-Sieg wäre angesichts der Chance von Benny Lauth nicht unverdient gewesen.“

Das sah der Kapitän nicht ganz so: „Wir hatten uns nach dem 1:3 gegen den KSC hier viel mehr vorgenommen, aber wir haben gegen die Defensive der Ahlener keine Lösung gefunden.“ Den Vier-Punkte-Start bezeichnet Lauth als „durchwachsen“, die zwei Wochen Länderspielpause begrüßt er: „Die Mannschaft ist noch im Findungsprozess. Wir müssen die Pause nutzen, um an unserem Offensivspiel zu arbeiten.“

Da gibt es reichlich zu tun. Gegen Fürth am 12. September ist ein Heimsieg Pflicht, um nicht den Anschluss zu verlieren. Stevic bemüht bereits Durchhalteparolen: In Sachen Aufstieg sei „noch nichts verloren. Es gab schon Mannschaften, die es mit so einer Startbilanz noch geschafft haben.“ Den 1. FC Nürnberg zum Beispiel. Der hatte vergangene Saison auch nach sechs Spieltagen erst vier Punkte auf dem Konto. Sollten die Löwen trotzdem nicht nachmachen…

André Fischer

Relikte aus besseren Zeiten

Strecke

Auch interessant:

Kommentare