Fußballversammlung des TSV 1860 mit viel Brisanz

Holt die ARGE die Macht zurück?

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Am Sonntag wird beim TSV 1860 mal wieder gewählt. Die Fanvereingung ARGE will die Mehrheit gegenüber Pro1860 zurückgewinnen.

Beim TSV 1860 rechnet man endlich wieder mal mit einem gewaltigen Ansturm.

Leider nicht zu einem Spiel, sondern zur Mitgliederversammlung der Fußballabteilung am Sonntag um 13 Uhr, auf der die 174 Fußballdelegierten neu gewählt werden. Deshalb hat man auch das BallhausForum in Unterschleißheim als Versammlungsort ausgewählt, dessen Saal immerhin 3000 Personen fasst. Leiter ist Vizepräsident Franz Maget. Insider vermuten aber auch, dass der Standort nicht zuletzt deshalb ausgewählt wurde, damit die Mitglieder der Fanvereinigung ARGE, die in der Mehrheit von außerhalb kommen, eine bequemere Anreise haben.

Die ARGE macht mobil. Insgesamt 22 Busse sollen organisiert worden sein, damit ja viele Mitglieder anwesend sein werden und man wieder die Oberhand über Pro 1860 gewinnt. Vor drei Jahren hatte ja die neu gegründete Vereinigung Pro 1860 heimlich still und leise bei den Delegierten die Mehrheit übernommen. Seinerzeit waren insgesamt nur 480 Mitglieder anwesend.

Die ARGE hatte damals die Wahl regelrecht verschlafen und damit unfreiwillig für viele Turbulenzen in den folgenden Monaten gesorgt. Pro 1860 forderte nämlich im September 2006 alle neun Aufsichtsratsplätze, präsentierte ihr zugeneigte Präsidiumskandidaten wie Albrecht von Linde und Karsten Wettberg. Lauter Personaldiskussionen, die innerhalb des Vereins lange für eine ständige Schlammschlacht sorgten. Für den kommenden Sonntag hat Pro 1860 174 Delegiertenvorschläge gemacht, die ARGE 162. Pro 1860-Sprecher Hans Vonavka: „Wir haben keine Chance, wenn die ARGE gezielt ihre Leute wählt. Allerdings ist Pro 1860 mittlerweile in so vielen Gremien drin, dass unsere Stimme weiterhin ein großes Gewicht hat.“

Aber: Stellt die ARGE in Zukunft wieder die große Mehrheit der Delegierten, wird das für die Wahl des Aufsichtsrats im kommenden November von nicht geringer Bedeutung sein. Dann dürften in diesem Gremium in erster Linie wieder ihre Vertreter sitzen. Was nicht ohne Folgen für die Präsidiumswahl im Frühjahr 2010 sein könnte. Wohl nicht zu Unrecht wird damit spekuliert, dass die ARGE auch hier wieder mehr Einfluss gewinnen möchte. Den Pro 1860 zugeneigten Vizepräsidenten Michael Hasenstab lehnen viele in der ARGE schon länger ab, und die Personen, die bereits in der Vergangenheit mit dem Präsidentenamt geliebäugelt haben, sind am Sonntag in Unterschleißheim als ARGE-Männer vor Ort. Der Münchner Gastronom Thomas Hirschberger, der anstelle des ausscheidenden Wolfgang Hauner als Fußball-Abteilungsleiter kandidiert und TV-Produzent Otto Steiner, der für kurze Zeit sogar schon als Vizepräsident im Amt war. Es wird spannend. Aber wie die Wahl ausgegangen ist, wird man vor Montag nicht erfahren.

Claudius Mayer

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