tz-Experten-Kolumne: Winnie Schäfer tröstet Ewald Lienen

Winfried Schäfer kennt Ewald Lienen aus gemeinsamen Spielerzeiten in Mönchengladbach
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Winfried Schäfer kennt Ewald Lienen aus gemeinsamen Spielerzeiten in Mönchengladbach

München - Mit Mlapa ist das nächste Löwen-Talent weg. Winfried Schäfer kennt Ewald Lienen aus gemeinsamen Spielerzeiten in Mönchengladbach und kann nachfühlen wie es ihm deswegen geht. Die tz-Experten-Kolumne:

Ich kenne Ewald Lienen aus gemeinsamen Spielerzeiten in Mönchengladbach und kann nachfühlen wie es ihm geht, nachdem 1860 München mit Peniel Mlapa wieder ein großes Talent verloren hat. So etwas ist für einen ­Trainer immer schwierig und deprimierend. Ich weiß, wovon ich rede. Als ­Trainer des KSC habe ich in den neunziger Jahren nach und nach so große Talente wie Sternkopf, Scholl, Kahn, ­Kreuzer, Tarnat, Fink und ­Nowotny verloren.

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Aber es hilft ja nichts. Du musst dann versuchen, das Beste daraus zu machen. Und das ist uns etliche Jahre relativ gut gelungen. Mit dem ganzen Geld, das wir für die abgewanderten Stars erhalten haben, haben wir uns dann andere gute Spieler geholt. Und ein Drittel des Geldes nebenbei noch zum Abbau unseres Schuldenbergs verwendet. Du musst in solchen Situationen einfach lernen, auf die Zähne zu beißen, anders zu arbeiten und zu schauen, dass du Schritt für Schritt nach oben kommst.

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Eines weiß ich seit damals: Gute Spieler müssen nicht viel kosten. Du brauchst einfach einen guten Plan, und ich traue Ewald und Miki Stevic zu, dass sie diesen Plan auch haben. Natürlich ist es schade, wenn du Jahr für Jahr große Talente wie die Bender-Zwillinge, Gebhart und jetzt Mlapa verlierst, andererseits ist es auch ein Aushängeschild für den Verein. Das heißt ja auch, dass im Nachwuchsbereich hervorragend gearbeitet wird, was wieder neue Talente zu 1860 lockt.

Und der Begriff Ausbildungsverein ist für mich sowieso kein Makel. Das waren auch Mönchengladbach oder Ajax Amsterdam. Nur hatte man dort, wenn ein Star ging, sofort immer jemanden in der Hinterhand. Ich hoffe, dass das auch bei 1860 der Fall ist.

tz

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