Löwen-Neuzugang wird zum Hoffnungsträger

Stürmer, Zehner, Achter: Wie Daniel Bierofka mit Timo Gebhart plant 

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Besser drauf als vor zwei Jahren: Timo Gebhart kommt aus der kompletten Vorbereitung mit Viktoria Berlin.

Timo Gebhart ist nach seiner Rückkehr zum TSV 1860 München so etwas wie ein Hoffnungsträger. Coach Daniel Bierofka baut auf ihn.

VON LUDWIG KRAMMER

MünchenDrei Dutzend Interessierte hatten sich zum Public-Timo-Gebhart-Watching vor dem weiterhin geschlossenen Löwenstüberl versammelt. Und der nun zum zweiten Mal Zurückgekehrte ließ die weiß-blaue Montagsgemeinde nicht länger warten als nötig. Um 14 Uhr kam Timo Gebhart, 30, mit seiner neuen Mannschaft aus der Kabine. Unter dem Applaus der Fans ging’s zur ersten Einheit auf den Trainingsplatz. Repräsentativer Kommentar eines altgedienten Kiebitzes: „Langsam kehrt die Hoffnung zurück.“

Bei Gebhart ging’s schneller. Es hätte allerdings noch schneller gehen können, sagte Trainer Daniel Bierofka, der den Offensiv-Allrounder möglichst schon bis zum Saisonstart in der 3. Liga in drei Tagen gegen Preußen Münster spielfit bekommen will. Körperlich sei Gebhart in einem „guten Zustand“, sagte der Coach. „Er hat die komplette Vorbereitung bei Viktoria Berlin mitgemacht und ist in einem wesentlich besseren Zustand als vor zwei Jahren, als er von einer Verletzung zurückgekommen ist.“

Damals konnte Gebhart den frisch in die Regionalliga abgestürzten Löwen sofort helfen, ehe er sich am elften Spieltag verletzte – erst muskulär, dann an der Achillessehne. Eine langwierige Geschichte, die ihn schließlich die Vertragsverlängerung für die 3. Liga kostete.

Die Sehne ist längst wieder heil, die vergangene Rückrunde nutzte Gebhart bei Viktoria Berlin, um sich „wieder in den Vordergrund zu spielen“, wie er selbst sagt. Auch die kolportierten Differenzen mit Bierofka seien komplett ausgeräumt, wie beide versichern.

Was sie verbindet, ist der Dank an Hasan Ismaik, der die Finanzierung des Spielmachers sicherstellte – mit einem Sponsoring, das die e.V.-Seite prompt als Sinneswandel in der Finanzierungspolitik interpretierte. Sechzig, wie es leibt und lebt.

Kurzfristig interessanter ist die Frage, wie Gebharts Rolle im Team aussehen wird. Bierofka gab gestern Einblicke in seine personellen Überlegungen, als er den alten Neuen als „Stürmer, Zehner oder Achter“ aufführte.

Möglich ist also auch ein System mit Gebhart und dem anderen Feinmechaniker im Team, Efkan Bekiroglu. Im 4-3-3-System als Doppel-Acht vor Sechser Daniel Wein – oder auch im 4-4-2, wo Gebhart als Achter und Bekiroglu als Sechser auflaufen könnte. „Timo gibt mir viele Möglichkeiten“, sagt Bierofka, der die Hoffnung auf einen weiteren Stürmer trotzdem noch nicht aufgegeben hat: „Wir schauen, dass wir noch einen dazuholen können.“

Sinnvoll wär’s. Oder um im Duktus der Kiebitze zu bleiben, die bis zum Spiel weichen müssen, weil nur noch nichtöffentliches Training ist: „Aufgeben tut man nur einen Brief, aber niemals die Hoffnung.“ Die wird auch dadurch genährt, dass Flügelstürmer Stefan Lex, der einen Syndesmosebandriss hatte, kommende Woche wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen wird.

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